Untersaat

Wieland Ihm
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Re: Untersaat

Beitrag von Wieland Ihm » Sonntag 4. März 2012, 18:27

Mein Vater spricht sich nun gegen die Untersaat von Kleegras in die Wintergeste (WG), (GPS-Nutzung geplant) aus.
Seine Bedenken sind:
- der Lichtmangel durch die dicht gesäte (15cm Reihenabstand, 360 Kö/m2) und weit entwickelte WG. Er befürchtet Fehlstellen oder gar Totalausfall des Kleegras
- die stark eingeschränkte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Meiner Meinung nach sollte sich die Untersaat auch unter den o.g. Bedingungen bis zur Ernte der WG-GPS flächendeckend etablieren können. Sie hat damit einen großen Entwicklungsvorteil gegenüber der Blanksaat im Sommer und stellt damit auch einen hervorragenden Verdunstungsschutz dar.

Ich kenne mich aufgrund meines Alters noch nicht mit dem Pflanzenschutz aus aber ich kann zumindest sagen, dass es auf dem Schlag keine Problemunkräuter gibt und im Herbst ein Breibandherbizid erfolgreich angewendet wurde. Derzeit ist kaum eine nennenswerte Verunkrautung festzustellen. Meiner Ansicht nach sollte die WG im Zusammenhang mit der Untersaat in der Lage sein, Unkräuter weitestgehend zu unterdrücken.

Wie ist eure Meinung dazu?

mfG Wieland Ihm

Konrad Steinert
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Re: Untersaat

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 5. März 2012, 09:50

Untersaaten sind generell etwas unsicher, da hat Ihr Vater sicherlich recht. Im Ökolandbau ohne Herbizidwirkungen, mit wesentlich dünneren Beständen ohne N-Düngung und regelmäßigem Striegeleinsatz gelingen diese dagegen in der Regel ohne Probleme. Bei GPS-Getreide sollte es noch am besten funktionieren, da sie sich hier mit Herbiziden zurückhalten können - Unkräuter sind schließlich auch Biomasse! Vielleicht können Sie sich auf einen Kompromiss einigen und Kleegras nur auf einem Teil der Fläche einsäen.
Dr. Konrad Steinert
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tomte
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Re: Untersaat

Beitrag von tomte » Samstag 7. April 2012, 18:03

Wir säen unser Kleegras normalerweise gleichzeitig mit dem Frühjahrsgetreide aus - problematisch ist da eher in feuchten Jahren dass das Kleegras dann das Getreide dominiert...
Aber wir säen auch im Frühjahr in Winterweizen und Dinkel Kleegras nach. Selbst im Dinkel hatten wir nie Probleme das dass Kleegras nicht wächst - meist ist der Kleeanteil etwas höher im Vergleich zu der Sommergetreidevariante. Von anderen Betrieben kenne ich auch eine Kleegrasansaat in Roggen/Wicken Gemenge (das mit dem ersten Schnitt siliert wird) auch das funktionierte gut (Aussaat war meine ich ungefähr August?). Wir haben letzte Woche in einen normalen Roggenbestand Kleegras untergesät - mal sehen wie das wird.

Ob das im konventionellen auch so funktioniert kann ich nicht sagen - probiers einfach auf Teilflächen aus.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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