Wann eine Zwischenfrucht??

Henning NS
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Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Henning NS » Mittwoch 28. Oktober 2009, 22:17

Moin,moin.
Habe bei einige lehmigen Standorten noch Probleme mit Bodenverdichtungen und Sauerstoffmangel am Vorgewende.
Was derzeit sehr schön am Raps zu sehen ist. Meine Fragen wären jetzt:

Wie verändert sich die Bodenlockerung/-pufferung durch das Bodenleben und die eiingearbeiteten Ernterückstände.?
Bringt mich da der EinsatzderZwischenfrüchten viel weiter?
Wie wirkt sich die höhere organischer Masse im Boden aus.?
Welche Zwischenfrüchte würden dafür in Frage kommen.

Derzeitig wird die Bodenbearbeitung mit einem Terrano Fx durchgeführt.Einmal flach nach der Ernte und ca 10-12cm zur Saat.
Zur Aussat wird eine Amazone KE-Kombination genutzt.Die Reifendrücke liegen bei den Maschinen bei 1 bar.

Über Anregungen würde ich mich sehr freuen .

MFG Henning Timmermann

low-tiller
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von low-tiller » Donnerstag 29. Oktober 2009, 09:57

hallo henning,
seit wann verzichtest du denn auf den pflug ?
kann es vieleicht sein , das dein boden noch in der umstellungsphase ist ?
wie sieht die rapswurzel aus ?
wenn du dir die mühe machst und das bodenprofil im vorgewende mal frei legst , dann kannst du anhand der wurzeln sehen in welcher tiefe die schadverdichtungen vorliegen .

kann es sein das der raps unter n-mangel leidet, weil mehr stroh im vorgewende ist (technischbedingt?, oder hattest du das stroh abgeräumt ?

gruß jürgen
nord-östliches niedersachsen , leichter heidesand grundwasserfern und flußmarsch grundwassernah , bis auf neu übernommene flächen 100 % notill , scheibendrille mit unterfußdüngung und 25cm reihenabstand , low-tech und low-input .

Konrad Steinert
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 29. Oktober 2009, 15:45

Leider ist auch eine Zwischenfrucht keine schnelle und nachhaltige Lösung, um Bodenverdichtungen zu beseitigen. Gute Lockerungsleistungen durch Pfahlwurzeln bringen Ölrettich, Lupinen, Lein sowie verschiedene Kleearten. Ölrettich ist jedoch für enge Rapsfruchtfolgen weniger geeignet, da er eine Kruzifere ist; bei rel. geringem Rapsanteil in der Fruchtfolge (20 % und weniger, auf guten Standorten auch 25 %) wäre auch Ölrettich möglich. Kleearten wie Steinklee, Rotklee oder Luzerne sind als Zwischenfrucht nur schwer zu etablieren und brauchen ausreichend Vegetationszeit. Optimal wäre der Anbau der Leguminosen als Hauptfrucht. Leider sind diese Empfehlungen in den üblichen Fruchtfolgen Rpas- Weizen-Weizen oder Raps-Weizen-Wintergerste nur schwer umzusetzen. Raps ist übrigens selbst auch in der Lage, den Boden mit seiner Pfahlwurzel zu erschließen.
Was meist nur wenig bringt, ist die Empfehlung, das Vorgewende möglichst tief zu lockern oder zu pflügen. Denn damit verliert der Boden seine Stabilität und verdichtet umso schneller wieder. Das Problem ist meist die fehlende Struktur in der obersten Bodenschicht.
Entscheidend ist die Ansiedlung von tiefgrabenden Regenwurmarten, die mit ihren Gängen entscheidend zur Belüftung und Drainage des Bodens beitragen. Der beste Weg dahin ist ständige Bodenbedeckung durch Stroh oder Zwischenfrüchte und der konsequente Verzicht auf den Pflug. Man muss dazu aber 2-3 Jahre Geduld mitbringen, dann sind bereits deutliche Verbesserungen zu erkennen.
Dr. Konrad Steinert
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Stefan
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Stefan » Donnerstag 29. Oktober 2009, 20:41

Hallo Henning,

die Probleme habe ich Flurbereinigungsbedingt leider nicht nur am Vorgewende.
Wie Herr Steinert schon bemerkt, die schnelle Lösung gibt es nicht.
Ich habe im sehr trochnen Nordbayern, jahrelang versucht die Verdichtungen via Tiefenlockerer + Pflug in den Griff zu bekommen und bin gescheitert. Nach der Umstellung auf Plfuglos auf diesen Flächen + Tiefenmeißel war der Erfolg nur marginal besser. Ich habe mich jetzt zur biologischen Radikallösung entschieden und baue jetzt auf einer Problemfläche Luzerne an. Saat war am 20. April in einen Braugerstenbestand (Saat 20.3). Die Luzerne wird in einer Biogasanlage verwertet.
Ergebnis: Die Braugerste brachte 6,2t 100% verkaufsfähige Ware + die Luzerne noch einen Schnitt (10 Oktober) der die Kosten für Saatgut und drillen bei weitem deckt. Wenn mann jetzt schon ein Bodenprofil gräbt, gibt es ein richtig tiefes Loch wenn man das Ende der Luzerne-Wurzeln erreichen will und der Boden um die Wurzel ist angenehm krümelig.
Also für mich ist das die Lösung dieses Problems und ich werde in der Fruchtfolge alle meine Flächen einbeziehen.
Hoffe Dir hilft das weiter.
grüße
Stefan

- Landwirtschaft nah an der Natur -
Mulchsaat, Konventionell, LUZ (25%), Getreide (50%), ZR (25%), ZWF nach Getreide, Nordbayern, Trockengebiet

Henning NS
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Henning NS » Donnerstag 29. Oktober 2009, 21:23

Moin,moin .

Danke schon mal für eure Beiträge und Hilfe.
Befinde mich ja auch erst in der Umstellungsphase. Im Stück habe ich auch keine Probleme.
Wenn man im Stück Rapspflanze heraus zieht ,dann findet man auch immer mal wieder beinige Pflanzen.
Es gibt aber auch Pfahlwurzel die zur Seite gehen,da sie auf Bodenverdichtungen stoßen.
Die Pflanzen machen aber alle einen vitalen Eindruck.
Nur eben am Vorgewende dort sind die Pflanzen kleiner und blau-violett, welches durch den Phosphor/stickstoffmangel(geringere Bodenaktivität und Sauerstoffmangel) kommt.
Habe am Vorgewende gegraben dort findet sich auch schlecht verrottetes Stroh im Unterboden,die Huminsäuren tun dann den Rest.

Wird dies mit den JAhren gerade beim Lehmboden besser.
Bei unseren schweren Böden oder den Muschelkalksteinstansorten sehen ich weniger Probleme.

Was noch dazu kommt ist der Bearbeitungshorizont von der KE.
Würde gerne darauf verzichten ,aber gerade auf den aschweren Böden geht es NOCH nicht.



MFG Henning Timmermann

Herbert Pickel
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Herbert Pickel » Donnerstag 29. Oktober 2009, 21:26

Hallo.
Verdichtungen kann man nur entgegen kommen, indem man notill betreibt. Oder nur noch auf Saattiefe arbeitet.
Wer sich mit langjährigen Notillern schon mal unterhalten hat, der bekommt bestätigt, dass nicht einmal eine RDA
notwendig sein muss, da sich die Tragfähigkeit des Bodens mit weniger intensiver Bearbeitung von selbst verbessert.
Natürlich ist dazu dannauch der Zwf-anbau erforderlich, um die Vorraussetzung für die sehr viel verbesserte Regenwurmtätigkeit zu bekommen. :shock:

Gruss.
Nopflug
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Henning NS
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Henning NS » Freitag 30. Oktober 2009, 20:09

Danke nonpflug .
Verschwinden die Bodenverdichtungen mit der Zeit.?
Was ist mit pflugsohlen,je nach Standort habe ich welche drin.
Ansonsten funktioniert ja das ganze schon ganz gut..

MFG Henning Timmermann

Konrad Steinert
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Konrad Steinert » Samstag 31. Oktober 2009, 19:45

Was Unterbodenverdichtungen betrifft, so verhalten sich die Standorte unterschiedlich. Auf Löß- und Verwitterungsböden können sich diese Probleme oft von selbst auflösen, unterstützt durch Regenwürmer und Tiefwurzler. Auf vielen norddeutschen Standorten scheint das aber nicht so einfach zu sein, weil die Verdichtungen hier oft zu massiv sind - auch aus geologischen Gründen (Gletscher in der Eiszeit, Ortsteinbildung u.a.). Staunässe im Wechsel mit betonharter Austrocknung mögen auch Regenwürmer und Tiefwurzler nicht, Quellung und Schrumpfung gibt es auf leichteren Böden ohnehin kaum.
Hier kann eine sanierende Unterbodenlockerung sinnvoll sein, ehe der Übergang zu dauerhaft pflugloser Bewirtschaftung erfolgt. Am besten, Sie lockern einmal probeweise einen Streifen und sehen sich den Effekt an; leider kann man hier keine pauschale Empfehlung geben und der Erfolg stellt sich oft erst nach mehreren Jahren ein.
Dr. Konrad Steinert
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Herbert Pickel » Mittwoch 4. November 2009, 10:12

Hallo.
Ob alle Untergrundverdichtungen ohne mechanische Eingriffe verschwinden bezweifle ich.
Andererseits sind mechanisch erzeugte Strukturen nicht dauerhaft, wie man weiß.
Ich habe mal einen Pflugbalken der vor dreißig! :shock: :shock: Jahren durch nasses pflügen erzeugt wurde auf einen Bild gesehen, der
unberührt nach dieser Zeit, immer noch vorhanden war. Die Fläche wurde seitdem nicht mehr als 8 cm bearbeitet. Dieser Erdbalken wurde sehr auffällig von keinen Regenwurm oder anderen Organismen besiedelt. Trotzdem ging in den obersten ca 10 cm Krume die Post ab und es gab sehr, sehr gute Erträge.

Ich selbst habe eine Fläche auf noTill angelegt, die sehr sandig ist. Dort meine ich stellt sich auch eine Dichtlagerung ein.
Werde diese Fläche aber auf keinen Fall lockern um zu sehen wie sie sich entwickelt.
Die Fläche wurde bewußt ausgewählt wegen der Vermutung der Dichtlagerung.
Obwohl Derpsch ja behauptet, notill geht überall. :?:

Eventuell ist mein Zwischenfruchteinsatz noch zu niedrig. Heute bin ich der Meinung dass man eigentlich die Zwf. noch viel intensiver fahren muss ( Nährstoffversorgung ) damit noTill funzt. Wie sagte ein Kollege mal treffend: Man muss dden Akku Boden erst einmal richtig aufladen bevor man eine ordentliche Entnahme sprich Erträge haben will. Er wirtschaftete mit 20iger Böden sehr erfolgreich

Gruss
Nopflug
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Andreas Lemke
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Re: Wann eine Zwischenfrucht??

Beitrag von Andreas Lemke » Donnerstag 5. November 2009, 18:23

Moin ...

wenn ich nach Winterroggen Mais bauen möchte, ist es im Herbst ja sehr gut möglich ein Zwischenfrucht/Mischung zu etablieren... welche Möglichkeiten hat man wenn ich bei der Winterroggen Aussaat eine Untersaat Etablieren möchte, ich dachte zb.an Steinklee um gegen "Eventuelle Bodenverdichtungen" was zu tun, wie verhält sich der Steinklee im Bestand welche Herbizide sind Möglich oder überhaupt Nötig, wie wirkt sich die Untersaat auf 25iger Boden im Roggen bei der Frühjahrstrockenheit aus,wie lange sollte eine Anbaupause zwischen Steinklee und Lupine sein oder nicht Nötig...

Ich dachte mir halt wenn der Roggen Geerntet ist könnte sich ja der Klee schön entwickeln und eine gute Zwischenfrucht für den Mais sein oder wo könnte es da Probleme geben..

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