Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

goos
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Re: Frühjahrsdüngung 2010

Beitrag von goos » Montag 22. März 2010, 16:32

ulikum hat geschrieben:Hallo Herr Mayer,

wir waren heute mit unserem Pflanzenbauberater auf der Rotschwingelfläche.
Erst ungläubiges Staunen, dann nach genauerer Untersuchung die Prognose Schneckenfraß.
Also doch ein Problem von Direktsaat.
Das Vorgewende, welches zuerst gesät wurde hat einen Pflanzenbestand von etwa 200 Pflanzen je qm.
Also könnten dieses Jahr einige Faktoren recht unglücklich zusammengekommen sein.
Niedriger ph Wert wie von Herrn Pickel beschrieben, dann Rückstände von Roundup die zu Auflaufproblemen
geführt haben und zu Schluss die Schnecken.
aber mit 1000%iger sicherheit ......
haben die schnecken nicht unter dem schnee gefressen....
das war dann schon im herbst.....
das wäre dann eine wissenschaftliche entdeckung.....
frost-resistente schnecken.....

und schneckenfraß ist, meiner meinung nach,
kein problem der direktsaat..
zuviel schnecken sind meistens ein bewirtschaftungsfehler !!!!!!!
der sich im laufe der jahre aufgebaut hat......

weil.....
die 1000te von tonnen schneckenkorn,
die in deutschland ausgebracht werden...
von pfugbauern gekauft werden !
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

Herbert Pickel
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Re: Frühjahrsdüngung 2010

Beitrag von Herbert Pickel » Dienstag 23. März 2010, 07:32

Hallo.
Ich habe fast noch nie Schneckenkorn gestreut, zu meiner Konvizeit. Außer einmal "Außenrum" zur Gewissensberuhigung.Einmal in zehn Jahren. Im nachhinein war es auch umsonst! Habe ich doch erfahren, dass Schnecken mit erhöten Phospahtgaben in Verbindung gebracht werden.
Da ich seit 1984 keine Grunddüngung mehr ausgebracht habe passt diese Bild zu meinem Schneckenaufkommen.
Da sind wir wieder was Goos schon sagt, irgendein Fehler nutzen die Schnecken.
Auch hat sich in meinen Bodennährstoffgehalten nicht viel Auffälliges, geändert trotz fehlender Grunddüngung.
Was ich aber gesehen habe in den letzten zehn Jahren, dass es den Böden an "Vitalität" immer mehr fehlte. Das vermute ich auf den stetigen Humusschwund und der Getreidefruchtfolge. Wie meine Cultandüngung in 2008 mir dann auch zeigte, bringt ein vermehrtes Wurzelwachstum dann auch die "Vitalität" des Boden auf Vordermann.
Darum ist von meiner Seite kein Nährstoffdenken, sondern Humusdenken angesagt, mit ZwF-Bau und allem was dazu gehört.
Wie sagt Helga Wagner aus Österreich: "Zurück zum Boden liebe Kollegen."

Grüße
Herbert
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

ulikum
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Re: Frühjahrsdüngung 2010

Beitrag von ulikum » Dienstag 23. März 2010, 08:53

Hallo Mr. :mrgreen:
aber mit 1000%iger sicherheit ......
haben die schnecken nicht unter dem schnee gefressen....
das war dann schon im herbst.....
das wäre dann eine wissenschaftliche entdeckung.....
frost-resistente schnecken.....


Wir hatten bei uns keinen Bodenfrost. Der Boden war den ganzen Winter über offen. Steht auch
in einem Beitrag vorher beschrieben!

und schneckenfraß ist, meiner meinung nach,
kein problem der direktsaat..
zuviel schnecken sind meistens ein bewirtschaftungsfehler !!!!!!!
der sich im laufe der jahre aufgebaut hat......


Wer hat geschrieben das Schneckenfraß ein Problem der Direktsaat ist?
Der von mir beschriebene Fall befindet sich bei einem Berufskollegen, der 30% der Fläche in Direktsaat, 30 % Mulchsaat
und 40 % in Pflugsaat durchgeführt hat. Die Gepflügte Parzelle steht einwandfrei, bei Mulchsaat ca 90 %.!
Die Mulch- und Direktsaat wurden von mir im Lohn durchgeführt.
Meine Vermutung ist und das habe ich auch so geschrieben das es dieses Jahr zu einer Verkettung von Zufällen gekommen ist.

weil.....
die 1000te von tonnen schneckenkorn,
die in deutschland ausgebracht werden...
von pfugbauern gekauft werden !


??????????????????????????
Was wollen sie damit aussagen?
Welchen Bezug hat diese ......????? zu unserem Thema?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
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Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 23. März 2010, 09:55

Vor einem Jahr, im März 2009, hatte ich dazu in der LOP schon mal ein Editorial geschrieben über Rotschwingel.

Gerade bei Rotschwingel muss man wegen der Allelopathie aufpassen. Die Wurzeln geben einen herbiziden Wirkstoff ab (L-Tyroxin), damit konkurrierende Pflanzen gar nicht erst aufkommen können! Wenn sonst nichts erkennbar ist, würde ich auf diese Ursache tippen.
Zuletzt geändert von Konrad Steinert am Dienstag 23. März 2010, 12:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von goos » Dienstag 23. März 2010, 12:10

:mrgreen:
ulikum hat geschrieben:Hallo Herr Mayer,
mir ist da noch etwas eingefallen,
wie wäre es mit Schneckenfraß?
bei uns kam der Schnee und danach der Frost. Der Boden war noch relativ warm und die dicke Mulchauflage ca 3 bis 5 cm, und dann der Schnee haben wunderbar isoliert. Bei uns war der Boden den ganzen Winter über nicht gefroren. Deshalb könnte ich mir auch Schneckenfraß vorstellen.
Dann wäre das doch ein Problem der Direktsaat,
zumind. in diesem Jahr, ist ja auch nur beim Rotschwingel mit dicker Mulchauflage aufgetreten.
Wer hat geschrieben das Schneckenfraß ein Problem der Direktsaat ist?
Der von mir beschriebene Fall befindet sich bei einem Berufskollegen, der 30% der Fläche in Direktsaat, 30 % Mulchsaat
und 40 % in Pflugsaat durchgeführt hat. Die Gepflügte Parzelle steht einwandfrei, bei Mulchsaat ca 90 %.!
Die Mulch- und Direktsaat wurden von mir im Lohn durchgeführt.
Meine Vermutung ist und das habe ich auch so geschrieben das es dieses Jahr zu einer Verkettung von Zufällen gekommen ist.
wir waren heute mit unserem Pflanzenbauberater auf der Rotschwingelfläche.
Erst ungläubiges Staunen, dann nach genauerer Untersuchung die Prognose Schneckenfraß.
Also doch ein Problem von Direktsaat.
junge, junge....ich glaub so langsam,
daß du nicht weißt was du hier in das forum schreibst !
einmal so, dann wieder anders....
und komm nicht damit, "goos" könne nicht lesen !
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von ulikum » Dienstag 23. März 2010, 13:34

Konrad Steinert hat geschrieben:Vor einem Jahr, im März 2009, hatte ich dazu in der LOP schon mal ein Editorial geschrieben über Rotschwingel.
Gerade bei Rotschwingel muss man wegen der Allelopathie aufpassen. Die Wurzeln geben einen herbiziden Wirkstoff ab (L-Tyroxin), damit konkurrierende Pflanzen gar nicht erst aufkommen können! Wenn sonst nichts erkennbar ist, würde ich auf diese Ursache tippen.
Hallo Herr Steinert,
Wenn ich Sie richtig verstehe würde das die Auflaufprobleme erklären ?

Der Weizen war aber Mitte Dezember bei der Mulchsaatfläche zu ca. 85 % aufgelaufen bei der Direktsaatfläche zu ca. 75 %.

Jetzt im März steht die Mulchsaatfläche mit ca 90 % ordentlich da während die Direktsaatfläche in der Mitte nur noch einen Pflanzenbestand von ca. 10 % aufweist.
goos hat geschrieben:junge, junge....ich glaub so langsam,
daß du nicht weißt was du hier in das forum schreibst !
Hallo Mr :mrgreen:
Dieses Thema setzt sich mittlerweile aus 14 Beiträgen zusammen da muss ich nicht jedes mal alles wiederholen.

lesen-> verstehen-> antworten oder Nachfragen.
Bitte unterlassen Sie das Du wenn Sie mich ansprechen.
Es ist mir einfach Unerträglich und beleidigend.
Sie haben sich mir bis heute noch nicht vorgestellt,
glauben aber das Recht zu haben mich Duzen zu können.
Zuletzt geändert von ulikum am Dienstag 23. März 2010, 17:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 23. März 2010, 15:25

Zu 100 Prozent kann man das natürlich nicht sagen. Aber wenn sonst nichts anderes zu erkennen ist, muss man wohl diese Allelopathie in Betracht ziehen. Rotschwingel ist da offenbar besonders problematisch und verträgt sich mit vielen Kulturpflanzen und Zwischenfrüchten nicht. Die vom Rotschwingel abgegebene Substanz bringt offenbar die bereits aufgelaufenen Pflanzen wieder zum Absterben. Selbst wenn die Narbe erstmal abgestorben erscheint, ganz tot scheint man das Gras bei Direktsaat nicht zu bekommen. Wie bereits vor einem Jahr im Editorial beschrieben, ist Rotschwingel damit ein zweischneidiges Schwert: Optimal als lebender Mulch, aber auch nicht unproblematisch für die Kulturpflanze.
Dr. Konrad Steinert
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von ulikum » Dienstag 23. März 2010, 16:34

Vielen Dank Herr Steinert,

Nochmals zusammenfassend:
Wir haben folgenden Ist zustand: der Weizen war im Dezember noch da, jetzt ist außer leeren Hüllen nichts mehr zu finden.
keine Leichen keine Körner, Bestandesdichte 5 Pflanzen je qm.
Folgende Möglichkeiten kommen in Betracht:
Schneckenfraß wann auch immer, deshalb nur die leeren Hüllen,
Allelopathie deshalb der schlechte Feldaufgang
vielleicht auch Rückstände von Roundup ebenfalls schlechterer Feldaufgang.

welche der folgenden Möglichkeiten würden Sie uns empfehlen?

a: Nochmalige Direktsaat von Sommerweizen
b: Auffräsen des Bestandes und danach die Einsaat von Sommerweizen
c: Pflügen mit Packer danach Einsaat des Sommerweizens.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 24. März 2010, 09:34

Ich würde die Variante flach fräsen und dann Einsaat von Sommerweizen bevorzugen. Die Narbe sollte ganzflächig vom Boden abgeschnitten werden. Muss ja auch schnell gehen, gerade beim Sommerweizen kostet jeder Tag Ertrag. Vielleicht steht auch was anderes mit ganzflächiger Bearbeitung zur Verfügung, z.B. Köckerling Ultima, Horsch Airseeder oder Kreiselgrubber + Sämaschine.
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Re: Absterben von Weizen nach Direktsaat im Rotschwingelbestand

Beitrag von Sevib » Mittwoch 24. März 2010, 10:28

Wenn der Boden vernünftig Frostgar ist, sollte eigentlich auch eine Direktsaat kein Problem sein. Die allelopathischen Stoffe müssten mittlerweile komplett ausgewaschen sein. Dem Roggen z.B. sagt man eine 30 bis 60tägige Allelopathie nach dem Abtöten nach.
Siehe:http://newfarm.rodaleinstitute.org/dept ... s_dw.shtml

Schnecken würde ich ausschließen, auch wenn der Boden nicht gefroren war, ist es unter dem Schnee ziemlich genau 0°C. Ich kann mir kaum vorstellen, dass bei solchen Temperaturen die Schnecken viel wegfressen, insbesondere bei Getreide.

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