Zwischenfrüchte sterben nicht ab

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Kohl
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Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von Kohl » Samstag 7. Januar 2012, 18:30

Hallo,
nach einem verzögerten Start im letzten Herbst, haben sich die Zwischenfruchtmischungen doch noch gut entwickelt.
Lediglich der Sandhafer blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Grund war der zu späte Saattermin.

So wie der Winter sich in unserer Region zeigt, wird es wohl nicht zum Abfrieren von Senf, Ölrettich und Co. kommen. Nicht das erste Mal, aber es tauchen einige Fragen auf.

Wie ändert sich die Stickstoffdynamik unter diesen Bedingungen? Der grüne Bestand dürfte deutlich mehr N binden als ein frühzeitig abgefrorener? Wann sind die Mengen verfügbar?
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Konrad Steinert
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von Konrad Steinert » Samstag 7. Januar 2012, 19:14

Noch ist der Winter nicht vorbei, ein paar harte Frostnächte werden sicherlich in den kommenden Wochen kommen und die Zwischenfrucht erfrieren lassen - vielleicht erst im März. Wenn das nicht geschieht, müsste man dann ähnlich wie bei Winterzwischenfrüchten verfahren und den Aufwuchs etwa bis Ende März behandeln, um unnötig hohe Wasserverluste zu vermeiden.

Unterschiede in der N-Dynamik sind eher gering, weil die Mineralisation in kalten Winter ja auch nicht in Gang kommt. Für die N-Bindung ist vor allem die Biomasseentwicklung von Bedeutung, weniger die Wachstumszeit. Verspätete Mineralisation ist nur dann zu erwarten, wenn der Bestand bis unmittelbar vor der Saat grün bleibt und dann auch noch Mulchsaat ohne Bodenbearbeitung durchgeführt wird. Entscheidender ist, was im Frühjahr passiert, wenn die Temperaturen wieder steigen, wobei Bodenbearbeitung und Zeitpunkt des Abspritzens der Zwischenfrucht von Bedeutung sind.
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ulikum
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von ulikum » Samstag 14. Januar 2012, 18:51

das Problem habe ich leider dieses Jahr auch,
Größtes Problem, der Weizen ist schon gesät und steht wunderbar in Reihe.
Zum Glück habe ich noch einen Teil der Flächen vor dem Regen gemulcht,
sah die ersten Wochen fürchterlich aus, aber jetzt bin ich froh das ich es so gemacht habe.
Frost hatten wir schon im Oktober und November bisher 16 Frostnächte,
die tiefste Temperatur in 2 m höhe lag bei minus 8 Grad, aber der Zwischenfrucht hat das damals nichts ausgemacht.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Kohl
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von Kohl » Montag 30. Januar 2012, 18:59

Ok,
das Problem mit dem "nicht absterben" wird sich im Lauf der Woche wohl erledigen :mrgreen:

Heute haben wir leichten Schneefall bei Temperaturen um die 0°.
Warten wirs ab.....
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von tomte » Dienstag 31. Januar 2012, 19:17

Bei uns hat es sich erledigt - die ganze Woche unter 0°C, gestern Nacht -13°C. Aber so wirklich sicher ob das dieses Jahr noch was wird war ich mir auch nicht...
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von Stefan » Dienstag 7. Februar 2012, 15:51

Also vom Super-Frost der letzten Tage einmal abgesehen, habe ich die tolle Befahrbarkeit genutzt "Herr" über meinen 1,50 m hohen Senf + rübenartigen Ölrettich + Riesenphacelia zu werden. Das fazinierende war allerdings, dass der Senf trotz der Temperaturen immer noch teilweise grün war.
stefan
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Kohl
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von Kohl » Dienstag 7. Februar 2012, 19:10

Ich überlege auch, ob ich die Bestände eventuell walzen soll oder abschleppen soll.Mulchen ist wohl nicht nötig.
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ulikum
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Re: Zwischenfrüchte sterben nicht ab

Beitrag von ulikum » Montag 13. Februar 2012, 16:31

So die Zwischenfrüchte haben nach diesen zwei Wochen Kahlfrost mit bis zu 22 Grad das zeitliche gesegnet.
Aber leider auch ein Teil des Getreides, bes. bei der Gerste wird es Pflanzenausfälle geben.
Kohl hat geschrieben:Ich überlege auch, ob ich die Bestände eventuell walzen soll oder abschleppen soll.Mulchen ist wohl nicht nötig.
wenn es die nachfolgenden Arbeitsgänge und Technik erlaubt würde ich walzen.
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