Sandhafer

Kohl
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Sandhafer

Beitrag von Kohl » Montag 11. Juli 2011, 20:11

Nach einigem Suchen konnte ich mir noch ein wenig Saatgut für diese Saison besorgen.

Allerdings ist das Zeug bei 1,80/kg und empfohlenen 80-100kg/ha wohl etwas zu teuer für den großflächigen Einsatz :(
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Kohl
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Re: Sandhafer

Beitrag von Kohl » Sonntag 18. September 2011, 13:52

Am 26.Juli wurde eine Versuchsreihe von Hand ausgesät.

Zügiger Auflauf, von Anfang an massiver Mehltaubefall auf den unteren Blättern, Rispen sind geschoben, bei einer Bestandshöhe von 1,20-1,40 cm

Etwa 1% der Rispen ist komplett durch Steinbrand zerstört :shock:

Um den 25. August wurde ein weiterer Streifen ausgesät: schwache Entwicklung kaum 10 cm Höhe
:arrow: Saattermin eindeutig zu spät :!:
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joe_d
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Re: Sandhafer

Beitrag von joe_d » Sonntag 18. September 2011, 16:59

Hört sich interessant an was du da machst...super
bei uns in Oberösterreich wars einfach zu naß..... für die Aussaat
ist eine Walztechnik vorgesehen?
lg. Joe
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

Kohl
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Re: Sandhafer

Beitrag von Kohl » Sonntag 18. September 2011, 20:23

Dies war nur ein kleiner Versuch. Ich habe auf 6 ha eine Mischung aus Sommergerste (gebeitzter Saatgutrest war vorhanden) Sandhafer, Sonnenblumen, Wicken,Phacelia in eine Roggenstoppel gedrillt.

Folgefrucht wird Mais sein und die Abtötung (vor allem von Roggen und Ackerfuchsschwanz/Windhalm)im Frühjahr erfolgt mit Glyphos.
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Re: Sandhafer

Beitrag von York-Th. Bayer » Montag 19. September 2011, 07:08

warum Glyphosaat?
Bei reinen Gräsern geht doch sicherlich auch was anderes? Angesichts der Glyphosat Diskussion und berichteten "Problemen" ein Gedanke, oder?
York-Th.
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Re: Sandhafer

Beitrag von Kohl » Montag 19. September 2011, 07:30

York-Th. Bayer hat geschrieben:warum Glyphosaat?
Bei reinen Gräsern geht doch sicherlich auch was anderes? Angesichts der Glyphosat Diskussion und berichteten "Problemen" ein Gedanke, oder?
York-Th.

Welche Mittel?
Vorschläge?
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Konrad Steinert
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Re: Sandhafer

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 19. September 2011, 12:08

Für eine späte Saat Ende August käme auch noch der Sommerroggen in Frage, der ist unempfindlicher gegenüber Krankheiten und wächst auch bei kühler Herbstwitterung noch weiter; auch Sommertriticale scheint geeignet zu sein.

Eine sinnvolle (preiswerte und zugelassene) Alternative zum Glyphosat sehe ich auch nicht; Gräsermittel einzusetzen bringt Probleme hinsichtlich des Resistenzmanagements. Möglicherweise könnte man damit die Zwischenfrucht sauber halten, so dass ein Herbizideinsatz vor der Saat u.U. entfallen könnte. Wenn es Probleme gibt durch Wurzelkontakt, dann vor allem, wenn man dichte Ausfallgetreidebestände abtötet. Einzelne Altverunkrautung, wie typisch für Mais-Mulchsaaten nach abgefrorenen Zwischenfrüchten, sind dagegen offenbar weitgehend unproblematisch, können aber nach Aufgang der Kultur oft nur noch schwer bekämpft werden.
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Re: Sandhafer

Beitrag von joe_d » Montag 19. September 2011, 12:28

der Nachteil der sog. abfrostenden Begrünungen ist das enge C/N-Verhältnis, was den Großteil des wertfollen N an warmen Tagen Ausgasen läßt... Untersuchungen gibt es ja schon dafür
eine winterharte Begrünung kann heute mit flachen Gänsefußscharen und anschließender Kreiselegge +1-2 Tage Sonne auch erfolgreich abgetöte werden oder?
je mehr Grünmasse und je weniger Wurzelballen um so erfolgreicher
wenn z.B. der Grünschinttroggen zu hoch wird kann er ja kostengünstig abgemäht werden
um keine N-Fixirung zu erreichen sollte er nicht höher als "Bierfalschenhoch" werden
was meint ihr zu dem Ansatz?
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

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Re: Sandhafer

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 19. September 2011, 14:06

Leider ist das mit mechanischen Bekämpfungsmaßnahmen immer etwas unsicher und kostet obendrein Wasser. Im Mais ist das meist nicht so dramatisch, weil man hier viel aggressivere Herbizide zur Verfügung hat als z.B. in den Zuckerrüben. Gerade Futterroggen, aber auch blühende Rübsen oder Wintererbsen lassen sich aber sogar mit dem Mulcher oder durch die Schneidwalze gut unterdrücken, sofern diese Maßnahme erst relativ spät (nach Ährenschieben) erfolgt. Dafür braucht man allerdings auch dichte, saubere Bestände.
Überwinternte Gründüngungen sollte man vor allem deshalb rechtzeitig abtöten, um den Wasserverbrauch zu minimieren. Macht man das mechanisch, ist die Bodenbedeckung zu 75 % dahin - es sei denn, man hat Spezialtechnik wie den Glyph-O-Mulch. Winterzwischenfrüchte sind natürlich hinsichtlich der N-Konservierung ideal, aber auch abfrierende Sommerzwischenfrüchte lassen nur wenig N verloren gehen, schon gar nicht gasförmig.
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Re: Sandhafer

Beitrag von joe_d » Montag 19. September 2011, 19:16

Dazu passend erläuterte Fr. Badawi, Mitarbeiterin der Bioforschung Austria ihre Ergebnisse über die Ausgasungsverluste von Begrünungspflanzen. So verliert eine typische Senfbegrünung welche nicht bodennah gebracht wurde bis zu 40% des von ihr gebundenen Stickstoffes bzw. 50% des Kohlenstoffes über den Winter an die Luft!


leider nicht nachgeprüft.... aber ist wohl möglich?

l.g. joe
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