Kurzscheibenegg

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Manuel Liebhart
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Kurzscheibenegg

Beitrag von Manuel Liebhart » Sonntag 9. September 2012, 06:31

Hallo!
Bin am überlegen mir eine kurzscheibenegg zu kaufen!
Da es ja viele Anbieter gibt wollt ich mal fragen was ihr so für Erfahrungen
habt bezüglich Marke, arbeitsqualität .......
Mfg

Kohl
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Kohl » Montag 10. September 2012, 09:56

Hallo Manuel,

wir arbeiten seit 2006 ausschliesslich mit Kurzscheibeneggen in der Bodenbearbeitung.
Erster Fehlkauf war ein osteuropäisches Gerät, welches wir in der ersten Saison zerlegt hatten. :shock:
2007 kam die erste Amazone Catros 3 m auf den Hof. Die Maschine hat mittlerweile etwa 2.500 ha bearbeitet und dabei wurden die Scheiben der ersten Reihe zweimal gewechselt und die hintere Reihe einmal. Materialkosten etwa 1.000 € gesamt.
Da wir teilweise extremen Steinbesatz haben (letzte Woche hatten wir wieder eine Steinfräse im Einsatz) sind in der Zeit zwei Scheibenlager abgerissen, Kosten etwa 150 €/Stück. Ein Anschweisen wär wohl möglich gewesen, aber wir hatten Bedenken, ob wir den Anstellwinkel passend treffen würden.

Im Frühjahr war das erste Lager defekt, ich wollte den Teilepreis erst nicht glaben: nur etwa 11€ für ein Lager das 1.300 h im härtesten Einsatz gelaufen ist.

Sehr wichtig ist die hydraulische Höhenverstellung der Walze. Je nach Bodenart und Geschwindigkeit mach eine kleine Korrektur der Arbeitstiefe eine wesentliche Änderung des Arbeitsergebnisse aus.
Je nach Händler vor Ort wär die französiche Agrisem oder eine Väderstadt eine Alternative. Bei beiden Maschinen sind aber die Ersatzteilpreise nach einigen Jahren wohl wesentlich höher.

Mein Fazit: wenn es ins Anbausystem passt, gibt es kaum eine günstigere Variante der Bodenbearbeitung als mit einer guten KSE!

Da unsere Scheibeneggen auch in der Vermietung arbeiten haben wir uns im letzten Jahr eine zweite Catros gekauft.
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
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Manuel Liebhart
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Manuel Liebhart » Mittwoch 12. September 2012, 18:36

Hallo
Danke für deine Erfahrungen!
Die Väderstad Carrier kommt bei mir in die engere Auswahl nur bin ich mir noch nicht sicher wie die Rückverfestigung so ist!
Sonst schaut sie sehr gut aus da man einen Striegel oder eine messerwalze davor einbauen kann!
Vielleicht hat ja noch jemand Erfahrungen

Mfg

Kohl
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Kohl » Mittwoch 12. September 2012, 20:02

Die Stahlwalze der Carrier macht eine gute Arbeit und ist vor allem unter feuchten Bedingungen oder beim Gülle/Klärschlamm einarbeiten nicht so empfindlich mit dem Verkleben.
Eine optimale Arbeit macht eine KSE aber grundsätzlich unter eher trockenen Bedingungen.

Striegel oder Messerwalze sehe ich wegen der Geschwindigkeiten als problematisch an.
15-18 kmh sind mit einer Solo KSE gut machbar. Die beiden Vorbaugeräte wären wohl mit
6-10 kmh besser bedient.
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Michl
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Michl » Freitag 14. September 2012, 20:31

Guten Tag Herr Kohl, Sie schreiben das Sie sehr hohen Stein Besatz haben.
Wir arbeiten mit einem Horsch Grubber, der Stein Besatz nimmt immer mehr zu glauben Sie das eine KSE weniger Steine nach oben bringt als ein Grubber ?
Wie tief ist ihre Bearbeitungstiefe?
Haben Sie Probleme mit "Kopflastigen Böden" ?

Mit freundlichen Grüßen
100% Mulchsaat, Horsch FX 3, Bayern Jura

Kohl
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Kohl » Freitag 14. September 2012, 21:06

Michl hat geschrieben:Guten Tag Herr Kohl, Sie schreiben das Sie sehr hohen Stein Besatz haben.
Wir arbeiten mit einem Horsch Grubber, der Stein Besatz nimmt immer mehr zu glauben Sie das eine KSE weniger Steine nach oben bringt als ein Grubber ?
Wie tief ist ihre Bearbeitungstiefe?
Haben Sie Probleme mit "Kopflastigen Böden" ?

Mit freundlichen Grüßen
Hall Michl,

ich denke in einem Forum wie diesem sollten wir beim Du bleiben.

Auf etwa 10 % der Flächen ist der Steinbesatz sehr hoch. Pflügen war früher nur mit Steinsicherungen möglich und bei Grubbern mit Abscherrschrauben stand man andauernd neben dem Grät und wechselte Schrauben.
Ein Kollege in der Nähe hat Steinrechen und Steinzertrümmerer angeschafft. Jetzt versuchen wir jährlich zwei-drei ha an der Oberfläche von den großen Steinen zu befreien.

Vor der KSE setzten wir einen Grubber mit gefederten Scharen ein. Ein Grubber holt definitiv mehr Steine an die Oberfläche als eine KES und im Gegensatz zum Pflugt vergräbt er sie kaum. Mir sind Betriebe bekannt, die in den 90 Jahren mit Mulchsaat auf Grubberbasis angefangen habne und nach einigen Jahren wieder zum Pflug gegangen sind, da der Steinbesatz an der Oberfläche zu hoch war.
Wir haben einen einfachen Fruchtwechsel mit Silomais und Weizen/Roggen mit anschliessender Zwischenfrucht und kommen mit Bearbeitungstiefen von max.10 cm gut klar.

Gerste haben wir aus dem Anbau genommen, da erstens die Wurzeln auf eine tiefere Lockerung angewiesen sind und zweitens dir Trespen zu große Probleme verursachten.

Kopflastigkeit sehe ich nicht als Problem. Durch hohe Anteile an organischem Material bearbeitet sich der Boden sehr gut. Deutliche Verbesserungen wurden etwa 5 Jahre nach dauerhaftem Pflugverzicht sichtbar.
Da wir aber durch Silomaisanbau und jährliche Gärrestausbringung hohe Fahrspurbelastungen der Flächen haben, wird eine Direktsaat keine Option sein.
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
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100% Zwischenfrüchte nach Getreide

ulikum
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von ulikum » Montag 24. September 2012, 13:02

Kohl hat geschrieben:
.............
Vor der KSE setzten wir einen Grubber mit gefederten Scharen ein.
Ein Grubber holt definitiv mehr Steine an die Oberfläche als eine KES und im Gegensatz zum Pflugt vergräbt er sie kaum. Mir sind Betriebe bekannt, die in den 90 Jahren mit Mulchsaat auf Grubberbasis angefangen habne und nach einigen Jahren wieder zum Pflug gegangen sind, da der Steinbesatz an der Oberfläche zu hoch war.
Wir haben einen einfachen Fruchtwechsel mit Silomais und Weizen/Roggen mit anschliessender Zwischenfrucht und kommen mit Bearbeitungstiefen von max.10 cm gut klar.

Gerste haben wir aus dem Anbau genommen, da erstens die Wurzeln auf eine tiefere Lockerung angewiesen sind und zweitens dir Trespen zu große Probleme verursachten.

Kopflastigkeit sehe ich nicht als Problem. Durch hohe Anteile an organischem Material bearbeitet sich der Boden sehr gut. Deutliche Verbesserungen wurden etwa 5 Jahre nach dauerhaftem Pflugverzicht sichtbar.
Da wir aber durch Silomaisanbau und jährliche Gärrestausbringung hohe Fahrspurbelastungen der Flächen haben, wird eine Direktsaat keine Option sein.
Gibt es auch Bilder zu dem Verfahren?
es würde mich schon mal interessieren wie so etwas optisch aussieht.
nach einem Durchgang mit dem Grubber und anschließender KSE
was bleibt dann noch an der Bodenoberfläche an Ernterückständen übrig?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

Kohl
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Re: Kurzscheibenegg

Beitrag von Kohl » Dienstag 25. September 2012, 07:47

Hier liegt wohl ein Verständnisproblem vor.

Wenn ich schreibe: Vor der KSE setzten wir einen Grubber mit gefederten Scharen ein.
soll das heißen , in den Jahren bevor wir die KSE hatten.

Weniger Bodenbearbeitung als in unserem Betrieb gemacht wird, ist nur mit reiner Direktsaat möglich.


Und Bilder von dem Grubber will kein Mensch sehen :mrgreen: alle vergleichbaren Teile sind längst verschrottet, aber um bei der Steinentfernung zwei ha im Jahr zu bearbeiten, reicht der allemal.
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