Ampferbekämpfung in Silomais

Reto70
Beiträge: 34
Registriert: Montag 13. April 2009, 08:25
Wohnort: Hünenberg Schweiz

Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Reto70 » Dienstag 5. April 2011, 17:50

Liebe No-Tiller,

folgende Situation:

Fruchtfolge drei Jahre Kunstwiese, ein bis zwei Jahre Silomais
beides in Direktsaat.
Ampferproblematik: Glyphos bei Maissaat für Ampferbekämpfung noch zu früh, im Nachauflauf mit Wuchsstoff Dicamba zu wenig nachhaltig auch bei höheren Mengen,
In der Kunstwiese arbeitsaufwendig und kostspielig.

Gerne hätte ich von Euch etwas Unterstützung und neue Ideen
Danke im Voraus :P

Gruss aus der Zentralschweiz

Reto70

ulikum
Beiträge: 393
Registriert: Montag 1. Februar 2010, 14:48

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von ulikum » Mittwoch 6. April 2011, 08:08

Folgender Vorschlag:

Harmony SX (Thifensulfuron) + Trend (Netzmittel) sollte Nachhaltig wirken,
oder Arrat + Dash, Peak +Öl. (sulfonylharnstoffe)

Grundsätzlich sollte man sich aber über die Fläche Gedanken machen, da Ampfer eine typische Zeigerpflanze ist.
Nach drei Jahren Kunstwiese sollte der Ampfer wenn die restlichen Bedingungen stimmen würden keine große Rolle mehr spielen.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 6. April 2011, 08:24

In der neuen LOP April gibt es dazu einen Beitrag: Gut gegen Ampfer sollen vor allem Arrat+Dash, Mais-Banvel WG und Task+FHS wirken. Aber bei ausgewachsenen, tief verwurzelten Ampferpflanzen kann man mit diesen selektiven Herbiziden sicherlich nicht in jedem Fall eine nachhaltige Bekämpfung bzw. Sanierung und ein wurzeltiefes Absterben erreichen. Hier muss eine Bekämpfung über die gesamte Fruchtfolge erfolgen.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

tomte
Beiträge: 192
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 11:58

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von tomte » Mittwoch 6. April 2011, 18:42

ulikum hat geschrieben: Grundsätzlich sollte man sich aber über die Fläche Gedanken machen, da Ampfer eine typische Zeigerpflanze ist.
Dazu sollte man aber wissen welcher Ampfer das ist...
Nach drei Jahren Kunstwiese sollte der Ampfer wenn die restlichen Bedingungen stimmen würden keine große Rolle mehr spielen.
Oder erst recht. Die Ampfersamen halten sich im Boden und sobald der angerührt wird fängt der Ampfer an zu keimen. Ist eigentlich ein recht typisches Phänomen oft im Kleinen sichtbar nach Wildschweinschaden...

Dazu kommt vermutlich noch, dass die Ampfersamen mit der Gülle wieder frisch verteilt werden :(
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Reto70
Beiträge: 34
Registriert: Montag 13. April 2009, 08:25
Wohnort: Hünenberg Schweiz

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Reto70 » Freitag 8. April 2011, 05:45

Vielen Dank für die Antworten. Es ist sicher kein einfaches Thema im Mais eine starke Ampfer zu bekämpfen und in der Kunstwiese ist das
Management auch gefordert wenn keine Lücken entstehen sollen über die Jahre>Platz für Ampfer und co. Eventuell wäre ein Wechsel auf Getreide anstelle Mais ein Thema aber für
mich nur ungern, weil klimatisch sind wir hier recht ideal für Silomais aussert sich auch bei den Preisen (ca 3000 Fr./Ha ab Feld)
Vielleicht ist ein Aushungern in den ersten 6 cm der Oberschicht in Kombination mit hoffentlich recht ampferfreien Gärrest der Biogasanlage mittelfristig eine Lösung.

Weiterhin schöne Frühlingszeit :P wünscht

Reto70

michi
Beiträge: 26
Registriert: Donnerstag 1. Januar 2009, 18:46

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von michi » Mittwoch 20. April 2011, 05:41

tomte hat geschrieben:recht ampferfreien Gärrest der Biogasanlage mittelfristig eine Lösung.
Hallo,
ich weis nicht, ob das die Lösung ist. Ich mache eigentlich nur die gegenteilige Beobachtung. Wenn ein Milchviehbetrieb - der seine Wiesen top in Schuss hat - sein Flächen an einen BioGaser verpachtet, kann man jedes Jahr beobachten, wie der Ampfer mehr wird. Ich hab da drei direkte Nahbarn, die an drei verschiedene Anlagen verpachtet haben und überall tritt das Problem auf. Wenn die Flächen wieder zurückgegeben werden, muss man diese dann erst wieder "sanieren". Hier scheint aber irgendwo ein Systemfehler zu sein, ich habe ihn nur noch nicht gefunden!

Herbizid gegen Ampfer:
Ich habe nach Wiesenumbruch mit der Mischung 1,25 l/ha Maister + 0,8 kg/ha Terano + 8 g/ha Harmony SX sehr gute Erfahrungen gemacht!

Reto70
Beiträge: 34
Registriert: Montag 13. April 2009, 08:25
Wohnort: Hünenberg Schweiz

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Reto70 » Mittwoch 20. April 2011, 06:00

Danke Michi für Deine Antwort. Bin mal gespannt, ob dies auch bei uns der Fall sein wird betreffend Ampferdruck nach Gärresteeinsatz. Sicher sollte man die Keimfähigkeit der Sämlinge nachher mal
überprüfen lassen im Labor!

Ja ich diskutiere mal diese Mischung mit meinem Berater>besten Dank

Schönen Tag allerseits

Reto70

Reto70
Beiträge: 34
Registriert: Montag 13. April 2009, 08:25
Wohnort: Hünenberg Schweiz

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Reto70 » Montag 25. April 2011, 13:10

Neue Idee!

Wie sieht es denn aus mit einer Unterblattspritze aus?
Wäre ja nicht nur im Mais einsetzbar( Kartoffeln, Gemüse etc..)
Hat jemand Erfahrungen damit?

Vielen Dank im Voraus für Eure Beiträge

Reto 70

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 25. April 2011, 20:09

An sich eine gute Idee! Derzeit ist das ja im Maisanbau nicht üblich. Mit Glyphosat dürfte das allerdings nicht funktionieren, da hier die Gefahr einfach zu groß ist, dass auch der Mais Schaden nimmt. Zumal man ja beim Ampfer mit der höchsten zugelassenen Dosis rangehen müsste. Mit den üblicherweise eingesetzten Mitteln wie Basta ist keine wurzeltiefe Bekämpfung möglich, normalerweise soll es ja gegen neu aufgelaufenes Unkraut wirken. Außerdem ist eine genaue Abstimmung zwischen Unterblattspritze und Maislegemaschine nötig, wie das ja auch bei der Hacke der Fall ist.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

ulikum
Beiträge: 393
Registriert: Montag 1. Februar 2010, 14:48

Re: Ampferbekämpfung in Silomais

Beitrag von ulikum » Montag 25. April 2011, 21:12

Reto70 hat geschrieben:Neue Idee!

Wie sieht es denn aus mit einer Unterblattspritze aus?
Wäre ja nicht nur im Mais einsetzbar( Kartoffeln, Gemüse etc..)
Hat jemand Erfahrungen damit?

Vielen Dank im Voraus für Eure Beiträge

Reto 70
um welche Flächengrößen handelt es sich denn ?

Vielleicht sollte man die Sache mal neu betrachten,
was spricht gegen eine Bekämpfung des Ampfers in der Kunstwiese ?
Da hätte ich dann drei Jahre in Folge Zeit den Ampfer systematisch zu bekämpfen.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

Antworten