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Ganzjährige Bodenbearbeitung

Verfasst: Sonntag 19. Dezember 2010, 12:03
von Kohl
Mit Erstaunen habe ich gestern festgestellt, dass meine Regenwürmer auch bei Aussentemeperaturen von etwa -10° unter der geschlossenen Schneedecke noch aktiv waren. In etwa 15-20 cm Tiefe fand ich einzelne allerdings kleinere Exemplare bei der Arbeit.
Vor ein, zwei Wochen waren dort noch die richtig großen Kaliber anzutreffen. Bin dennoch erstaunt, dass die Kerle ohne Winterpause ducharbeiten.

Eine Frage die ich mir stelle: Haben Regenwürmer gemeinsame Gangsysteme oder sind es Einzelkämpfer?

Re: Ganzjährige Bodenbearbeitung

Verfasst: Sonntag 19. Dezember 2010, 17:00
von ulikum
Die Wintermonate (Dezember bis Februar) verbringen Regenwürmer in Mitteleuropa in 40 bis 80 cm Bodentiefe in einer Art Kältestarre. Häufig finden sich unter wärmespeichernden Bodenstrukturen wie Baumstümpfen, Steinen oder Komposthaufen ganze Kolonien zusammengerollter Würmer. Unter hohen und dicht geschlossenen Schneedecken ist der Boden gegen Kälte geschützt und meist nicht gefroren. Stellenweise kann man hier Regenwürmer beobachten, die selbst im Winter im Bereich des Oberbodens aktiv sind. Noch ist unbekannt, inwieweit und wie lange die Tiere Kältegrade überstehen können. Mittelfristig droht den im Winter aktiven Würmern die Gefahr auszutrocknen, da eine Durchfeuchtung des Bodens aufgrund der gefrorenen Schneedecke bzw. Bodenoberfläche nicht stattfindet. Manche Arten können während der Winterruhe ca. 80 % ihres ursprünglichen Gewichts einbüßen, bevor sie sterben. Lumbricus terrestris zum Beispiel vollzieht in den relativ milden Gegenden Südwestdeutschlands (Oberrheingraben) keine richtige Winterruhe. Er erscheint in feuchten, frostfreien Nächten stets an der Bodenoberfläche, um Nahrung aufzunehmen. Die im Herbst abgelegten Kokons der geschlechtsreifen Regenwürmer entwickeln sich im frostfreien Boden über den Winter hinweg weiter. Im Frühjahr schlüpfen die Jungwürmer nach Eintritt einer Bodentemperatur von über 10 °C. :mrgreen: