Flüssige Unterfußdüngung Mais

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Kohl
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Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von Kohl » Donnerstag 10. Februar 2011, 19:12

Hallo,
hat jemand Erfahrung mit flüssiger Unterfußdüngung?
In den letzten Jahren haben wir keine UF Düngung mehr durchgeführt, teilweise komplett auf mineralische Ergänzung bei P und K verzichtet.
Jetzt bietet es sich beim Kauf einer neuen EK Drille an, probeweise Schare für die UF Düngung zu erhalten. In Verbindung mit Fronttank und elektrischer Pumpe sollte es kein Problem sein 100l/ha einer N oder N/P Düngerlösung UF zu dosieren.
Welche Mengen sind sinnvoll? Bzw. wäre es möglich, die gesamte N Ergänzung ( etwa 80kg/ha) in dieser Form zu plazieren?
Versuchsweise wollen wir auf Teilflächen den Gärrest in diesem Jahr in den stehenden Bestand ausbringen.
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von tomte » Samstag 12. Februar 2011, 08:53

Bei 100l/ha könnte der logistische Aufwand ja noch vertretbar sein. Meine Bedenken kommen eher aus dem Gemüsebau. Dort werden bei Flüssigdüngung ca. 30% mehr Nährstoffmenge gedüngt da die Verluste deutlich größer sind im Vergleich zu granuliertem Dünger. Ob die Verluste bei "normalem" Ackerbau ohne starke Bewässerung auch so groß sind kann ich mangels Erfahrung in dem Bereich nicht sagen.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

York-Th. Bayer
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von York-Th. Bayer » Samstag 12. Februar 2011, 19:29

es funktioniert und es muss keine N-P Lösung sein. Bei entsprechender Organistion sind selbst hohe l/ha Mengen kein Problem.

Na ja wie man zu dieser Aussage als Biologisch Dynamisch wirtschaftender mit den größeren Verlusten kommt????

Ende der 90er habe ich selber ein Gerät mehrere Jahre im Einsatz gehabt, bei Zr. & Mais & Spargel.
Bei ZR & Mais haben wir mind. 25% weniger N benötigt für gleiche & bessere Erträge.

York-Th. Bayer
p.s. wir haben NIE eine N-P Lösung eingesetzt.
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von Kohl » Sonntag 13. Februar 2011, 23:15

Das ermutigt mich durchaus. Da unsere Böden durch Gärreste eher gut versorgt sind kann ich mir den P-Anteil wohl sparen.
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von Kohl » Donnerstag 28. April 2011, 15:01

Ok, nachden der meiste Mais unter sehr guten Bedingungen in die Erde kam hatte ich heute Musse genug um den Versuch mehrerer Düngevarianten zu drillen.
Mit einem Siliermitteldosierer mit elektrischer Pumpe im Frontanbau wurden 55 kgN/ha,30 kgN/ha und Nullvarianten gedrillt.
Die AHL Lösung wurde mit Scheibenscharen in unterschiedliche Tiefen abgelegt und in der anderen Variante als Kontaktdüngung mit dem Schlauch direkt hinter dem Säschar in die Furche apliziert.

Ich habe eine Flüssigvariante gewählt, da auch bei großflächigem Einsatz keine teure Zusatzausrüstung angeschaft werden müßte.

Schaun mer mal wie sich das Ganze entwickelt.
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von Kohl » Samstag 21. Mai 2011, 15:26

Erstes Ergebniss: AHL Kontaktdüngung direkt hinter dem Schar

:arrow: Absoluter Ausfall, unter 5 % der Körner sind aufgelaufen :o
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von York-Th. Bayer » Samstag 21. Mai 2011, 20:55

Kohl hat geschrieben:Erstes Ergebniss: AHL Kontaktdüngung direkt hinter dem Schar

:arrow: Absoluter Ausfall, unter 5 % der Körner sind aufgelaufen :o
Das hör ich nicht gerne.
Mit welcher Menge und welchem Reihenabstand wurde gearbeitet?
Auch wenn es jetzt nicht mehr hilft, leider kommt dieser Satz von dem alten Paracelsus in diesem Fall zur vollen Geltung: "Die Dosis macht das Gift."
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Re: Flüssige Unterfußdüngung Mais

Beitrag von Kohl » Freitag 10. Juni 2011, 11:08

Entschuldigung, dass ich jetzt erst hier reagiere...


Die Dosis lag bei etwa 50 kg N/ha einmal direkt über die Saatreihe appliziert, vor der Druckrolle und einmal seitlich etwa 5 cm daneben an der Oberfläche.

Der Totalausfall war die Reihe mit direkter Düngung über der Reihe. Die seitliche Ausbringung hat keinen optischen Unterschied zu den ungedüngten Reihen.

Die trockenen Verhältnisse in diesem Jahr zeigen mir aber deutlich, dass auch bei hohen Vorräten an organischem N ein besonderer Fokus auf Düngerplazierung und Nährstoffform gelgt werden muß:
Vor allem in Systemen mit reduzierter Bodenbearbeitung.
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