zwischenfrüchte und direktsaat....

Konrad Steinert
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 4. Mai 2010, 19:15

Ramtill, Saflor und Sonnenblume gehören zu den Korbblütlern. Es empfiehlt sich daher nicht, Ramtill in Reinsaat in Sonnenblumenfruchtfolgen oder vor Saflor anzubauen. Gegen ein Gemenge, dass auch Ramtillkraut enthält, ist aber als Zwischenfrucht sicher nichts einzuwenden, vor allem, wenn es nicht als unmittelbare Vorfrucht vor Saflor oder Sonnenblume steht.
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stephanblankemeyer
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von stephanblankemeyer » Dienstag 4. Mai 2010, 20:28

Hallo,
was haltet ihr von den Mischungen der DSV?
http://www.dsv-saaten.de/andere_kulture ... nzept.html
Striptill, Mulchsaat, 50%Mais 25%Kartoffeln 12,5%Rüben 12,5%Triticale GPS,
750mm 20-35BP Sandmischkultur ,Biogas,Geflügelmast

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Blankemeyer

Kohl
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von Kohl » Mittwoch 5. Mai 2010, 02:41

Hallo,
die Mischungen sehn nicht schlecht aus....allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der Preis bei den relativ hohen Saatmengen schnell zum k.o. Kriterium wird :!:

Hast Du Preise von den Mischungen?
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
50% Wintergetreide, 50% Silomais,
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York-Th. Bayer
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von York-Th. Bayer » Mittwoch 5. Mai 2010, 14:31

Kohl hat geschrieben:Hallo,
die Mischungen sehn nicht schlecht aus....allerdings könnte ich mir vorstellen, dass der Preis bei den relativ hohen Saatmengen schnell zum k.o. Kriterium wird :!:
Die Kombination der Mischungspartner und die jeweiligen Anteile sind das spannende. Dann hat man optimale Ergebnisse und einen passenden Preis. Sicherlich, so preiswert wie Senf mit dem Streuer beim Grubbern wird es wohl nicht sein. Wir haben das ja wohl lange genug hinter uns um zu Wissen wie weit diese Zwischenfrucht uns gebracht hat.

Hast Du Preise von den Mischungen?
Preise: ganz einfach im Internet http://www.dsv-saaten.de/opencms/untern ... snetz.html sich den zuständigen Berater heraussuchen lassen, eigen PLZ reicht dazu und man ist um Welten schlauer. Wenn ich beobachte wie günstig bei etlichen nach der Zwischenfruchtmischung z. b. der PSM Einsatz in der Nachfolgekultur, gerade bei denen die konsequent No Till betreiben, geworden ist dann ist Preis schnell relativ.
York-Th.

p.s. empfehlen möchte ich dazu noch das IIte Bodenfruchtbarkeitssymposium Ende diesen Monats.
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Kohl
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von Kohl » Dienstag 9. November 2010, 20:39

York-Th. Bayer hat geschrieben:[. Sicherlich, so preiswert wie Senf mit dem Streuer beim Grubbern wird es wohl nicht sein. Wir haben das ja wohl lange genug hinter uns um zu Wissen wie weit diese Zwischenfrucht uns gebracht hat.[/b]

.
Hallo York,

wie weit hat uns denn der Senf gebracht?

Versteh ich nicht ganz, für die meisten Landwirte ist doch die erste Alternative zu Senf, der Verzicht auf Zwischenfrüchte!

Wenn ich mich in meiner Region so umschaue, stell ich fest, es wurde massiv in neue Pflüge investiert und kaum ein Landwirt baut Zwischenfrüchte an.
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Herbert
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von Herbert » Freitag 3. Dezember 2010, 15:05

York-Th. Bayer hat geschrieben:[. Sicherlich, so preiswert wie Senf mit dem Streuer beim Grubbern wird es wohl nicht sein. Wir haben das ja wohl lange genug hinter uns um zu Wissen wie weit diese Zwischenfrucht uns gebracht hat.[/b]
Welche Nachteile hat den ganz konkret der Senf als Zwischenfrucht wenn eine event. Fruchtfolgenproblematik mit Raps/ Rüben außer acht gelassen wird.

Konrad Steinert
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von Konrad Steinert » Samstag 4. Dezember 2010, 11:09

Wenn kein Raps in der Fruchtfolge steht, bestehen an sich eigentlich keine Bedenken gegen den Senf. Nachteilig ist im Vergleich zu anderen Zwischenfrüchten eine relativ geringe Bildung von Wurzelmasse. Der Senf kann einen verdichteten Boden auch kaum aufbohren im Gegensatz zu anderen Pfahlwurzlern wie Ölrettich oder Lupinen. Er ist für eine intensive Bodendurchwurzelung auf eine Bodenlockerung angewiesen.
Vorteile sind jedenfalls die Spätsaatverträglichkeit, die gute Unterdrückung von Ausfallgetreide, die Sortenresistenz gegenüber dem Rübennematoden sowie die Bodenbedeckung mit seinen Stängeln als Erosionsschutz.
Gerade im Hinblick auf die derzeit oft beschworene Biodiversität bilden jedenfalls Gemenge einige Vorteile. Ein Gemenge mit hohem Leguminosenanteil kann durchaus 60-80 kg N/ha fixieren und damit die höheren Saatgutkosten rechtfertigen. Gemenge können diese Vorzüge aber nur bei rechtzeitiger Saat bis spätestens Mitte August realisieren.
Für Spätsaaten, die sich ja nach einer späten Weizenernte oft nicht vermeiden lassen, hat der Senf damit sicherlich auch weiterhin seinen Platz. Auch dort, wo die Zwischenfrucht zwischen zwei Wintergetreidearten steht und dann gerade mal 6 Wochen Vegetationszeit hat, machen teure Gemenge mit hohem Leguminosenanteil an sich keinen Sinn.
Dr. Konrad Steinert
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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von ANDERSgesehn » Sonntag 5. Dezember 2010, 15:10

Herbert hat geschrieben: Welche Nachteile hat den ganz konkret der Senf als Zwischenfrucht ...
in unserer gegend ist senf (als alleinige bzw hauptmischungsfrucht) als zwischenfrucht
noch immer führend. - derzeit grübbeln die jäger, ob senf als zwischfrucht mit- oder
hauptschuld sind, dass die fasanpopulation seid jahren drastisch sinkt.

mein gedanke dazu ist, dass die fasanhenne liebend gern in senfkulturen läuft und
nicht vor dem raubzeug (fuchs, marder, ratte und co) davonfliegt.

kennt jemand darüber (wissenschaftliche) erkenntnisse?

lg
ANDERSgesehn.
schweinezucht & schweinemastbetrieb mit
pseudovergleyte parabraunerde, 60-68 bodenpunkte
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im letzten jahrtausend weltmeister in stoppelpflügen.
es ist verdammt hart bauer zu sein.

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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von ulikum » Sonntag 5. Dezember 2010, 17:38

Konrad Steinert hat geschrieben:Wenn kein Raps in der Fruchtfolge steht, bestehen an sich eigentlich keine Bedenken gegen den Senf.
.....................
Auch dort, wo die Zwischenfrucht zwischen zwei Wintergetreidearten steht und dann gerade mal 6 Wochen Vegetationszeit hat, machen teure Gemenge mit hohem Leguminosenanteil an sich keinen Sinn.
Dem kann ich im großen und ganzen Zustimmen,
Problematisch ist für mich:
- das der Senf aufgrund seiner "nackten Wurzel" keinen positiven Einfluss auf die Bodenstruktur hat.
- eine Bodenlockerung wird nicht erreicht.
- das der Erosionsschutz aufgrund der Stängel nicht wirklich geben ist, da können Gemenge deutlich mehr.
- das die hohe Biomasse die gebildet werden kann, meist nicht in Humus umgesetzt wird.
- es gibt keine grüne Brücke -die "Biodiversität" ist nicht so wie wir sie uns wünschen.

- besser aber leider teurer als Herbstzwischenfrucht Landsberger Gemenge (auch verschnitten)
- auch eine fertige Mischung aus (Ölrettich, Buchweizen, Sonnenblume, Hafer, Phacelia, Alexandrinerklee,
Gelbsenf) hat dieses Jahr gute Ergebisse gebracht.

Vorzüge des Senfs als Zwischenfrucht
ich sehe keine für meinen Betrieb.
bei später Aussaat, würde ich immer auf überwinternde Zwischenfrüchte umsteigen,
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

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Re: zwischenfrüchte und direktsaat....

Beitrag von York-Th. Bayer » Montag 6. Dezember 2010, 13:57

Herbert,
neben den Punkten die meine Vorschreiber anführten sehe ich einen großen Nachteil im Senf das er keine Symbiose mit Mykorrhiza eingeht. Und die Population mangels eher zurückgeht. Die Mykorrhiza benötigen "Wirtspflanzen", wie z. b. Getreide. Raps und Senf gehören nicht dazu. D.h. wir bauen mit einem Gras die Population auf und entziehen ihr die Lebensgrundlage dann mit der Zwischenfrucht.
Wir lernen gerade die Bedeutung der Mykorrhiza erst kennen und auch die Ergebnisse in der Praxis sehen.
Darüber hinaus muss man sich einfach mal das Wurzelwerk eines Senfs im Vergleich zu den anderen möglichen Zwischenfrüchten mal im Wurzelatlas von Frau Prof. Kutschera ansehen. Denke das dann jedem Klar wird was er damit erreicht.
York-Th.
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