Zwischenfrucht nach Rispenhirse

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piotri
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Zwischenfrucht nach Rispenhirse

Beitrag von piotri » Donnerstag 2. Dezember 2010, 12:24

Hallo
habe folgendes Problem
Ich will nach dem Hirsendrusch noch eine Zwischenfrucht plazieren.
Das problem ist, das sie erst ende September vom Feld kommt.
Da bekomme ich einfach kaum noch Biomasse.
Da die Hirse am anfang September mit glyphosat behandelt wird, dachte ich mir, das ich nach der Spritzung noch eine Zwischenfrucht mit dem Duengerstreuer ausbringen koennte, um die Vegetationszeitraum auszudehnen.
Probleme:
- keine Einmischung in den boden, da nur oberflaehlich ausgebracht
- starke Erdbedeckung durch die Hirse

Ich mache mir keine Hoffnung das so etwas funktioniert aber wollte mal nachfragen ob jemand da vielleicht ehrfahrungen hat.

Gruss
Piotri

Konrad Steinert
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Re: Zwischenfrucht nach Rispenhirse

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 2. Dezember 2010, 13:04

In diesem Falle geht eigentlich nur noch Roggen, wenn man ihn dann über den stehenden Bestand verteilt bekommt. Aber Rispenhirse ist ja nicht so hoch wie Mais oder die Sorghumhirse. Das wäre dann eine Vorerntesaat. Wenn ich mich recht erinnere, wurde dies in einem ähnlichem Fall auch bei Steve Groff (Pennsylvania) mit Zuckermais durchgeführt - er nutzte zur Verteilung den Hubschrauber.
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piotri
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Re: Zwischenfrucht nach Rispenhirse

Beitrag von piotri » Sonntag 27. Oktober 2013, 19:04

Hallo

Ich werde es mit dem Roggen naehstes Jahr versuchen.
Das ausstreuen ueber den Bestand ist kein Problem.

Der Ziel ist es:
- eine Winterbegruenung zu etablieren
- den Boden zu stabilisieren
- Den Naehrstoffueberschus der Mistduengung zur Hirse zu fixieren
- den Unkraeutern kein Plaz zu lassen fuer Etablierung
- im Fruehjahr die Linsen direkt in die abgespritzte Roggennarbe zu Saehen (bekomme ich da keine Auflaufprobleme durch Glyphosatrueckstaende im Roggenwurzelwerk?)

Das Problem ist die Drilltechnik. Mit der verfuegbaren Ultima ist das einsaehen kein Problem aber ich befuerchte, das das Feld so uneben wird (ausgerissenes Roggenwurzelwerk), das die ernte zur Qual werden wird ( fuer den Linsendruschbrauche ich ein Topfebenen Acker).

Gruss Piotri

Konrad Steinert
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Re: Zwischenfrucht nach Rispenhirse

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 3. November 2013, 19:28

Viel Sinn macht das aber nicht, denn der Roggen wird so wahrscheinlich nur recht wenig Biomasse entwickeln - gegenüber normaler Saat ist die Entwicklung bei Vorerntesaat ohnehin etwas verzögert erfolgt. Zumal ja Linsen normalerweise recht früh gesät werden und Sie den Roggen wahrscheinlich schon bis zum 20.03. mit Glyphosat behandeln müssten - wenn man die Behandlung etwa 2 Wochen vor der Saat durchführt, sind in der Regel keine Pflanzenschäden zu befürchten.
Angesichts der Probleme, die Linsen überhaupt sauber zu bekommen, sollte auf eine problematische Direktsaat besser verzichtet werden. Übrigens bewirkt der mit der Zwischenfrucht konservierte Stickstoff, dass die Linsen stärker verunkrauten, weniger Stickstoff fixieren und evt. krank werden - als Leguminosen sind sie nicht darauf angewiesen. Dazu kommt das Problem einer verzögerten Bodenerwärmung.
Ich würde die Hirse einfach unbearbeitet über Winter liegen lassen und ggf. nochmal mit dem Mulcher drüber fahren - bei so später Ernte tut sich nur noch wenig mit Stickstoffmineralisierung.
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