round-up.......doch nicht das wahre?

low-tiller
Beiträge: 164
Registriert: Dienstag 14. Oktober 2008, 05:39
Wohnort: niedersachsen südliche lüneburger heide

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von low-tiller » Mittwoch 1. Februar 2012, 17:07

ulikum hat geschrieben:Hallo,
wer hat in der neusten DLG- Mitteilung den Beitrag über das Glyphosat gelesen
und wie denkt Ihr darüber?


Nachdenklich hat mich die Menge an Wirkstoff gemacht die jährlich in Deutschland aufgebracht wird.
Auch die Steigerung des Verbrauchs um ca 35% an Glyphosat in den letzten 10 Jahren lässt so mache Frage aufkommen, besonders wenn man bedenkt das man
der Direktsaat ja gerne bei Diskussionen einen hohen Verbrauch an Glyphosat zuschieben möchte.

Nur das Argument Kosteneinsparung wird meiner Ansicht nach über kurz oder lang zu einem Verbot des Wirkstoffes führen.
hallo,
ich habe ihn nicht gelesen , weil ich leider keinen zugang mehr zu dieser zeitschrift habe ,
aber eine meinung habe ich trotzdem !
solange eine glyphosatbehandlung in der praxisüblichen dosierung von ca. 3l/ha die billigste aller ps-maßnahmen wärend der gesammten vegetationperiode ist , wird der verbrauch sich in nächster zeit eher erhöhen als verringern .
will sagen , wenn der liter 20 euro kostet , dann lassen die intensivbearbeiter die finger von diesen unsäglichen prophylaxespritzungen zwischen den bearbeitungsgängen .
auch eine zulassungsbeschränkung würde zu einem verantwortungsvolleren umgang dieses wichigen wirkstoffs beitragen .

gruß jürgen
nord-östliches niedersachsen , leichter heidesand grundwasserfern und flußmarsch grundwassernah , bis auf neu übernommene flächen 100 % notill , scheibendrille mit unterfußdüngung und 25cm reihenabstand , low-tech und low-input .

Kohl
Beiträge: 193
Registriert: Montag 13. Oktober 2008, 12:08

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von Kohl » Mittwoch 1. Februar 2012, 20:51

Ein Lob an die DLG-Mitteilungen. Ein diskussionswürdiges Thema wird in mehreren Artikel beleuchtet, auch Probleme werden nicht ausgeblendet.

Die wirtschaftlichen Zwänge haben in den letzten Jahren zu einer deutlichen Zunahme der chemischen Bodenbearbeitung geführt.
Hauptsächlich in Verbindung mit unterschiedlichen Intensitäten der Mulchsaat. Da Direktsaat derzeit und wohl auch in absehbarer Zukunft keine wesentlichen Flächenzuwächse erwarten lässt, ist sie weniger Ursache für hohen Glyphosteinsatz.

Andere ackerbauliche Probleme (Schnecken,Mäuse,Stohrotte,.........) zeigen uns allerdings auch sehr deutlich und finanziell teilweise schmerzhaft, wo die Grenzen des Glyphosateinsatzes liegen.

Ein Verbot des Wirkstoffes wird wohl eher durch (teilweise berechtigt) negative Schlagzeilen aus Regionen kommen, in denen RR-Saatgut den Markt beherscht.
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
50% Wintergetreide, 50% Silomais,
100% Zwischenfrüchte nach Getreide

York-Th. Bayer
Beiträge: 285
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 22:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

ZDFzoom: Das stille Gift

Beitrag von York-Th. Bayer » Donnerstag 9. Mai 2013, 10:41

aktuell im ZDF:
ZDFzoom: Das stille Gift
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/ ... tille-Gift
York-Th.
Landwirtschaft mit Passion

York-Th. Bayer
Beiträge: 285
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 22:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

gerade im Radie........

Beitrag von York-Th. Bayer » Donnerstag 9. Mai 2013, 12:44

.....www.Dradio.de
Unter: die Reportage
Bauer gegen Riese
Paul Francois klagt gegen den US-Agrarkonzern Monsanto
Von Margit Hillmann
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/diereportage/
auf der rechten Seite gibt es eine MP & Flash Version.

Und das mit keine runterstellt das ich das Suche.
York-Th.
Landwirtschaft mit Passion

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 9. Mai 2013, 20:20

Was mir nur etwas seltsam erscheint, ist das im hochgewachsenen Tabak Roundup gespritzt wird. Dabei gibt es meines Wissens gar keinen Roundup-Ready Tabak; die Raucher würden dann wahrscheinlich auf die Barrikaden gehen! Wenn man Roundup spritzt und den Tabak nicht sorgfältig abschirmt, dann würde auch der Tabak eingehen. Möglicherweise spritzt der Farmer etwas anderes, etwa ein selektives Mittel oder ein Fungizid/Insektizid. Normalerweise wird zum Tabak auch in Argentinien vor der Pflanzung bearbeitet und gehackt, so dass man man da auch nicht zwingend Glyphosat in hohen Dosen einsetzen muss.
Aber egal was man spritzt, kein Pflanzenschutzmittel sollte ohne geeignete Schutzvorkehrungen eingesetzt werden. Die meisten professionellen Farmen in Argentinien dürften mit der gleichen Sorgfalt wie die Landwirte in Europa arbeiten, auch im Bereich des Pflanzenschutzes.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

York-Th. Bayer
Beiträge: 285
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 22:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von York-Th. Bayer » Samstag 11. Mai 2013, 11:08

na ja Dr. Steinert,
dann frage ich mich wieso dann in F., siehe Radio Beitrag, Landwirte erfolgreich bei PSM Unternehmen ihre "Krankheiten" gelten machen konnten?
Wie gesagt ich denke das man vielleicht doch mal etwas zu einem diff. Ansatz kommen sollte.
Die Zunahme an div. Krankheiten, gerade in der jüngeren Bevölkerung, hat sicherlich auch einen Ursprung. Und gleich die PSM einen "Persilschein" auszustellen, denke mal das dazu es keinen Anlass gibt.
Machen Sie mal eine kleine Google Suche zum Thema Einsatz von PSM im Kaffeeanbau. Da wird noch mit Funigiziden auf die in der sonne trocknenden Bohne gehalten. Argument der Röster: nach dem Rösten kann man nichts mehr messen. Das bezweifele ich auch nicht, aber wird nach den Abbauprodukten gesucht?
Nach dem Einsatz von Glyphosat findet man im Boden auch kein Glyphosat, wohl aber bekannte "Abbauprodukte". Nur wurde deren "Toxizität" auch so gründlich untersucht?
Auch wenn ich dies hier Schreibe heißt das nicht das ich gegen PSM bin. In diese Schublade lass ich mich nicht stecken.
York-Th.
Landwirtschaft mit Passion

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 13. Mai 2013, 09:27

Nicht umsonst gibt es ja die Stichworte "gute fachliche Praxis" und "integrierter Pflanzenschutz", mit denen man den Einsatz von PSM auf ein Minimum begrenzen möchte. Alternative zum Glyphosateinsatz ist eine möglichst flache, aber ganzflächige Bearbeitung, bei der das Mulchmaterial weitgehend an der Bodenoberfläche verbleibt. Hier gibt es noch einigen Verbesserungsbedarf, denn die meisten Geräte haben eine intensive Mischwirkung. Ein hoher Humusgehalt, eine hohe biologische Aktivität und ein optimaler pH-Wert führen zu einem schnellem Abbau der Wirksubstanz, während es auf sauren und humusarmen Böden zu Verzögerungen kommt.
Was in Zukunft sicher noch zur Disposition stehen wird, ist der Einsatz von Glyphosat zur Vorerntebehandlung, denn hier gelangen doch unverhältnismäßig große Mengen in die Nahrung bzw. ins Futter - was bei einer Vorsaatanwendung nicht der Fall ist.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

Bayer40
Beiträge: 78
Registriert: Freitag 31. Oktober 2008, 10:42

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von Bayer40 » Freitag 6. Oktober 2017, 09:33

Hallo zusammen,
eine frage an die Runde....
Nachdem sich das Thema Glyphospat die nächsten Jahre erledigen wird, gibt es schon alternativen??
Finalsan wäre eine, aber der Preis... 30 lt. Gebinde der Lt. 8,40€ und dann noch 16%ig anzuwenden...
freue mich auf Antworten.
Grüße aus Bayern

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: round-up.......doch nicht das wahre?

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 10. Oktober 2017, 12:33

Wie es aussieht, gibt es zum Glyphosat derzeit keine gleichwertige Alternative. Das Finalsan ist wohl eher was für den Gartenbereich, für den Ackerbau soll Beloukha mit demselben Wirkstoff Pelargonsäure zugelassen werden:

https://www.pfluglos.de/nachrichten/bio ... ergestellt

Allerdings sind das reine Kontaktmittel, die eben nur bedingt gegen Wurzelunkräuter helfen; durch die hohen Aufwandmengen wird eine Behandlung wahrscheinlich auch ziemlich teuer bleiben.
Auch das Basta war eine Alternative, dessen Zulassung allerdings ebenfalls ausgelaufen ist und wo es ebenfalls ökotoxikologische Bedenken gibt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Glufosinat

Als Alternative dazu würde ich für den Ackerbau diverse Wirkstoffkombinationen (z. B. Gräsermittel/Wuchsstoff) sehen, die eine sehr breite Wirkung haben und damit ähnlich wie Glyphosat wirken könnten; bisher ist dazu offenbar noch nichts zugelassen worden. Von den Kosten und der Rückstandsproblematik wäre das aber sicher nicht günstiger als Glyphosat.

Hier außerdem ein Bericht aus dem Weinbau, wo Glyphosat-Alternativen erläutert werden:

https://www.lwg.bayern.de/mam/cms06/wei ... phosat.pdf
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

Antworten