Aussaat Zwischenfrüchte

Konrad Steinert
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Re: Aussaat Zwischenfrüchte

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 12. August 2016, 09:12

Normalerweise berechnet man das Mischungsverhältnis so: Normsaatstärke einer Komponente, geteilt durch die Anzahl der Komponenten; in diesem Fall also durch 5 geteilt bzw. 20 % der Normsaatstärke.

Hier mal für das Beispiel als Tabelle dargestellt (kann man hier nur schlecht einfügen):

volle Saatstärke anteilig
kg/ha 20%
Meliorationsrettich; 7; 1,4
Sareptasenf;5;1,0
Hafer ;120 ; 24,0
Phacelia ; 12 ; 2,4
Buchweizen ; 60 ; 12,0

Hafer, Phacelia und Buchweizen wären also in der ursprünglichen Mischung mit erhöhter Saatstärke dabei.
Angesichts des relativ späten Saattermins und der Höhenlage wäre das aber nicht unbedingt falsch.
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Re: Aussaat Zwischenfrüchte

Beitrag von Bayer40 » Freitag 12. August 2016, 12:17

Hallo, danke für die erklärung zur zusammenstellung.

Der Buchweizen,Hafer und Phacelia wurden erhöht, da dies die günstigsten Komponenten sind
und dadurch die Aussaatstärke pro Ha relativ günstig erhöht werden kann.
Ich habe die Beobachtug gemacht das mit der Grubbersaat (Drillbox) ein Teil nicht aufläuft oder Jungpflanzen von
den Schnecken gefressen werden.
Mit der höheren Aussaatmenge soll die Bestandesdichte abgesichert werden damit der Bestand nicht lückig wird und
im Frühjahr dann viel Altverunkrautung am Feld ist.

Was mich noch interessieren würde:
Wie seht ihr die Kombination der Komponenten?? (Wurzelhorizonte, Oberflächenbewuchs)
Passt das so oder würdet Ihr noch was dazugeben??

Grüße aus dem Nass kalten Bayern....

Konrad Steinert
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Re: Aussaat Zwischenfrüchte

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 12. August 2016, 18:56

Leider muss man sagen, dass bisher bei abfrierenden Zwischenfrüchten noch kein Patentrezept für Saaten gegen Ende August vorhanden ist, erst recht nicht in Vorgebirgslagen. Viel Biomasse und Bodenlockerung durch Zwischenfrüchte darf man angesichts der kurzen Vegetationszeit nicht mehr erwarten - vielleicht gibt es ja einen langen und warmen Herbst, aber das ist eben Glückssache.
Es geht dabei offenbar auch nicht ohne Kruziferen wie Senf oder Ölrettich, die sich aber mit dem evt. in der Fruchtfolge stehenden Raps nicht vertragen. Phacelia kommt nur relativ langsam in Gang und Buchweizen ist eher wärmeliebend, ist also auch nicht unbedingt was für Spätsaaten.
Ich würde es mal mit Ölrettich versuchen, am besten mit glucosinolathaltigen Sorten wie Defender oder Contra, die Senföle wirken vorbeugend gegen Schneckenfraß und diese Sorten sind auch nur wenig anfällig für Krankheiten wie Kohlhernie. Außerdem haben diese Sorten auch eine schöne Pfahlwurzel.
Einzige Alternative dazu wären Getreidearten wie (Sommer-)Roggen und Hafer, die noch weit bis in den Herbst hinein wachsen.
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