Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

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piotri
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Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von piotri » Sonntag 4. November 2012, 14:34

Hallo

Irgendwie ist es mir ein Dorn im Auge das vor Weizen nach Raps keine Zwischenfrucht steht. Ich habe dieses Jahr beobachtet Das die Peluschke sehr viel Biomasse( sehr gute Unkrautunterdrueckung) in den zwei Monaten bilden kann. Ueberlegung ist nach dem Rapsdrusch Peluschke zu drillen ( mit der Ultima erfolgreich praktiziert). Spaeter walzen und direkt Weizen rein. Fragen:
- Reicht eine Cambridgewalze dazu aus oder muss es eine Messerwalze sein um den Peluschkenbestand sicher abzutoeten?
- wird Die Ultima nicht verstopfen wenn ich in die gleiche Richtung Saehe wie walze ? Reicht es aus?

Ich koennte auch alles abschpritzen aber gerade dass will ich mir durch diese Massnahme ersparen.

Gruss Piotrek

Konrad Steinert
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 4. November 2012, 18:14

Der Peluschkenbestand muss an sich nicht vollständig abgetötet werden. Wenn ein Teil der Erbsen überleben sollte, erfrieren diese spätestens beim ersten scharfen Frost.
Trotzdem ist bei Peluschken eine Messerwalze notwendig, da die Pflanzen am Boden liegen und ein einfaches Überrollen wenigstens teilweise überstehen.
Das Walzen funktioniert nur gut bei bei bestimmten Arten und Sorten (z.B. Futterroggen und anderes Getreide, Senf und andere Kruziferen, Sonnenblumen, Ackerbohnen), die dazu auch im Stadium der Vollblüte sein sollte - bei zu frühem Einsatz treiben die Pflanzen wieder durch. Problematisch sind deshalb verunkrautete Zwischenfruchtbestände, Getreidedurchwuchs und uneinheitlich entwickelte Zwischenfrüchte. Ein Gemenge müsste dementsprechend angepasst sein!
Ein Zinkenscharmaschine wie die Ultima dürfte mit den langen Erbsenranken sehr schnell Probleme bekommen. Um den Einsatz eines Mulchers wird man deshalb wohl nicht herumkommen, oder es ist ein Arbeitsgang mit der Kurzscheibenegge bzw. dem Zinkenrotor erforderlich. Beim Einsatz einer schweren Scheibenscharmaschine sind dagegen kaum Probleme zu erwarten, außerdem werden die Bestände dabei gleich heruntergedrückt.
Ich würde beim Winterraps als Zwischenfrucht eher zum Hafer tendieren, der fruchtfolgetechnisch auch gut zum Weizen passt und von den Saatgutkosten her günstiger ist. Der Durchwuchsraps könnte dann mit einem günstigen Wuchsstoffmittel herausgespritzt werden.
Am einfachsten wäre es, den Ausfallraps einfach stehen zu lassen, was einige Wasserschutzverbände tatsächlich empfehlen. Hinsichtlich der Ackerhygiene ist davon aber dringend abzuraten. Ähnlich zu beurteilen sind aber auch mit Durchwuchsraps besetzte Zwischenfruchtbestände!
Dr. Konrad Steinert
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piotri
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von piotri » Samstag 1. Dezember 2012, 19:00

HAllo nochmal.

Ok. Also direkt rein drillen sollte eigentlich nicht gehen. Aber man könnte doch es einarbeiten mit einer Scheibenegge oder Grubber. Aber da habe ich auch noch bedenken?
-
  • Wird der Auflauf des Ausfallrapses nicht gestoert, wenn ich die Peluschke flach reindrille(um di 2 cm- flache Ablage mit der Ultima kein Problem)?
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  • Wird dann die Ablage nicht zu flach für die Peluschke ausfallen?
-
  • Unterdrückt mir der Ausfallraps die Peluschke nicht zu stark?
-
  • Mit wie viel N kann ich bei 2 Monaten Vegetation rechnen(Peluschke beginnt das Blühen)?
Ich könnte auch mit der Einsaat ein bisschen warten und nach zwei Wochen Drillen um die erste Auflaufwelle zu beseitigen aber eigentlich will ich das für die Vegetation so viel Zeit wie möglich bleibt.

Vielleicht konnte ich doch in den Peluschkenbestand direkt reindrillen aber da brauchte ich so ein scheibensech an der Druckrolle wie es die AT hatte. Aber das ist im moment zu viel Bastelarbeit.

Konrad Steinert
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 2. Dezember 2012, 17:56

Damit wir uns nicht falsch verstehen - die Peluschke können Sie wahrscheinlich mit der Ultima problemlos in die Rapsstoppel säen. Wo die Probleme bestehen, ist die Einsaat des Weizens in die Erbsen, da die Ranken dann 50-70 cm lang sind und mit Sicherheit die Maschine zusetzen.
Wenn Ihnen keine Scheibenscharmaschine zur Verfügung steht, müssten Sie den Bestand zuvor mit einem Mulcher zerkleinern, dann können Sie den Weizen störungsfrei mit der Ultima einsäen.
Von einer Stoppelbearbeitung mit Grubber oder Scheibenegge zur Bekämpfung des Ausfallrapses möchte ich abraten, da so zu viel Zeit verloren geht, ehe der Ausfallraps aufgeht. Peluschken sollten mindestens 8 Wochen Vegetationszeit haben!
Sie können natürlich die Kurzscheibenegge einsetzen, um die lange Rapsstoppel zu zerkleinern und dann aber sofort säen.
Vor dem Weizen können Sie auch die Kurzscheibenegge einsetzen, um die Erbsen niederzumulchen - möglichst schräg oder quer zur Saatrichtung und möglichst flach. Vom Grubber würde ich abraten, da sich dann viel faulendes Material im Saathorizont befindet und die Keimung stört.
Generell ist der Ausfallraps ein großes Problem, ob nun mit oder ohne Stoppelbearbeitung. Die Ultima bewegt ohnehin soviel Boden, dass der Ausfallraps ideale Keimbedingungen findet.
Es ist daher generell problematisch, nach Raps noch eine Zwischenfrucht zu etablieren- es sei denn man macht eine sauber wendende Pflugfurche.
Daher der Hinweis mit dem Hafer, in dem sich der Ausfallraps mit günstigen Wuchsstoffmitteln beseitigen lässt. Wenn es Peluschken sein sollen, müssten Sie auf Basagran zur Unterdrückung des Ausfallrapses zurückgreifen, eventuell auch Boxer im Vorauflauf.
Gut entwickelte Futtererbsen können in der Vollblüte etwa 70-90 kg/ha Stickstoff fixieren.
Dr. Konrad Steinert
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Stephan Frank
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von Stephan Frank » Sonntag 2. Dezember 2012, 18:13

Hallo,

zum Thema mit der Ultima in die Zwischenfrucht drillen habe ich auch etwas bei zu steuern....
Ich experimentiere schon einige Jahre mit Minimalbodenbearbeitung rum und nutze als Drillmaschine eine 4m Köckerling Ultima der 1. Generation.

Ich hoffe das mit den Bildern klappt...

Bild
WW einsaat in Erbsen ende September, Bestand ca. 60cm hoch.
Bild
WW einsaat in Zwischenfrucht Terralife N-Fixx, Bestand ca. 110cm!
Bild
Gleiche Feld nur von der anderen Seite. ;)

MfG

piotri
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von piotri » Sonntag 2. Dezember 2012, 20:04

Hallo

Also das einsaehen in die Rapstoppel wird bestimmt gehen. Ich praktiziere schon seit 2 Jahren die Zwischenfruchtsaat mit der Ultima direkt in die Weizen und Hirsenstoppel mit bestem Erfolg. Die Maschine ist mit den Gaensefussschaaren von HTU ausgeruestet um eine sehr flache(2cm-garantiert durch die Fuehrungsrolle), ganzflaehige Bodenbearbeitung durchzufuehren( brechen der Kapilaritaet).
Eigentlich gibt ez zwei bedingungen:
  • - kein Lager und kurze Stoppel
  • - die Ernterueckstaende muessen trocken sein, sonst gibt es verstopfungen
Zu dem Hafer:
  • - keine N fixierung
  • - Viel dichteres und feines Wurzelwerk als bei der Peluschke - viel warscheinlichere Beschaedigung der Weizenkeimlinge durch die Glyphosatbehandlung
Wenn ich mir dieses Video anschaue http://www.youtube.com/watch?feature=en ... bjDy0&NR=1
dann sollte die einsaat in den Peluschkenbestand funktionieren, wenn:
  • - Wenn ich ein Scheibensech an die Fuehrungsrille einschweisse, wie bei der alten AT
  • - Das Saehschaar so schmaal wie moeglich ist (habe schon Ehrfahrungen mit Allrounderschaar an der Ultima-breit wie die Grindel und dreieckige Form ergibrmindestens 40 % weniger Bodenbewegung
Das bedeutet aber Bastelstunde, fuer die ich nicht die Zeit und oertlichkeiten habe. Vieleicht spaeter mal.

Gruss Piotrek

piotri
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Re: Weizen nach Raps - Peluschke als Zwischenfrucht?

Beitrag von piotri » Sonntag 27. Oktober 2013, 18:51

Hallo

Ein Endbericht.

Die Paluschke wurde bei der Stoppelbearbeitung mitausgesaeht - sie hat keine Chance gegen den frohwuehsigen Ausfallraps.

Wieder was dazugelernt.

Ich glaube fast , das nur eine Untersaat erfolg haette - durch den Entwicklungsvorsprung.
Wurde sowas probiert bei Raps?

Gruss Piotrek

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