Wann eine Zwischenfrucht??

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 5. November 2009, 22:56

Steinklee hat zwar eine ausgesprochen kräftige Pfahlwurzel, ist aber als Zwischenfrucht nur eingeschränkt geeignet. Gegen Herbizide ist er zumindest in der Jugendphase auch recht empfindlich. Im Ökolandbau, wo der Roggen ja auch viel dünner steht, funktioniert es vielleicht noch als Untersaat. Wie auch bei Luzerne ist eigentlich nur ein Anbau als Hauptfrucht zu empfehlen, da die Jugendentwicklung ziemlich langsam ist: Ansaat unmittelbar nach der Getreideernte, dann noch ein Nutzungsjahr. Einmal etabliert, bildet besonders der Weiße Steinklee bis zu 2 m hohe Bestände; durch ihren hohen Cumaringehalt können diese aber nur eingeschränkt als Futter genutzt werden. Vielleicht ist eine Nutzung als Kosubstrat für die Biogasanlage möglich, evt. auch in Kombination mit dem tiefwurzelnden Rohrschwingel gerade auf Sandböden eine interessante Option. Auf etwas lehmigeren Standorten sollte aber die züchterisch intensiver bearbeitete Luzerne den Vorzug erhalten.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

Stefan
Beiträge: 90
Registriert: Sonntag 18. Januar 2009, 13:56
Kontaktdaten:

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Stefan » Dienstag 29. Dezember 2009, 15:20

Ich kann Herrn Steinert nur zustimmen.
Bei Luzerne würde ich die Blanksaat im Sommer aber auch nur wagen wenn es regelmäßig und sicher danach regnet. Sonst ist sicherlich die Untersaaten-Variante die sicherere und auch eine kostengünstige, allerdings braucht es dazu einen "dünnen" Roggenbestand - oder gleich eine Sommergerste.

- Landwirtschaft nah an der Natur -
Mulchsaat, Konventionell, LUZ (25%), Getreide (50%), ZR (25%), ZWF nach Getreide, Nordbayern, Trockengebiet

tomte
Beiträge: 192
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 11:58

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von tomte » Dienstag 29. Dezember 2009, 17:15

Stefan hat geschrieben:Ich kann Herrn Steinert nur zustimmen.
Bei Luzerne würde ich die Blanksaat im Sommer aber auch nur wagen wenn es regelmäßig und sicher danach regnet. Sonst ist sicherlich die Untersaaten-Variante die sicherere und auch eine kostengünstige, allerdings braucht es dazu einen "dünnen" Roggenbestand - oder gleich eine Sommergerste.
Ich kenne einige Landwirte die ihr Luzerne-Kleegras in Winterweizen/Wicken Gemenge erfolgreich ansäen. Der Weizen macht nicht so dicht wie der Roggen ;)
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Stefan81
Beiträge: 94
Registriert: Samstag 15. November 2008, 19:04
Wohnort: Altruppersdorf

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Stefan81 » Mittwoch 30. Dezember 2009, 15:28

Hallo Leute
Bewirtschafte einen Biobetrieb mit und hatten im heurigen Jahr den Luzerne in einen Saflordistel bestand eingesäht hat bestens funktioniert und ist jetzt einer der schönsten Bestände in der Umgebung aber leider hat uns ein Schädling die Blütenstände ruiniert und so wurden es nur ca. 450 kg/ha, Distel sonst wäre das vom Reingewinn die beste Kultur geworden. Ich denke das ein Weizen Wickengemenge nur in feuchteren Lagen möglich ist weil sonst der Klee vertrocknet.

MFG
Stefan81
Wissen ist der einzige Rohstoff der sich durch gebrauch vermehrt.
Schöne Grüße aus Niederösterreich
Stefan81

Stefan
Beiträge: 90
Registriert: Sonntag 18. Januar 2009, 13:56
Kontaktdaten:

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Stefan » Donnerstag 31. Dezember 2009, 14:34

@Tomte

Mit welcher Technik machen die das?
EC des Weizen wenn die Luzerne gesät wird?
Saatstärke des Weizens?
Sind das Biobetriebe mit dünnen Beständen oder konventionelle Weizenbestände mit 100dt Weizenerträge (+viel damit viele Pflanzenmaterial)?

Danke für die Info
grüße Stefan

- Landwirtschaft nah an der Natur -
Mulchsaat, Konventionell, LUZ (25%), Getreide (50%), ZR (25%), ZWF nach Getreide, Nordbayern, Trockengebiet

tomte
Beiträge: 192
Registriert: Montag 15. Juni 2009, 11:58

Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von tomte » Donnerstag 31. Dezember 2009, 20:38

Stefan hat geschrieben:Mit welcher Technik machen die das?
Direkt nach der Weizensaat (Kreiseleggenkombi) mit dem Schneckenkornstreuer in der Front und der Cambridgewalze hinten. Alternativ mit doppeltem Saatkasten direkt beim Weizensäen. Wir haben hier einen zweiten Saatkasten und säen Kleegras im Frühjahr in den Dinkel (die Schweden meinen, dass es sonst nicht über den Winter kommt - ich glaube inzwischen dass es doch geht, außerdem noch ein strohiger Schnitt im Herbst möglich) - der Hauptkasten bleibt einfach leer. Wenn wir nicht fast dauerhaft Wind hätten, dann würd ich allerdings lieber mit Schneckenkornstreuer o.ä. und Striegel fahren...
EC des Weizen wenn die Luzerne gesät wird?
EC Weizen=0, EC Dinkel>13
Saatstärke des Weizens?
70-100kg WW + 10-50kg Zottelwicke, 240+kg Dinkel
Sind das Biobetriebe mit dünnen Beständen oder konventionelle Weizenbestände mit 100dt Weizenerträge (+viel damit viele Pflanzenmaterial)?
Alles Bio, Weizen-Wicken wird mit dem ersten Schnitt als Silo abgemäht (der Dinkel bei uns hat knapp 60dt). Bei konventionellen kenne ich leider keinen, der überhaupt Luzerne anbaut.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Antworten