Untersaat im Körnermais

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Franz
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Untersaat im Körnermais

Beitrag von Franz » Mittwoch 22. April 2009, 13:59

Servus Kollegen,

hat jemand von euch Erfahrung mit der Untersaat in den Körnmais? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte, denn ich möchte die Untersaat heuer das erstemal an wenden.

Schöne Grüße
Franz

Konrad Steinert
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Re: Untersaat im Körnermais

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 22. April 2009, 15:15

In der kommenden Ausgabe der LOP (5. Mai) werden wir dazu einen längeren Beitrag bringen. Am besten hat sich hierzu ein Gemenge aus Deutschem und Welschem Weidelgras bewährt. Technisch gibt es dazu verschiedene Möglichkeiten. Am besten hinsichtlich der Aufgangssicherheit wäre wohl eine Ausaat mit der Sämaschine nur zwischen den Maisreihen. Alternativ dazu kann man den Grassamen auch mit Pneumatikstreuern ab 6-8-Blattstadium in den Bestand blasen. Wird der Mais gehackt, wäre auch dies eine optimale Möglichkeit, die Untersaat in Verbindung damit in den Boden einzuarbeiten.
Dr. Konrad Steinert
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Meck-Pommer
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Re: Untersaat im Körnermais

Beitrag von Meck-Pommer » Samstag 16. Mai 2009, 22:42

Moin!

Der Artikel ist sehr gut.
Gibt es Erfahrungen mit der Untersaat von Klee?
Wie ist die N-Fixierung aus der Luft bzw. aus dem Boden (vor allen im Spätherbst) im Vergleich zum Weidelgras?

Ich habe mir jedenfalls einen Sack Perserklee zugelegt und werde mein Glück dieses Jahr im Silomais versuchen.

MfG,

Jochen

Konrad Steinert
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Re: Untersaat im Körnermais

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 17. Mai 2009, 12:13

Kleegras oder reinen Klee können Sie natürlich auch gern unterm Mais ansäen, es macht aber die Herbizidauswahl etwas schwieriger und es sind auch höhere Ansprüche an das Saatbett vorhanden. Die potentielle N-Bindung hängt dabei von der verbleibenden Vegetationszeit ab. Bei späten Sorten, die bis zum Schluss den Boden stark beschatten und erst im Oktober geerntet werden, ist die N-Bindung aber sicherlich nur gering und lohnt den Auswand für das teure Saatgut nicht. Bei früherer Ernte schon im September kann dagegen noch mit einer N-Fixierung (Wurzel und Sproß) von bis zu 50-70 kg/ha gerechnet werden.
Generell muss beachtet werden, dass Leguminosen (gerade Perserklee!) wärmeliebend sind, im Spätherbst, Winter und Vorfrühlimg kaum weiter wachsen und hierbei auch nur wenig N-Bindung erfolgt. Klee (am besten Weißklee als Untersaat) sollte also besser nach Getreide stehen und hat hier noch 2-3 Monate Vegetationszeit zur Stickstoffbindung und Bildung organischer Masse. Geht es um Bodenbedeckung, organische Masse und Erosionsvermeidung, sind Weidelgräser, Hafer und Roggen sicherlich eine bessere Wahl, sie benötigen aber Stickstoff - der im Maisanbau als Gülle meistens zur Verfügung steht.
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