Zwischenfrucht Saat

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Michl
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Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Michl » Samstag 1. Juni 2013, 19:18

Was ist die beste möglichkeit einen schönen Zwischenfruchtbestand im Winterweizen zu bekommen abgesehen von Grubbern und dann mit Kreiselegge und Sähmschine?



1. einige wochen vor der WW ernte mit Düngerstreuer die ZF in den Bestand streuen damit
die ZF bei der Ernte schon aufgelaufen ist


2.Bei der Ernte unter dem Schneidwerk die ZF sähen damit sie vom Häcksler mit Stroh
bedeckt wird


3. Grubber mit aufgebautem ZF- streuer


Variante 1 würde mir am besten gefallen wer kann mir da tipps geben?

Fruchtfolge: WW, ZF, WW, ZF, Soja bzw. Raps bzw Kö Mais

Konrad Steinert
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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Konrad Steinert » Samstag 1. Juni 2013, 21:32

Eine pauschale Empfehlung ist schwierig, da es auf die Art der Zwischenfrucht und die jeweilige Witterung ankommt. Prinzipiell ist die Saat mit der Sämaschine die sicherste Art, die Zwischenfrucht zu etablieren. Bei Vorernte- und Mähdruschsaat muss man überdies auf eine vielleicht erforderliche Bodenlockerung verzichten.

Die Vorerntesaat hat sich bisher nicht recht durchsetzen können. Wenn sich die Ernte verzögert, kann es Probleme mit der durchwachsenden Zwischenfrucht geben, z.B. mit Senf. Auch beim Drusch kann es zu Schäden an der Zwischenfrucht durch Befahren oder Strohbedeckung kommen. Die Mähdruschsaat hat sich jedoch bei einzelnen Landwirten inzwischen bewährt.

Weit verbreitet und gut bewährt ist der Streuer auf dem Grubber. Das Saatgut sollte möglichst vor der Walze abgelegt werden, eventuell muss danach noch einmal separat angewalzt werden.

Es gibt noch weitere Alternativen wie z.B. die Striegelsaat, die etwa der Mähdruschsaat gleichkommt, aber das Hantieren mit Streuer und Saatgut beim Drusch vermeidet.
Oder es wird eine Direktsaatmaschine auf der Stoppel eingesetzt, wenn möglich mit Zinkenschar wie z.B. Köckerling Ultima oder ähnliches. Dann ist ebenfalls eine sehr hohe Aufgangssicherheit zu erreichen.

Jedenfalls muss die Zwischenfrucht unmittelbar nach dem Drusch in den Boden, ehe dieser austrocknet! Also nicht erst grubbern - 10 Tage warten bis Ausfallgetreide aufgelaufen - noch mal grubbern und dann Kreiselegge und Saat, wie in der Praxis oft zu beobachten. Nach dem Drusch hat das Getreide in der Regel eine Keimruhe, was der Zwischenfrucht einen Vorsprung verschaffen kann.
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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von York-Th. Bayer » Dienstag 4. Juni 2013, 21:09

Sie haben die Qual der Wahl:
http://vimeo.com/32137751
Bei Ihrer Fruchtfolge wird es nicht die "goldene Kugel" für die Saat der ZF geben.
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Michl
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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Michl » Mittwoch 5. Juni 2013, 20:18

Danke für die informationen
100% Mulchsaat, Horsch FX 3, Bayern Jura

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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Gonzo » Mittwoch 7. August 2013, 22:06

In diesem Jahr haben wir nach der Wintergerste drei Varianten der Aussaat ausprobiert:
1. Vorerntesaat mit einem Pneumatikstreuer (ca. 2 Wochen vor dem Drusch)
2. Direktsaat direkt nach dem Drusch
3. Flache Einarbeitung mit einem Bomford Dyna Drive.

Bis jetzt gefällt mir keine dieser Varianten.
Die Ausfallgerste entwickelt sich dagegen bestens...

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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 8. August 2013, 19:06

Der Getreidedurchwuchs ist ganz sicherlich eines der größten Probleme beim Zwischenfruchtanbau. Die herkömmlichen Empfehlungen - entweder nach wendender Pflugfurche säen oder mehrmalige Stoppelbearbeitung mit entsprechenden Wartezeiten - kommen bei Mulchsaat an sich nicht in Frage. Das trifft vor allem für die leguminosenreichen Gemenge zu, die dann oft im Ausfallgetreide untergehen.
Einziger Ausweg wäre in diesem Fall der Einsatz eines Gräsermittels, das schon in relativ geringer Aufwandmenge Ausfallgetreide und Ungräser stoppt.
Wie sind eure Erfahrungen damit oder gibt es andere Wege, gute Zwischenfrüchte pfluglos ins Feld zu stellen?
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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von David Galle » Freitag 30. August 2013, 15:05

Ausfallgetreide in Zwischenfrüchten,
wenn man das Ausfallgetreide mit einem Gräser-Mittel beseitigen wollte, welches käme in Frage?
Wie hoch sollte die Aufwandsmenge dabei sein?
Könnte eine Zwischenfrucht, die aus mehreren Zwischenfrüchten (z.B. Erbsen, Klee, Phacelia, Sonnenblumen, Wicken, Hafer u.s.w.) besteht Schaden nehmen?
David

wer immer nur in andere fußspuren tritt, wird nie eine eigene hinterlassen.

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Re: Zwischenfrucht Saat

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 30. August 2013, 17:27

Im Prinzip können Sie alle üblichen Graminizide verwenden, wie Focus Ultra, Fusilade Max, Agil S, Gallant Super, Select 40, Panarex, Targa Super oder Select 240 EC. Offiziell zugelassen sind diese allerdings in der Regel nur für Reinsaaten wie Ackerbohnen, Futtererbsen, Raps, Sonnenblumen oder Zierpflanzen. Es wäre jedenfalls sehr zu begrüßen, wenn wenigstens ein Graminizid zum Einsatz in Zwischenfrüchten zugelassen würde - wenn es schon Zulassungen für "Zierpflanzen" allgemein gibt.
Bei rechtzeitiger Anwendung gegen Ausfallgetreide (Zwei- bis Dreiblattstadium) sollte eine relativ geringe Dosierung ausreichen, wie z.B. 0,5 l/ha Agil S, um das Ausfallgetreide zu stoppen und der Zwischenfrucht einen ausreichenden Vorsprung zu verschaffen.
Der Anteil an Gräsern bzw. Getreide wie Hafer in den Mischungen geht dabei natürlich ebenfalls drauf.
Aber er ist meist ohnehin nur gering und das muss wohl verschmerzt werden. Aber für alle Leguminosen, Kruziferen, Korbblütler, Buchweizen und Phacelia sind die oben genannten Produkte gut verträglich, vor allem in niedriger Dosierung.
Dr. Konrad Steinert
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