Aufwertung von Gülle

Bayer40
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Aufwertung von Gülle

Beitrag von Bayer40 » Dienstag 2. Juni 2009, 09:00

Servus!

Habe mal ne frage:
und zwar war in der letzten LOP ein Artikel über Anton Hirl in dem
die Rede von Gülle aufwertung war.

1)Welche Dünger kommen hier in frage? flüssig, feste ???
2)was kosten diese, evtl. im Vergleich zu normalen Handelsdüngern
3)wir haben Rindergülle zur verfügung-wie kann diese maximal aufgewertet werden?

Danke und Grüße aus dem kalten
Bayern

York-Th. Bayer
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von York-Th. Bayer » Dienstag 2. Juni 2009, 18:41

Bayer40 hat geschrieben:Servus!
Habe mal ne frage:
und zwar war in der letzten LOP ein Artikel über Anton Hirl in dem
die Rede von Gülle aufwertung war.
1)Welche Dünger kommen hier in frage? flüssig, feste ???
2)was kosten diese, evtl. im Vergleich zu normalen Handelsdüngern
3)wir haben Rindergülle zur verfügung-wie kann diese maximal aufgewertet werden?
Danke und Grüße aus dem kalten
Bayern
Das ganze ist nun wirklich nicht so neu. Ich möchte nur mal in Richtung Aufwertung mit div. Kalken oder auch dem sog. Gülle Schwefel verweisen. Diese Dinge gab es schon vor über 30 Jahren und wurden auch immer angewandt.
zu 1:
alles was man in einer Flüssigkeit in Schwebe halten kann oder sich auflöst, so würde ich das mal begrenzen. Also von Fest bis Flüssig eben alles.
2. mal eine platte Antwort die sicherlich etliche reizen wird: Kommt auf Angebot & Nachfrage an und nicht zu schweigen von lokaler Verfügbarkeit. So macht es wenig Sinn einen Rohstoff mit z. B. nicht mal 8% Anteil an wertbestimmenden Nährstoff, wie z. B. N ewig weit zu transportieren.
3. man kann diese z. b. mit N Aufwerten das man mit 10 m3 schon über 150 kg N/ha, inkl. des angerechneten N aus der Gülle ausbringt. Das dies in die Längs- & Querverteilung gewisse Anforderungen mit sich bringt.
In den letzten Jahren hat sich gerade Aufmischen mit N etwas weiter verbreitet.

Die Frage die man sich stellen sollte bevor man das macht ist doch wohl auch was man bezwecken will und was man wirklich benötigt, neben der Frage welche Nährstoffe überhaut Sinn machen das man sie zusammen packt.
Viel Spaß

York-Th.
Landwirtschaft mit Passion

stephanblankemeyer
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von stephanblankemeyer » Montag 16. November 2009, 18:46

Hat schon mal jemand was von dem N1-K15 Dünger gehört? ist flüssig und man könnte ihn so in Gülle einrühren!man würde einen ganzen Zug sprich 25 to auf 1000m³ verteilen und eine erhöhung von 3,7kg Kali erreichen sprich statt sonst 5kg Kali in Rindergülle knapp 9kg
Also bei Mais der 40m³ gedüngt wird ca 360kg Kali ha !
Kann der Boden das überhaupt vertragen? was sagt das Bodenleben? Wenn man diese Menge in Grünroggen im zeitigen Frühjahr ausbringt und später bearbeitet?oder nur Abspritzen mit Roundup und rein den Mais? würde das gehen?


Mal zum nachdenken
Striptill, Mulchsaat, 50%Mais 25%Kartoffeln 12,5%Rüben 12,5%Triticale GPS,
750mm 20-35BP Sandmischkultur ,Biogas,Geflügelmast

Mit freundlichen Grüßen

Stephan Blankemeyer

goos
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von goos » Montag 16. November 2009, 23:06

:mrgreen:

die landwirte sollten sich und ihre flächen nicht zur billigen abfallentsorgung der industrie mißbrauchen lassen !

http://www.hr-online.de/website/rubrike ... t_33682752
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

Konrad Steinert
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 17. November 2009, 09:32

Im Allgemeinen ist es eigentlich sinnvoll, Abprodukte der Industrie im Sinne einer Kreislaufwirtschaft als Dünger einzusetzen, solange diese nicht mit problematischen Chemikalien oder auch Kunststoffen bzw. Glasscherben durchsetzt sind, die dann dauerhaft auf dem Acker verbleiben. Es wäre unvernünftig, unbelastete Produkte z.B. aus der Lebensmittelindustrie oder Zuckerindustrie (Vinasse, Rübenkalk) mit hohen Kosten zu entsorgen, die man als Düngemittel nutzen könnte. Manche Produkte wie der angesprochene NP-Dünger sind chemisch extrahiert und daher nahezu frei von jeglichen Schadstoffen.

Gegenüber Klärschlämmen und Komposten zweifelhafter Herkunft sind aber in jedem Falle Bedenken angebracht, gerade wenn diese kostenlos oder mit zusätzlichem Bonus angeboten werden.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von stephanblankemeyer » Dienstag 17. November 2009, 10:33

Man sollte das wohl immer skeptisch sehen! das probrn ergebnis sagt aus das keine giftigen schwermetalle drin sein sollen.
Andersrum wer es bezahlt bekommt auch das ergebnis. Ich werd mich nochmal genau informieren.
Striptill, Mulchsaat, 50%Mais 25%Kartoffeln 12,5%Rüben 12,5%Triticale GPS,
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Mit freundlichen Grüßen

Stephan Blankemeyer

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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von Bayer40 » Montag 19. Juli 2010, 19:44

Hallo zusammen,

muss nochmal nachhaken...

Habe heuer vor Rindergülle mit Harnstoff aufzuwerten und so die Herbstdüngung
bei Körnerraps vor der Grundlockerung mit Grubber zu erledigen.

Wie problematisch seht Ihr die Abgasungsverluste- da der Grubber Zeitversetzt läuft
ca. halben Tag. oder ist eine extra Überfahrt mit dem Düngerstreuer sinnvoller.

Gibt es Probleme mit der Pflanzenernährung da die Gülle ja relativ tief eingearbeitet wird?
Zusatzfrage kann der HS auch in der Grube abgasen?

Danke und Grüße aus Bayern

Konrad Steinert
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 19. Juli 2010, 20:21

Es macht sicherlich Sinn, den Harnstoff in der Gülle aufzulösen, wenn diese mit dem Güllegrubber sofort in den Boden eingearbeitet werden kann. Im geschilderten Fall einer nachträglichen Einarbeitung sollte aber besser davon abgesehen werden, da gerade bei der Ausbringung in der prallen Sonnen auf trockenes, heißes Stroh hohe NH3-Verluste zu befürchten sind. Da wäre es wohl besser, den Harnstoff in einem gesonderten Arbeitsgang mit dem Streuer auszubringen.

Möglicherweise können hier auch Urease-Inhibitoren nachhelfen, die eine Zersetzung des Harnstoffs in Ammonium aufhalten können und gerade als Güllezusatz interessant sein könnten:
http://www.agra.cz/de-produkte/ureastabil.html
Lt. Angabe des Anbieters soll das Produkt aber erst im kommenden Jahr auf den Markt kommen.
Dr. Konrad Steinert
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von Bayer40 » Montag 3. Januar 2011, 09:54

Servus,

hätte noch eine Frage gibt es noch Kalke die man in Rindergülle, bzw.
Rindergülle Biogasgüllegemisch einrühren kann??
Mir bekannt ist der Schwarzkalk, ist aber für die Struckturverbesserung
sicher nicht der BEste Kalk.

Danke für Eure Infos

Bayer40
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Re: Aufwertung von Gülle

Beitrag von Bayer40 » Donnerstag 16. Mai 2013, 19:43

Hallo,
kann mir jemand kontakte nennen die mit flüssigen Düngern zum Gülleauwerten
arbeiten?
Danke

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