Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

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Herbert Pickel
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Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von Herbert Pickel » Freitag 19. März 2010, 17:26

Hallo GKB Forumler.

Ich hadere schon einige Zeit, soll man Zwischenfrüchte vermehren und welchen gehen sicher zu vermehren. :?:
Bei ganzflächiger Aussaat nach der Ernte geht es doch ganz schön ins Geld. :shock:

Kommt mir jetzt nicht mit probiers doch selber aus. :o

Bin gespannt auf Eure Beiträge.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Andreas Lemke
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Re: Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von Andreas Lemke » Freitag 19. März 2010, 19:54

Buchweizen
Senf
Lupine,Erbese
Hafer, gehen mit sicherheit aber das weißt du wahrscheinlich alleine....

was ist zb. mit Phacelia oder Öllrettich in unseren Breitengraden eher schwierig oder kann man da eventuell mit Glyphosat nachhelfen beim Aberifen....

Wieland Ihm
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Re: Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von Wieland Ihm » Montag 25. Februar 2013, 11:41

Ich würde gerne den Rettich versuchsweiße auf 10 Ar vermehren.

Im letzten Beitrag wurde schon angesprochen das die Abreife evtl mit Glyphosat herbeigefürt werden sollte.
Ich habe an anderer Stelle gelesen, dass Rettich bei einer Aussaat bis Mitte April (Temp. 2 bis 11 Grad) zum Schossen gelangt. Bei Aussaat bei langfristig über 12 Grad schosst Rettich nicht.

Welcher Saatzeitpunkt wäre wohl besser für die Vermehrungsleistung?

Können die Rettichsamen evtl parallel mit der Rapsernte geerntet werden?
Zuletzt geändert von Wieland Ihm am Freitag 1. März 2013, 09:44, insgesamt 1-mal geändert.

Stefan81
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Re: Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von Stefan81 » Mittwoch 27. Februar 2013, 19:26

Hallo Wieland
Hab schon normalen Ölrettich vermehrt, weiß aber nicht wo du zuhause bist. War aber nichts besonderes, weil mir die Rapsschädlinge alles wegfraßen. Will heuer noch einen Versuch machen und den Pflanzenschutz mit Raps mit machen, mal sehen ob es etwas wird. Das letzte mal hatte ich einen Zweifruchtanbau Phazelia und Rettich, deshalb hatte ich wenigstens die Phazelia zu ernten. Hab alles Ende Juli mit Glypos behandelt und nach 2 Wochen geerntet und gleich abgesiebt und in die Sämaschine und wieder angebaut.
Wissen ist der einzige Rohstoff der sich durch gebrauch vermehrt.
Schöne Grüße aus Niederösterreich
Stefan81

Wieland Ihm
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Re: Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von Wieland Ihm » Donnerstag 28. Februar 2013, 10:03

Servus Stefan,
ich komme aus dem thüringischen Mittelgebirgsvorland mit etwa 8 Grad Durchschnittstemperatur.
Der Pflanzenschutz ähnlich dem Raps leuchtet mir ein und der Glyphosateinsatz zur Abreife wird bei mir wohl auch nötig sein.
Vielen Dank für deine Hinweise.
Bezüglich dem Saattermin werde ich es staffeln und schauen was besser ist ("Versuch macht klug")...

Konrad Steinert
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Sortenschutz beachten!

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 28. Februar 2013, 17:10

Nach gegenwärtiger Rechtslage ist die eigene Vermehrung der meisten Zwischenfrüchte und Futterpflanzen nicht zulässig!
Speziell für den Meliorationsrettich ist das unbedingt zu beachten.

Ausnahme sind großkörnige Leguminosenarten (Wicken, Ackerbohnen, Erbsen, Bitterlupinen) sowie die Getreidearten (Roggen, Hafer), für die dann allerdings Nachbaugebühren wie bei Körnernutzung zu zahlen wären.

Leider gibt es offenbar kaum "freie Sorten", die man ohne weiteres als Zwischenfrucht vermehren darf, z.B. alte Landsorten; diese haben keine Zulassung mehr und dürfen deshalb nicht mehr ohne weiteres "in den Verkehr gebracht werden", anders als das z.B. bei ausgelaufenen Patenten ist. Klar ist, dass ein Züchter für eine neue Sorte mit besonderen Eigenschaften wie Nematodenresistenz einen besonderen Sortenschutz genießen soll. Aber das Gesetz gibt enge Grenzen vor und stellt sich auch bei uralten Landsorten quer.

http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standard ... recht.html

Der Verein VERN in Brandenburg bietet z.B. einige alte Sorten an, die dürfen aber eben deshalb das Saatgut nur grammweise abgeben und ausdrücklich nicht zum gewerblichen Einsatz.

http://vern.de/

Unter dem Stichwort "Biodiversität" (das wurde auf diversen UNO-Konferenzen beschworen) besteht Hoffnung, dass zukünftig der freie Nachbau vieler alter Sorten zur Verwendung z.B. als Zwischenfrucht erlaubt oder zumindest geduldet wird, wie Platterbsen, Bitterlupinen, Wicklinsen oder historische Roggen-, Buchweizen- oder eben auch Senfsorten. Schließlich widersprechen sich hier der Gesetzestext des Saatgutverkehrsgesetzes und die offiziellen Verlautbarungen zur Förderung der Biodiversität allzu deutlich.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

sweet_bunny22
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Re: Welche Zwf rentieren sich zum Vermehren.

Beitrag von sweet_bunny22 » Dienstag 17. Juni 2014, 20:39

Ich habe oben gelesen die abreife mit glyphosat zu beschleunigen. Beeinträchtigt halt leider die kf erheblich. Deswegen ist sikkation auch nicht in saatgutvermehrung und braugerste zugelassen.
Peter

9° --- 550 l/m²/a --- 230-400 m ü. NN --- WW-WRaps-WW(WRoggen)-SM(CCM) --- s/sL/lS/L --- Sandstein-/Muschelkalkverwitterung --- 20-80 BP --- 1GV/ha

Ein abhandener Pflug macht noch keine Mulchsaat.

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