Kann der Regenwurm.........

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Herbert Pickel
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Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Herbert Pickel » Donnerstag 1. April 2010, 19:40

Hallo GKB Forumler.

Ich fahre sehr oft durch einen Landstrich, der durch Weiherketten geprägt ist. 8-)
Die Kollegen dort sind wirklich zu beneiden, im negativen Sinne. :roll:
Staunässe Hektar für Hektar. Gott sei Dank bin ich ca 10 km von diesen Gegebenheiten entfernt. 8-)
Jetzt die Frage, die ich mir schon lange stelle.

Ist es möglich durch noTill oder minimalste Bodenbearbeitung, inclusive intensivsten Zwischfuchtbau diese Lettenschichten so zu erschliessen, heißt durchbrechen, dass ein "wirtschaften" nach einigen Jahren möglich ist? :?:

Man sieht sehr viele Flächen die regelrecht absaufen. Schönster Raps vom Herbst, geht einfach unter. :shock:

Feuerfrei, für die Diskussion, die hoffentlich aufkommt. :D

Frohe Ostern
Herbert
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Tyrolens
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Tyrolens » Donnerstag 1. April 2010, 21:45

Hallo,


wo liegt denn der Grundwasserspiegel in dieser Gegend und wie sehen die Niederschlagsverhältnisse aus?

Georg Doppler
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Georg Doppler » Donnerstag 1. April 2010, 22:11

Über diese Dinge hab mir auch schon öfter Gedanken gemacht.
Ich hab ein Feld mit Namen "Lehmgrube". Wie der Name schon sagt eine ehemalige Lehmgrube; also:
4m tiefer als die umliegenden Flächen. Wenig Humusauflage und darunter reiner Lehm mit darunterliegenden (0,5 bis 1,5m tiefer) Schotterhorizonten aus nicht wirklich durchlässigem Schotter. Das heißt: Eislaufen im Winter, Enten im Frühjahr, Verbrannte Teilflächen im Sommer, Nervenkitzel bei späträumenden Früchten im Herbst ...
Zur Zeit steht der Weizen (soweit noch nicht ersoffen) noch teilweise unter Wasser. Grundwasser ist das aber nicht, wie in dem von dir beschriebenen Fall.
Struktur und Humusgehalt haben sich seit der Umstellung auf Minimalbodenbewirtschaftung vor 10 Jahren am Großteil der fläche schon sehr deutlich verbessert, nur glaub ich dass auf den schlimmsten Stellen einfach deshalb nix weitergeht weil mir die Würmer und Co. einfach regelmäßig ersaufen. Wie lang können die Würmer in überfluteten Böden überleben, was denkt ihr?
Auf einem Eck der Fläche hab ich vor 3 Jahren etwas Schotter raugebaggert und ein tiefes Loch hinterlassen. Scheinbar hab ich dort durchlässige Schichten erwischt und somit den ganzen Umkreis trockengelegt, denn dort bleibt Wasser auch nach Wolkenbrüchen nur für Minuten stehen. Ich überlege nun einfach mitten im Feld an den tiefsten Stellen ebensolche Löcher auzubaggern. Was denkt ihr wie lang kann das was nützen bis die Löcher dicht sind und ich "Ententeiche" im Feld hab?
Georg
Bio-Marktfruchtanbau, Blonde d´Aquitaine hornlos Zucht, Freilandschweinehaltung in Oberösterreich:
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tomte
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von tomte » Donnerstag 1. April 2010, 22:16

Wie wärs mit einer Drainage anstelle von Löchern im Feld?
Wir haben hier recht hohen Grundwasserstand, aber überall Drainagen liegen. Das Wasser stand zwar nach der Schneeschmelze fast überall oben drauf, war dann aber innerhalb von 2-3 Tagen verschwunden (bis auf einzelne Stellen (tieferliegend, kaputte Drainage?))
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Georg Doppler
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Georg Doppler » Donnerstag 1. April 2010, 22:38

Leider liegt das Feld, wie gesagt um 4 m tiefer als das Umland. Also keine Möglichkeit für Drainagen. :cry:
Georg
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tomte
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von tomte » Donnerstag 1. April 2010, 22:48

Georg Doppler hat geschrieben:Leider liegt das Feld, wie gesagt um 4 m tiefer als das Umland. Also keine Möglichkeit für Drainagen. :cry:
Georg
Dann mach nur ein Loch und da alle Drainagen rein oder du musst abpumpen - wie die Holländer ;)
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Georg Doppler » Donnerstag 1. April 2010, 22:57

Das mit dem Loch und den Drainagen hätt ich eben vor, nur frag ich mich wie lang es dauert bis der Boden des Loches "versiegelt" durch den Eintrag von Lehm und ob sich der Aufwand dann rentiert. Der Boden des bestehenden Loches ist nämlich schon ganz schlammig.
Georg
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Tyrolens
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von Tyrolens » Freitag 2. April 2010, 10:38

Wir haben einen Acker auf ähnliche Weise entwässert. Durch die tiefste Stelle, war zum Glück ein kleines Tal, ein Drainagerohr gezogen, das in ein tiefes Loch (so tief, dass es Wasser nach unten abführen kann) geleitet, mit großen Steinen verfüllt, Oberboden drauf, fertig.

joe_d
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Re: Kann der Regenwurm.........

Beitrag von joe_d » Sonntag 4. April 2010, 21:55

hallo -ja, dass mit dem Verschlämmen des Loches währe eine logische Schlußfolgerung .....
jedoch hab ich letztes Jahr erstmals eine interessante entdeckung gemacht!
Ein Feld von mir, dass immer wieder bei Hochwasser Überflutet wird, übernimmt dann immer die Rolle des Baches - soll heissen die Hälfte rinnt im Bachbett die andere oder auch noch mehr fließt ca. 450m durch mein Feld.
Nach nunmehr 7 o. 8 Jahren Mulchbodenwirtrsch., viel mir erstmals auf, dass das Wasser zwar wie üblich braun vom Nachbarfeld kommt aber glasklar mein Feld wieder verläßt..... was früher nie der Fall war
also wenn die Lebendverbauung hält, sollten auch die Filterschichten nicht so schnell verstopft werden
viel Glück - vielleicht funktionierts

lg. joe
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

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