Bodentemperatur

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ulikum
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Bodentemperatur

Beitrag von ulikum » Montag 21. Februar 2011, 19:23

Gibt es Untersuchungen zur Bodentemperatur?

Jetzt im Frühjahr heißt es wieder die Mulch- und Direktsaatflächen müssen stärker an gedüngt werden.
Die Begründung, die Böden erwärmen sich schlechter, und die Mineralisation des Stickstoffs tritt deshalb langsamer ein.
Was ist wahr und was ist Denken der Düngemittelindustrie ?
Wie verträgt sich das mit einer Düngung nach dem Cultanverfahren?

Meine eigenen Messungen haben ergeben, das sich der Boden an der Oberfläche langsamer erwärmt, aber auch langsamer abkühlt.
Ich möchte damit zu Ausdruck bringen, das sich die Bodenaktivitäten vielleicht langsamer in Gang gesetzt werden, aber nach meinen Beobachtungen sind die Streßfaktoren bei der Direktsaat bedeutend geringer weil die Schwankungen bei mir im Frühjahr geringer sind. Nachtfröste bis 20 Mai sind an meinem Standort keine Seltenheit.

Deshalb meine Frage: Gibt es Bodentemperaturmessungen und Auswertungen mit Wärmesummen?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Konrad Steinert
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Re: Bodentemperatur

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 21. Februar 2011, 19:32

Ja, es gibt wohl verschiedene Bodentemperaturmessungen, ich selbst habe sowas auch vor vielen Jahren mit elektrischen Sensoren durchgeführt. Wenn die Mineralisierung bei Direktsaat wesentlich langsamer läuft, hat das aber wahrscheinlich nur teilweise mit der Bodentemperatur zu tun. Die Bodenbearbeitung an sich, das Eindringen von Luft in den Boden, das beschleunigte Abtrocknen des Bodens bewirken an sich einen Schub an mikrobieller Entwicklung, der zu einer beschleunigten Mineralisierung führt.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
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ulikum
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Re: Bodentemperatur

Beitrag von ulikum » Sonntag 27. Februar 2011, 14:28

Konrad Steinert hat geschrieben: Wenn die Mineralisierung bei Direktsaat wesentlich langsamer läuft, hat das aber wahrscheinlich nur teilweise mit der Bodentemperatur zu tun.

Die Bodenbearbeitung an sich, das Eindringen von Luft in den Boden, das beschleunigte Abtrocknen des Bodens bewirken an sich einen Schub an mikrobieller Entwicklung, der zu einer beschleunigten Mineralisierung führt.
Mit der ersten Aussage, kann ich etwas anfangen, und das entspricht auch meinen Beobachtungen.

Die zweite Aussage: da denke ich besteht doch noch etwas Diskussionsbedarf.
ulikum hat geschrieben: Jetzt im Frühjahr heißt es wieder bei den Düngeempfehlungen, die Mulch- und Direktsaatflächen müssen stärker angedüngt werden.
Die Begründung, die Böden erwärmen sich schlechter, und die Mineralisation des Stickstoffs tritt deshalb langsamer ein.
Diese Aussage wird für Wintergetreidebestände getroffen, also alles Flächen die im Herbst schon bestellt wurden und auf denen
im Frühjahr keine Bodenbearbeitung mehr durchgeführt wird.
Deshalb nochmals meine Frage:

Warum starten Wintergetreidebestände die in Mulch oder Direktsaat im Herbst ausgestellt wurden im Frühjahr langsamer?
Und muss wirklich eine höhere Stickstoffgabe gedüngt werden?
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ulikum
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Re: Bodentemperatur

Beitrag von ulikum » Sonntag 6. März 2011, 10:45

Da keiner im Forum auf die Frage eingeht, ergibt sich für mich eine neue Konstellation,

entweder ist der Dünger noch viel zu billig, das man es sich erlauben kann mehr zu streuen,
oder aber
warum sollte man seine Gedanken an etwas verschwenden wenn es doch von der
Industrie schon eine imposante Lösung gibt.
______________________
Temperatur und Bodenfeuchte, (das Mikroklima) haben einen entscheidenden Einfluss auf das Wachstum, die Gesundheit und den Ertrag unserer Kluturpflanzen.
Deshalb ist das Wissen um die Zusammenhänge unerlässlich.
http://www.warensortiment.de/technische ... tchdog.htm
______________________
Für alle anderen:
http://www.agricon.de/produkte/yara-n-sensor/
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tomte
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Re: Bodentemperatur

Beitrag von tomte » Sonntag 6. März 2011, 13:56

ulikum hat geschrieben:Und muss wirklich eine höhere Stickstoffgabe gedüngt werden?
Das halte ich für sehr fragwürdig. Wenn die Mineralisierung langsamer in Gang kommt hilft ja eine höhere Düngergabe nicht. Helfen könnte da eher eine andere Art Dünger oder andere Ausbringtechnik um die Mineralisierung in Schwung zu bringen.

In dem Text hier sind einige Autoren genannt die evtl. weiterführende Informationen und Untersuchungen bieten könnten: http://www.ohnepflug.de/index.php?optio ... Itemid=169
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Bodentemperatur

Beitrag von ulikum » Dienstag 22. März 2011, 08:29

Hallo Tomte,
dein Verweis war recht aufschlussreich.
Es gab jede Menge zu lesen und zu überdenken.
Ich glaube das Problem ist im Bereich des Bodenlebens zu suchen.
Dort wird im zeitigen Frühjahr ein Teil des Stickstoffs für unproduktive,
oder auch aus Sicht der Mulch- und Direktsaat kontraproduktive Vorgänge verbraucht.
Noch ein Grund mehr sich über die Zusammenhänge Gedanken zu machen.
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joe_d
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Re: Bodentemperatur

Beitrag von joe_d » Sonntag 27. März 2011, 20:49

die Frage ist nun: wie weit können unsere "Kulturpflanzen" mit dieser N-Dynamik was anfangen -b.z.w. wirkt sich diese N-Dynamik auf die Gesundheit und Quallität aus
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

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