Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

obermaier stephan
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von obermaier stephan » Montag 6. Juni 2011, 10:45

die 9kg Humus dann mal 3, dass ich auf einen m³ komme, gibt dann 27kg/m³ macht dann 270to/ha.
Eine gewaltige Menge um dies zu erreichen vorallem wäre dies der Wahnsinn, weil ich Standortmäßig nur 2% habe, das wär dann bei mir ein Zuwachs von 50%!!!
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obermaier stephan
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von obermaier stephan » Montag 6. Juni 2011, 10:51

Konrad Steinert hat geschrieben:Wenn der Boden nach einer feuchten Zuckerrüben- und Maisernte verdichtet ist, macht es schon Sinn, einen Bearbeitungsgang durchzuführen, ansonsten gibt es doch nur Staunässe, Pfützen und Wassererosion. Und nicht zuletzt leidet auch der Ertrag der Folgefrucht erheblich, wenn das Rübenblatt an der Bodenoberfläche vor sich hin fault. Krumentief lockern braucht man aber normalerweise nicht, das muss man im Einzelfall immer mit einer Spatendiagnose prüfen. Bei optimalen Bedingungen kann man auf jegliche Bearbeitung natürlich auch gern verzichten, das muss letztlich jeder für sich allein entscheiden bzw. durch Versuch herausfinden! Jeder Standort reagiert da anders.
Mit einem sehr späten Zwischenfruchtanbau (ab Anfang Oktober) kann man sicherlich kaum noch Erfolge erzielen; Roggen wäre hier die einzige sinnvolle Alternative. Wenn Sie dann aber bereits im Februar/März Sommergerste säen wollen, macht auch das kaum noch Sinn, während es bei Mais durchaus passt. Es wird immer sinnvoll sein, eine rechtzeitige Ernte abzusichern, um Schäden durch Nässe zu vermeiden. Bei Kartoffeln und Zuckerrüben muss man wohl damit leben, dass diese den Boden nach der Ernte für längere Zeit unbedeckt lassen und damit nicht optimal für Direktsaatsysteme sind. So wurden z.B. im Versuch Oberacker in der Schweiz ja auch die Kartoffeln aus der Fruchtfolge herausgenommen. Beim Mais kann man dem noch mit Untersaaten entgegen steuern, aber das ist bei den Hackfrüchten eben schwer zu realisieren.
Seit mehreren Jahren versuchten wir immer die Rüben zu einem trockenen Zeitpunkt zu roden was durch unsere Fahrertätigkeit des Roders möglich ist. Dabei wurden die Rüben auch mal 3 Wochen vor Liefertermin gerodet, dadurch war es meist möglich die Folgefrucht WW nur mit dem Kreiselgrubber und Scheibendrille einzusäen und dabei den Boden nur 5cm tief zu bearbeiten. Bei sehr trockenen oder feuchteren Verhältissen kommt dann noch ein Frontgrubber mit 10cm Arbeitstiefe zum Einsatz, mehr nicht.
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Konrad Steinert
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 6. Juni 2011, 12:53

Zu Herrn Schleiter:

Man rechnet bei der Ackerkrume mit einer Lagerungsdichte von 1,3 bis 1,5 g/cm³ (trockener Boden), bei einer Schicht von 30 cm ergibt das ein Gewicht von ca. 400 kg pro m². Ein Prozentpunkt Humus entspricht demnach ca. 4 kg Humus. Zu berücksichtigen ist, dass die meisten Böden nicht mehr als 2,0 oder 3,0 % Humus enthalten. Diesen um 1 % zu erhöhen, bedarf also eines enormen Aufwandes, da je Hektar 40 Tonnen reiner Humus zugeführt werden müssten. Geht man mal davon aus, dass pro Jahr im günstigsten Falle 10 t/ha org. Substanz anfallen und die vielleicht nur zu 20 % zu Humus umgesetzt werden, wird klar, dass man dafür viele Jahre braucht, zumal eine erhöhte Zufuhr auch einen höheren Abbau zur Folge hat (Fließgleichgewicht).
Zuletzt geändert von Konrad Steinert am Montag 6. Juni 2011, 19:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von ulikum » Montag 6. Juni 2011, 14:32

Konrad Steinert hat geschrieben:Zu Herrn Schleiter:

Man rechnet bei der Ackerkrume mit einer Lagerungsdichte von 1,3 bis 1,5 g/cm³ (trockener Boden), ......
Sie haben recht, da ist mir ein Fehler unterlaufen.
Ich habe die Zahlen der reellen und nicht die der Lagerungsdichte, bei meinen Berechnungen angenommen und das ist schlicht und einfach falsch.

dadurch verringert sich dann leider auch die Möglichkeit der Wasserspeicherung durch Humus.


Mfg.

Ulrich Schleiter

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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von obermaier stephan » Montag 6. Juni 2011, 16:14

Nach den Kaindorfern wären wir dann wieder beim Thema Kompost.
In 3 Jahren sind ja 30 Tonnen TM möglich, das wären bei durchschnittlich 35% Humusanteil 10,5to.
Würde den Vorgang schon deutlich beschleunigen.
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joe_d
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von joe_d » Montag 6. Juni 2011, 20:01

es wird wieder spannend ..... ist das spannendste forum überhaupt - auf grund der teilnemer!

ist es nun der regenwurmkot/humus der wasser besser speichern kann...
oder org. substanz in ihren allen möglchen ab.- und umbauformen....

hat schon jemand von den wüstenversuchen gehört ....wo eine art pvc-folien aufgespritz wird, und duch den hohen themperaturunerschied bis zu 7mm H2o / nacht für den boden verfügbar wird?

mfg joe
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

Wieland Ihm
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von Wieland Ihm » Montag 6. Juni 2011, 20:21

Der Humusaufbau ist wohl das Ziel aller Bauern aber meiner Meinung nach ist Direktsaat noch mit einigen Problemen neben der eventuellen Dichtlagerung des Bodens behaftet:
-keine Einarbeitung von meinem wertvollen Mist in Boden/Gülle kann nur eingeschlitzt werden
-Humusanreicherung fast nur im oberem Boden bereich(0-15)
-mehrjähriger Feldfutteranbau(Luzernegras) ist bei uns auf max. 80 von 1100ha möglich (Futterbedarf gering)
-geringe Akzeptanz von DS bei Verpächtern
Ich versuche deshalb die Anzahl der Lockerungen mit mehr als 15cm in der FF von 2(vor MaisZF und Raps) auf die vor MaisZF zu reduzieren.
Meine FF: Ra-WW-WG/SG-ZF-Mais-WW-SG/Gras

mfg Wieland Ihm
p.s. WER KANN 30L/M2 REGEN INS TROCKENE THÜRINGEN ABGEBEN?

ulikum
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von ulikum » Dienstag 7. Juni 2011, 07:10

Wieland Ihm hat geschrieben:Der Humusaufbau ist wohl das Ziel aller Bauern aber meiner Meinung nach ist Direktsaat noch mit einigen Problemen neben:
mfg Wieland Ihm
Warum Dichtlagerung? sind die Böden in Thüringen so leicht das die Gefahr besteht?
Über was für Böden verfügt der Betrieb? Ich habe auf meinen Böden in den letzten 20 Jahren keine Lockerung mehr vor genommen die tiefer wie 10 cm war und kann sagen der Boden liegt kompakt, aber bis auf ein paar Problemstellen ist keine Bodenverdichtung vorhanden.
-Humusanreicherung fast nur im oberem Boden bereich(0-15)
Ist es in der Natur anders ?
-keine Einarbeitung von meinem wertvollen Mist in Boden/Gülle kann nur eingeschlitzt werden
Wer soll den Mist in der tiefe aufarbeiten ?
Einschlitzen der Gülle sollte auch ausreichend sein.
-geringe Akzeptanz von DS bei Verpächtern
ein Problem das alle haben, aber ich glaube das ist auch gut so.
p.s. WER KANN 30L/M2 REGEN INS TROCKENE THÜRINGEN ABGEBEN?
Jetzt noch ? bei uns ist die Getreideernte gelaufen.
Niederschlag seit 1 März bis 31 Mai 29 Liter.
In den letzten zwei Tagen 15 Liter.
Zum sterben zu viel, zum überleben absolut ausreichend.

Glücksspiel Landwirtschaft- aber wir haben uns den Beruf ja ausgesucht - oder ?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von low-tiller » Mittwoch 8. Juni 2011, 09:00

hallo,
die einfachste möglichkeit den humusgehalt langfristig zu erhöhen , besteht in der vermeidung ihn durch unüberlegtes und traditionsbedingtes handeln zu "verbrennen" !
nord-östliches niedersachsen , leichter heidesand grundwasserfern und flußmarsch grundwassernah , bis auf neu übernommene flächen 100 % notill , scheibendrille mit unterfußdüngung und 25cm reihenabstand , low-tech und low-input .

tomte
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Re: Der Ertrag wird in der Tiefe gemacht !

Beitrag von tomte » Mittwoch 8. Juni 2011, 11:26

ulikum hat geschrieben: Niederschlag seit 1 März bis 31 Mai 29 Liter.
In den letzten zwei Tagen 15 Liter.
die 15mm fehlen uns noch, dafür hatten wir später Schneeschmelze... Interessant fände ich allerdings jetzt, ob deine pflügenden Nachbarn größere Ertragsverluste haben als du. Ist natürlich nicht richtig vergleichbar da die Bedingungen ja nicht exakt gleich sind, aber vielleicht hast du oder jemand anderes hier ja den "Vergleich".

Dein Gedankenspiel von weiter oben nochmal aufgegriffen: 4kg Humus pro m² (ich bleibe bei m² da ich die Tiefe in dem Fall ignorieren muss/kann (flachgründige Böden sind dann eine Extrafrage)) macht 16l mehr Wasserspeicherkapazität. Humus gibt sein Wasser ja auch gerne wieder ab, d.h. es ist auch Verunstung usw. ausgesetzt. Bei gepflügtem Boden sind wir uns wohl einig das die Verdunstung höher liegt, zusätzlich wird von unten durch Pflugsohle und unterbrochene Kapillaren kein Wasser nachgeliefert. Wie groß ist dann der Vorteil der Direktsaat? Und warum wird bei steigenden Getreidepreisen immer mehr gepflügt? Theoretisch müsste ja der Pflug damit ein deutlich geringeres Ertragspotential haben wenn Wasser und Tiefe so entscheidend sind.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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