Zwischenfruchtmischung vor Mais

Rainer Klenk
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Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Rainer Klenk » Freitag 19. Juni 2009, 11:36

Hallo,
habe vor nach Triticale-Gps Ernte (Ende Juli) eine Zwischenfruchtmischung auszusähen (mit Kreiseleggenkombi nach Grubber) auf die im Frühjahr Mais folgt.
Abgefrorene Pflanzenmasse soll im Frühjahr noch mit Biogassubstrat (30m3) überfahren werden und dann mit Scheibenegge flach eingearbeitet werden.
Denke an eine Mischung aus Erbsen; Sommerwicken; Hafer; Seradella; und Buchweizen (evtl Gelbsenf).
in welchem Verhältnis zueinander würdet Ihr sähen. (Keine Futternutzung gewünscht)

Mir geht es um Humusaufbau und Stickstoffbindung/anreicherung. Seht ihr Probleme mit sicherem abfrieren, Bodenerwärmung und evtl Durchwuchs im Mais?

Vielen Dank im voraus

Sevib
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Sevib » Freitag 19. Juni 2009, 11:49

Ne schöne Mischung, es könnte aber sein, dass der Buchweizen aussahmt bevor er abfriert. Musst halt schauen ob eventueller Buchweizendurchwuchs von den im Mais angewendeten Herbiziden erfasst wird.
Bei den kleinen Senf und Seradella Samen besteht die Gefahr, das sich das ganze in der Sämaschine entmischt.
Hafer Erbsen und Wicken sollten schon mindestens 3-4cm in den Boden, ob da der Senf und Seradella noch aufläuft kann ich nicht beurteilen.
Erbsen Wicken und Buchweizen frieren sicher ab, aber vom Hafer kommen bei später Aussaat meist noch einige Pflanzen über den Winter, bei Aussaat ende Juli dürfte das aber kein Problem sein.
Je nach Aussaatstärke und Bedingungen wird Seradella wahrscheinlich fast komplett von den anderen Pflanzen unterdrückt.

Konrad Steinert
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 19. Juni 2009, 22:36

Verzichten Sie am besten auf das Grubbern und setzen Sie den Kreiselgrubber am besten gleich auf der Stoppel unmittelbar nach der Ernte ein! So erreichen Sie den besten Aufgang, der Boden trocknet nicht erst aus.
Mit dem sicheren Abfrieren ist das beim Mais oft so eine Sache, da einige kräftige Altunkräuter und etwas Getreidedurchwuchs fast immer den Winter überstehen und dann im Mais nur noch teuer mit hohen Herbiziddosen bekämpft werden können. Eine Glyphosatbehandlung Ende März/Anfang April ist darum fast immer eine gute Investition. Da kann man dann gleich eine überwinternte Komponente wie Weidelgras, Winterroggen, Zottelwicke oder Inkarnatklee zugeben, die bei rechtzeitiger Glyphosatbehandlung im Frühjahr kaum noch Wasser ziehen.
Mit der Bodenerwärmung sehe ich bei der beabsichtigten Mulchsaat mit Saatbettbereitung keine Probleme. Auch hinsichtlich des Buchweizens hätte ich keine Bedenken, da dieser im Mais durch die meisten Herbizide gut erfasst wird. Bei der Saattiefe sollte es mit 2-3 cm Abage keine Probleme geben, bei Trockenheit evt. nochmal anwalzen.
Vergessen Sie jedenfalls nicht eine Düngung der Zwischenfrucht, am besten durch Gülle, die mit Schleppschläuchen nach dem Aufgang der Zwischenfrucht ausgebracht wird.
So könnte Ihre Mischung aussehen:
1. Erbsen (Peluschken) 40 kg/ha
2. Phacelia 3 kg/ha
3. Buchweizen 10 kg/ha
4. Winterroggen oder Hafer 30 kg/ha
5. Ölrettich 4 kg/ha
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
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stephanblankemeyer
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von stephanblankemeyer » Samstag 20. Juni 2009, 17:38

@Konrad Steinert

Mit Kreiselgrubber+Drillmaschine mit Rollscharen auch direkt in Getreidestoppel nach der Strohbergung? Wenn Stroh gehäckselt wird auch so eindrillen?was ist mit Strohverteilung?
Ist das im Sinne der guten fachlichen Praxis die Gülle Später in die zwischefrucht zu fahren?
Ist das so erlaubt?
Würde dann Hafer Erbsen Gemenge so drillen und Später eine Kopfdüngung in der Gründüngnung vornehmen! Ca. 18m³ Mischgülle 50% 50%
Rind und Schwein.Bei Winterwicken + Roggen auch so verfahren?
Eine Mischung würde sein 7kg Senf 40kg Erbsen 10kg Buchweizen und 30kg Hafer

MfG
Striptill, Mulchsaat, 50%Mais 25%Kartoffeln 12,5%Rüben 12,5%Triticale GPS,
750mm 20-35BP Sandmischkultur ,Biogas,Geflügelmast

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Blankemeyer

Meck-Pommer
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Meck-Pommer » Samstag 20. Juni 2009, 19:14

Stephan7538 hat geschrieben:@Konrad Steinert

[...]
Ist das im Sinne der guten fachlichen Praxis die Gülle Später in die zwischefrucht zu fahren?
Ist das so erlaubt?
[...]
MfG
So weit ich weiß, ist es erlaubt, Gülle in einen stehenden Bestand zu fahren, ohne anschließende Einarbeitung.
Die Verluste werden höher sein als bei anschließender Einarbeitung, aber natürlich viel geringer als auf nacktem Boden.

Sollte ich mich irren, belehrt mich bitte!

MfG,
Jochen

rettel
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von rettel » Montag 22. Juni 2009, 13:06

Man kann ja evtl. auch eine gute Gelegenheit abwarten und bei leichtem Regen oder kurz vorm Regen die Gülle in den stehenden Bestand fahren. Dabei dürften sich die Verluste wohl auf ein Minimum reduzieren lassen.

Konrad Steinert
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 22. Juni 2009, 21:18

Stephan7538 hat geschrieben:@Konrad Steinert

Mit Kreiselgrubber+Drillmaschine mit Rollscharen auch direkt in Getreidestoppel nach der Strohbergung? Wenn Stroh gehäckselt wird auch so eindrillen?was ist mit Strohverteilung?
Ist das im Sinne der guten fachlichen Praxis die Gülle Später in die zwischefrucht zu fahren?
Ist das so erlaubt?
Würde dann Hafer Erbsen Gemenge so drillen und Später eine Kopfdüngung in der Gründüngnung vornehmen! Ca. 18m³ Mischgülle 50% 50%
Rind und Schwein.Bei Winterwicken + Roggen auch so verfahren?
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MfG
Mit dem Kreiselgrubber sollte es zumindest nach Strohbergung gut funktionieren. Die Zeit, die verloren geht mit Gülleausbringung, Grubbern, abwarten und dann erst einsäen können Sie nicht wieder aufholen und der Acker trocknet aus! Wenn das Stroh nicht geborgen wird, ziemlich lang bleibt und ungleichmäßig verteilt wird, können Sie damit natürlich an Grenzen kommen.
Sofern das Saatgut Bodenkontakt hat, ist ein guter Aufgang zu erwarten. Wenn noch Stroh an der Bodenoberfläche bleibt, ist das als zusätzliche Mulchschicht erwünscht. Gegebenenfalls sollten Sie dann nochmal anwalzen.
Gülle mit Schleppschläuchen in den wachsenden Bestand ist "gute fachliche Praxis"; wie bereits gesagt, wäre es ideal, etwas feuchtere Bedingungen abzupassen. Übrigens ist auch das konventionelle Verfahren Gülle bei Sonnenschein auf die Stoppel und ein paar Stunden später eingrubbern mit enormen Stickstoffverlusten verbunden.
Optimale Technikvariante wäre eine Kombination aus Güllegrubber mit aufgebauter Zwischenfruchtsämaschine. Leider wird Ihnen das Ihr Lohnunternehmer nicht anbieten können, so dass Sie einen Kompromiss finden müssen.
Dr. Konrad Steinert
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von stephanblankemeyer » Dienstag 23. Juni 2009, 22:28

Wir machen alles selbst in Lohnunternehmergröße aber so ein Gerät besitzen wir auch nicht!
Aber ich probiere es so aus! Wenn ich den Senior überzeugen kann! :shock:

:D


MfG

Vielen Dank für die Anregung
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Stephan Blankemeyer

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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von stephanblankemeyer » Freitag 31. Juli 2009, 15:14

Was ist von dieser Mischung zu halten?
50%Buchweizen
35%Alexandrinerklee
15%Seradella

MfG
Striptill, Mulchsaat, 50%Mais 25%Kartoffeln 12,5%Rüben 12,5%Triticale GPS,
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Re: Zwischenfruchtmischung vor Mais

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 2. August 2009, 18:23

Das ist keine optimale Mischung. Der Buchweizen wird wahrscheinlich die kleinsamigen Leguminosen weitgehend unterdrücken. Entweder nehmen Sie statt der kleinsamigen Leguminosen großsamige wie Felderbsen, Lupinen, Wicken oder Ackerbohnen. Oder Sie lassen den Buchweizen weg und wählen als Beimengung z.B. Welsches Weidelgras. Wenn Sie die Samen schon da haben, dann säen Sie auf einem Teil der Fläche Serradella + Alexandrinerklee und auf dem anderen Teil Buchweizen (am besten mit N-Düngung/Gülle).
Dr. Konrad Steinert
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