Sandhafer ausverkauft

farmservice
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Sandhafer ausverkauft

Beitrag von farmservice » Montag 15. Februar 2010, 08:21

Sandhafer ausverkauft !
nur ein paar Tage nach der Meldung in der Lop war der Sandhafer ausverkauft. Ich glaube es waren nur ein paar oder gar keine Kilos da. Ich finde das etwas ungeschickt. Aber die Vertreiber Firma ist wahrscheinlich etwas kompliziert. Also muß jeder der eine Zwischenfrucht betriebswirtschaftlich anbauen will sich selber helfen. Das ganze Service und Partnerschaft Gerede von unseren "Marktpartner" ist nur Lug und Trug.
Jörg

Konrad Steinert
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 15. Februar 2010, 09:19

Es ist leider oft so, dass für neu eingeführte Sorten zunächst nur sehr wenig Saatgut zur Verfügung steht und man allenfalls für Testzwecke einige Kilo erhält. Man sollte das den Saatgutvermehrern nicht zum Vorwurf machen, schließlich dauert die Vermehrung immer eine gewisse Zeit.
Zu hoffen bleibt, dass das Angebot im kommenden Jahr ausreichend für den Bedarf ist. Der Sandhafer scheint eine Zwischenfrucht mit großem Potential zu sein, nicht nur zur Gründüngung, sondern auch als Futter oder Biogassubstrat. Normaler Hafer ist zumindest vorläufig eine Alternative, wenn auch in vielen Dingen nicht so optimal wie der für die Futternutzung, Gründüngung und zur Nematodenbekämpfung selektierte Sandhafer.
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Georg Doppler
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Georg Doppler » Mittwoch 17. Februar 2010, 19:06

Ich hab Sandhafersaatgut vor ca 3 Wochen bestellt über die RWA in Österreich und heute nachgefragt, ob noch etwas verfügbar ist; ich erhielt die Auskunft, dass noch eine geringe Menge aus D. verfügbar wäre.
Georg
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von ulikum » Donnerstag 18. Februar 2010, 22:59

müssen wir uns immer auf alles neue stürzen?

was ist aus unseren alten Zwischenfrüchten geworden? Vielleicht sollten wir mal über neue Gemenge von bekannten Zwischenfrüchten nachdenken.
nicht immer ist alles neue auch wirklich besser, ich denke da vor allem an die Trespe, sie wurde bei uns von den Straßenbauämtern Anfang der 70 er Jahre verstärkt ausgesät. Die Probleme sind mittlerweile bei den Pfluglos wirtschaftenden Betrieben bekannt.
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von farmservice » Freitag 19. Februar 2010, 07:27

Hallo
in Grund hast Du recht, aber da wir zu Weizen nach Weizen nach einer Lösung suchen wäre der Sandhafer vielleicht ein weiterer Schritt. Ich gehe aber von einer Versuchsphase von 10 Jahren aus , bis wir eine gangbare Lösung haben. Das hauptproblem wird sein das so eine Mischung nicht mehr wie 45 € / ha kosten darf sonst wirds noch schwieriger.
Beste Grüße aus dem "Zonenrandgebiet West"
Jörg

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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von ulikum » Freitag 19. Februar 2010, 08:25

Hallo Jörg,

ich denke Weizen nach Weizen wird nicht die Zukunft gehören. Wenn ich die Probleme in Norddeutschland sehe wo Flächen mittlerweile bis zu 4 x gegen Ackerfuchsschwanz gespritzt werden, und das auch noch mit Pflug, dann denke ich wir sollten es hier erst gar nicht soweit kommen lassen.
Mein Vorschlag wäre z.B. Winterweizen, ein Gemenge aus fünf sicher ab frierenden Zwischenfrüchten und dann wenn möglich ab Anfang Dezember oder besser ab Anfang Januar Sommerweizen in Direktsaat bei leichtem Frost und trockenem Wetter ausbringen.
Als Alternative habe ich bei W-Weizen nach W-Weizen auch sehr gute Erfahrungen mit Serradella gemacht. Anfang Juni mit Dünger ausgebracht, ergab meist einen recht gleichmäßigen Bestand. (ca. 70 bis 80 % Feldaufgang.)
Serradella läßt sich sehr leicht vermehren, mitte März ausgesät und mit dem Mähdrescher im Ende Juli geerntet.
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Bayer40 » Freitag 19. Februar 2010, 11:03

Hallo zusammen,

mal ne andere Frage:
Mitwelchen Mischungspartnern könnte mann Sandhafer mischen?
Welche kg-verhältnisse?
Aussaat müsste auch mit Grubber mit aufgebautem Feinsamenstreuer funktionieren oder ist Drille pflicht??
Anbau in Südbayern ca. 10-25 August.

Weitere frage:
habe angebot von Händler sorte ASTRIGOSA kg preis ca. 3€ netto
Bei reinsaat 80kg (laut LOP) 240€/ha - wer kann sich das leisten?

Welchenpreis hat Hr. Doppler bezahlt?

Grüße aus dem kühlen Bayern

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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Herbert Pickel » Samstag 20. Februar 2010, 08:52

Hallo Herr Schleiter.

Sie haben absolut recht, mit dem aufs Neue stürzen. Brauchen wir wirklich einen Sandhafer aus Südamerika? Die Probleme liegen doch in den einfachen Getreidefruchtfolgen Weizen nach Weizen. Habe ich auch schon praktiziert. Mit geringen Erfolg. Wenn ich aber die Angebotspalette der Pflanzengattungen in Deutschland sehe, stecken wir doch nicht einmal in den Kinderschuhen was Zwischenfrüchte angeht (welche Früchte genutzt werden). Ich behaupte sogar, dass es wahrscheinlich nicht einmal fruchtfolgerelevant ist, wenn ich jedes Jahr Leguminosen in den Mischungen habe. Die müssen halt vielfältig genug sein. WEr den Wurzelatlas durchblättert, sieht doch das Mischungen den Boden am besten erschliessen. Das ist doch das Ziel! Nur Wurzeln bringen uns nach vorne. Selbst Raps mit einem geringen Anteil sehe ich nicht als Problem. Vorraussetzung muss natürlich sein, dass der Boden seine natürliche Ruhe erhält und sich aufbauen kann. Wenn ich viel drin rumrühre nutzt mit die beste Zwischenfruchtmischung nichts. Die Saatgutkosten glaube ich kann man mit Selbstvermehrung eigentlich im aktzeptablen Bereich halten. :?:

Soviel von mir, zum alles heilenden Sandhafer, der für mich vielleicht mal später kommt, wenn er etabliert ist und damit auch günstig. :D

Gruss
NOPFLUG
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bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Georg Doppler
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Georg Doppler » Mittwoch 24. Februar 2010, 01:19

2,64 Euro/kg incl. Steuer
Ich überlege ev. einen Teil des Sandhafersaatgutes im Frühjahr zu säen und nachzubauen. Hat wer Tips? Sätermin, Saatstärke, ...
Danke
Georg
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Konrad Steinert
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Re: Sandhafer ausverkauft

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 3. März 2010, 15:44

Sandhafer kommt ursprünglich nicht aus Lateinamerika, sondern ist eine europäische Kulturpflanze, die vor Jahrzehnten auch in Deutschland angebaut wurde und erst vor einigen Jahrzehnten nach Südamerika eingeführt wurde.

Hier aber noch eine aktuelle Information zum Nachbau von Futterpflanzen:
http://www.proplanta.de/rl.php?url=1267626480

Bisher scheinen die Züchterverbände den Nachbau von Zwischenfrüchten jedenfalls noch nicht im Visier zu haben; sicherlich kommt das aber bald noch, wie die Meldung oben zeigt.
Wünschenswert wären jedenfalls für den Zwischenfruchtanbau freie Sorten, die evt. von staatlichen Institutionen oder Vereinen zur Verfügung gestellt werden könnten. Gerade bei großkörnigen Leguminosen oder Getreide wäre dies optimal für den Zwischenfruchtanbau.
Aber auch mit alten Sorten gibt es rechtliche Probleme, da nur sehr geringe Saatgutmengen abgegeben werden dürfen, alles andere wäre illegal.
Der Verein VERN beruft sich jedenfalls auf mehr Biodiversität und den Erhalt alter Kulturpflanzen, was gerade im Zwischenfruchtanbau von Bedeutung wäre

www.vern.de
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