Kupfer- Pflanzenschutzmittel- Dünger - oder Schwermetall

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ulikum
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Kupfer- Pflanzenschutzmittel- Dünger - oder Schwermetall

Beitrag von ulikum » Mittwoch 14. Dezember 2011, 09:32

Bei der Suche nach Antworten bin ich auf folgende Seiten gestoßen:

http://kupfer.jki.bund.de/index.php?menuid=1

und nun stellt sich folgende Frage:

Kupfer ist ein Schwermetall und wird in der Landwirtschaft als Pflanzenschutzmittel sowie auch als Dünger eingesetzt.
Was passiert mit dem Rest der im Boden verbleibt?
Hat dieser Rest vielleicht auch Auswirkungen auf das Bodenleben?
Und wenn ja wie stark sind diese Auswirkungen und müssen sie nur als negativ angesehen werden,?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

Konrad Steinert
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Re: Kupfer- Pflanzenschutzmittel- Dünger - oder Schwermetall

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 14. Dezember 2011, 14:02

Ja, die Reste verbleiben im Boden und reichern sich dort langfristig an. Im Gegensatz zu organischen, chemisch-synthetischen Fungiziden werden sie auch nicht irgendwie abgebaut, die Auswaschung ist eher gering! Bei Schwefelmittel bestehen keine größeren Bedenken, weil dieser oxydiert und das Sulfat dann ausgewaschen wird.
Wenn so ein Kupferfungizid nur einmal aller paar Jahre eingesetzt wird, ist es wahrscheinlich unbedenklich. Ich habe auch schon Berichte gehört, wo der jahrelange Einsatz derartiger Kupferfungizide sehr nachteilige Auswirkungen auf das Bodenleben hat; vor allem wenn sie sehr häufig und über einen längeren Zeitraum hinweg ausgebracht werden, wie dies nun mal im Weinbau typisch ist. Da muss man wohl langfristig umdenken und eine andere Lösung finden müssen.

Aber gerade bei so einem Produkt wie Wein tut sich der Verbraucher mit neuen resistenten Sorten schwer, die eben auch anders schmecken als gewohnt. Oder man akzeptiert halt beim Ökowein mit niedrigere Erträge und bescheidenere Qualitäten, wenn man auf Kupferfungizide verzichtet. Neue Krankheiten wie Perenospora machen es heute schwieriger, im Weinbau ganz ohne Pflanzenschutz auszukommen, als dies vor 50 oder 100 Jahren war.

In geringen Dosen kann Kupfer natürlich auch ein Mikronährstoff sein, vor allem auf sauren Heideböden; eine Überdosis bringt aber nur Probleme und schränkt u.U. die Verfügbarkeit anderer Nährstoffe ein.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
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http://www.pfluglos.de

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