Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Kohl
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Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von Kohl » Donnerstag 6. Mai 2010, 06:33

Hallo,
nachdem im Bereich der Schleppschlauchverteiler auch Arbeitsbreiten über 20m im Einsatz sind stellt sich die Frage ob ein wesentlicher Teil der Düngung mit (Biogas) Gülle in den kniehohen Bestand erfolgen kann?
Hätte Vorteile in der Nährtoffausnutzung,Arbeitswirtschaft und auch in der Befahrbarkeit der Felder.

Hat jemand Erfahrungen damit, auch im Hinblick auf die Pflanzenschäden in den Fahrspuren?
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Konrad Steinert
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 6. Mai 2010, 08:22

Prinzipiell ist das mit den großen Arbeitsbreiten eine interessante Lösung. Evt. sollten dann die Fahrspuren entsprechend verbreitert werden, damit auch Breitreifen in den Bestand passen. Am Vorgewende sind dann aber Schäden kaum zu vermeiden.

Optimal wäre hierfür eine Gülleverschlauchung, da man dann keine 50 Tonnen übers Feld fahren muss. Leider würde der Schlauch beim übers Feld ziehen den Pflanzenbestand niederdrücken.
Eine dänische Firma hat dazu eine interessante Lösung entwickelt, die aber sicher nur für Lohnunternehmer finanzierbar ist:
http://www.agrometer.dk/00185/00186/
Dr. Konrad Steinert
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tomte
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von tomte » Donnerstag 6. Mai 2010, 11:29

Konrad Steinert hat geschrieben:Am Vorgewende sind dann aber Schäden kaum zu vermeiden.
Dann muss man das Vorgewende eben mit etwas anderem bepflanzen - am besten schon im Herbst eingesät, dann lässt sich das mit deutlich geringerem Schaden befahren. Machen wir im Gemüseanbau auch so (meist Kleegras am Vorgewende).
Optimal wäre hierfür eine Gülleverschlauchung, da man dann keine 50 Tonnen übers Feld fahren muss. Leider würde der Schlauch beim übers Feld ziehen den Pflanzenbestand niederdrücken.
Eine dänische Firma hat dazu eine interessante Lösung entwickelt, die aber sicher nur für Lohnunternehmer finanzierbar ist:
http://www.agrometer.dk/00185/00186/
Das geht wohl nur auf pasenden (dänischen ?) Feldern - aber der Schlauch macht nicht mehr Schaden als der einer Bewässerung, solange man nicht großartig Kurven fährt und versucht dabei den Schlauch nicht mehr abzurollen sondern ziehen...
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

goos
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von goos » Donnerstag 6. Mai 2010, 11:44

:mrgreen:
Konrad Steinert hat geschrieben:Prinzipiell ist das mit den großen Arbeitsbreiten eine interessante Lösung. Evt. sollten dann die Fahrspuren entsprechend verbreitert werden, damit auch Breitreifen in den Bestand passen. Am Vorgewende sind dann aber Schäden kaum zu vermeiden.

Optimal wäre hierfür eine Gülleverschlauchung, da man dann keine 50 Tonnen übers Feld fahren muss. Leider würde der Schlauch beim übers Feld ziehen den Pflanzenbestand niederdrücken.
Eine dänische Firma hat dazu eine interessante Lösung entwickelt, die aber sicher nur für Lohnunternehmer finanzierbar ist:
http://www.agrometer.dk/00185/00186/
irgendwann hörts auf !!!!!
für manchen hof wärs manchmal besser......
die flächen einsäen und koppelschafhaltung betreiben.....
anstatt eine biogasanlage zu bauen und danach solches equipment zu benötigen !!!!!
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

rettel
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von rettel » Donnerstag 6. Mai 2010, 13:31

Kohl hat geschrieben:Hallo,
nachdem im Bereich der Schleppschlauchverteiler auch Arbeitsbreiten über 20m im Einsatz sind stellt sich die Frage ob ein wesentlicher Teil der Düngung mit (Biogas) Gülle in den kniehohen Bestand erfolgen kann?
Hätte Vorteile in der Nährtoffausnutzung,Arbeitswirtschaft und auch in der Befahrbarkeit der Felder.
Hat jemand Erfahrungen damit, auch im Hinblick auf die Pflanzenschäden in den Fahrspuren?
Gülle mit Schleppschläuchen in den stehenden Maisbestand hereinfahren wird hier in der Gegend schon seit Jahren gemacht. Solange die Flächen nicht zu viele Fahrgassen haben und man am Feldende wenn möglich gerade aus dem Bestand herausfahren kann, ist das überhaupt kein Problem. Bisher wurde es hauptsächlich mit Schleppschlauchbreiten von 15 bis 18 m gemacht. Mittlerweile auch - bei Anlage von Fahrgassen - mit Verteilern von 24 bis 30 m.
Also in puncto Pflanzenschäden sehe ich da keine Probleme. Jedoch können die N-Verluste bei der Ausbringung mitunter sehr hoch sein, da es zu dem Zeitpunkt häufig sehr warm ist und die Gülle ja nicht unbedingt bei feuchten Bedingungen ausgebracht wird, da man nur bis zu einer gewissen Größe des Maises in den Bestand fahren kann und die Gülle nunmal weg muss, egal ob die Witterungsbedingungen ideal für geringe Verluste sind.
Die Nmin-Probenergebnisse liegen häufig auch erst zu spät vor, so dass man die Gülle genauso gut vorher in den Bestand hereinfahren kann.
N-Auswaschungsverluste bei Mais treten eh nur in nassen Jahren und auf drainierten Flächen auf. Wenn erst der Sommer nass wird, ist auch der Stickstoff, der erst später in den Bestand gebracht wird, fast genauso auswaschungsgefährdet wie der Stickstoff, der unmittelbar vor der Saat ausgebracht wird.

Tyrolens
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von Tyrolens » Freitag 4. Juni 2010, 15:48

Hallo,


wieviel m³/ha sollen den in den Mais. Es muss ja nicht immer ein 30 m³ Fass sein, gibt auch kleinere. ;)

In Österreich gibt es einen LU, der hat Schlepper und Güllefass auf passende Spurweiten gestellt. Der Bodendruck ist entsprechend groß. Besser, man legt Fahrgassen an, was auch nicht die Standraumverteilung beeinträchtigt, wenn man Engsaat macht.

Als Zukunftsprojekt könnte/sollte man sich über Umkehrosmose Gedanken machen. Ist ein sehr interessantes System...


Ist die Nährstoffausnutzung bei solch später Düngung denn um so viel besser. Dauert doch auch seine Zeit, bis die Mineralisierung beginnt.


Gruß,

Thomas

Tyrolens
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von Tyrolens » Freitag 4. Juni 2010, 15:50

doppelpost
Zuletzt geändert von Tyrolens am Freitag 4. Juni 2010, 22:02, insgesamt 1-mal geändert.

ANDERSgesehn
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von ANDERSgesehn » Freitag 4. Juni 2010, 18:09

in unseren breiten bringt eine gülledüngung im bestand nur eine ernteverzögerung bzw höhere erntefeuchtigkeit von 3-4% und sonst gar nichts.

lg
ANDERSgesehn.

ps: am 25. mai war mein bestand knie hoch.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
schweinezucht & schweinemastbetrieb mit
pseudovergleyte parabraunerde, 60-68 bodenpunkte
290-410m seehöhe ~900mm jahresniederschlag 9° temp.
im letzten jahrtausend weltmeister in stoppelpflügen.
es ist verdammt hart bauer zu sein.

goos
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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von goos » Freitag 4. Juni 2010, 18:53

:mrgreen:

bei uns am 3. juni ist der mais knöchelhoch !!!!
und die drainagen laufen......
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

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Re: Gülle über Schleppschlauch in stehenden Maisbestand

Beitrag von Tyrolens » Freitag 4. Juni 2010, 22:04

Ist aber nicht so, dass beim Anders das Wetter um so viel anders wäre.

Kann's der frühe Saatzeitpunkt raus reißen? Das Wetter war im April nicht so schlecht...

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