Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

ulikum
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Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von ulikum » Mittwoch 16. Juni 2010, 12:44

Nach dem zweiten Bodenfruchtbarkeitssymposium in Niederaula und einer Gespräch dort mit Herrn Näser denke ich wir sollten die traditionellen Lufa Untersuchungen zumindest in Zweifel ziehen.
Auch wenn die Lufa das anders sieht: siehe pfd.

http://www.lms-lufa.de/upload/1/1143711 ... _15544.pdf

In der Tat ist es ja so das die Pflanzen die meisten Nährstoffe über den Boden aufnehmen.
Also müssten wir doch den Boden mehr in unsere Düngung mit einbeziehen.
Die Aussage von Herrn Näser war ja das er gesagt hat das bestimmte Nährstoffe sich gegenseitig beeinflussen beziehungsweise sich sogar im ungünstigsten Fall gegenseitig blockieren.
Ich denke hier ist ein spannendes Thema zum diskutieren.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Sevib
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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von Sevib » Mittwoch 16. Juni 2010, 12:57

Hier möchte mal wieder einer an die Infos ran, für die andere bezahlen.... ;)
...und die LUFA sieht ihre Felle davon schwimmen.

aber ich denke mit D.Näser und York Bayer gibt es zwei gute Berater in diesem Bereich.
Ich schicke die Tage ein paar Proben von meinen Weiden zu Y. Bayer, bin mal gespannt was raus kommt und wie sich die darauffolgenden Maßnahmen auswirken. Ich denke ich kann dann frühestens ende 2011 eine erste Zwischenbilanz ziehen...

Bei den Nutztieren ist es ja ähnlich, nur leider sind auch dort die Wechselwirkungen viel zu wenig erforscht.

ulikum
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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von ulikum » Mittwoch 16. Juni 2010, 13:12

Sevib hat geschrieben:Hier möchte mal wieder einer an die Infos ran, für die andere bezahlen.... ;)
...und die LUFA sieht ihre Felle davon schwimmen.

aber ich denke mit D.Näser und York Bayer gibt es zwei gute Berater in diesem Bereich.
Ich schicke die Tage ein paar Proben von meinen Weiden zu Y. Bayer, bin mal gespannt was raus kommt und wie sich die darauffolgenden Maßnahmen auswirken. Ich denke ich kann dann frühestens ende 2011 eine erste Zwischenbilanz ziehen...

Bei den Nutztieren ist es ja ähnlich, nur leider sind auch dort die Wechselwirkungen viel zu wenig erforscht.
Da warst Du leider zu schnell; ;)
musste erst mal meine Tochter am Bus abholen und noch was einkaufen da wir 3 km außerhalb des nächsten Ortes wohnen.

also hier nun den Rest des Textes:

Wie wird wohl die Zukunft aussehen?

Pflug und Lufa
oder
Pfluglos und nach der Methode Albrecht/ Kinsey ?

Oder sollte man das ganze nicht so dogmatisch sehen ?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von Sevib » Mittwoch 16. Juni 2010, 13:35

ulikum hat geschrieben:
Pflug und Lufa
oder
Pfluglos und nach der Methode Albrecht/ Kinsey ?
Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun.

Meine Weideflächen werden alle ökologisch Pfluglos bewirtschaftet ;) ...blödes Umbruchverbot, nur wegen der Prämien :twisted:

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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von tomte » Mittwoch 16. Juni 2010, 18:35

ulikum hat geschrieben: In der Tat ist es ja so das die Pflanzen die meisten Nährstoffe über den Boden aufnehmen.
Also müssten wir doch den Boden mehr in unsere Düngung mit einbeziehen.
Meiner Ansicht nach hast du da eine völlig falsche Einstellung/Vorstellung von Düngung und Pflanzenernährung. Um es ganz krass auszudrücken: es gibt keine Pflanzenernährung sondern nur Bodenernährung. Der Ansatz den Boden mehr in die Düngung einzubeziehen ist also richtig - allerdings noch viel zu wenig, man muss vom Boden ausgehen.

zu Albrecht Kinsey:
http://www.gkb-ev.de/forum-new/viewtopic.php?f=3&t=139&
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von ulikum » Donnerstag 17. Juni 2010, 07:44

tomte hat geschrieben:
ulikum hat geschrieben: In der Tat ist es ja so das die Pflanzen die meisten Nährstoffe über den Boden aufnehmen.
Also müssten wir doch den Boden mehr in unsere Düngung mit einbeziehen.
Meiner Ansicht nach hast du da eine völlig falsche Einstellung/Vorstellung von Düngung und Pflanzenernährung. Um es ganz krass auszudrücken: es gibt keine Pflanzenernährung sondern nur Bodenernährung. Der Ansatz den Boden mehr in die Düngung einzubeziehen ist also richtig - allerdings noch viel zu wenig, man muss vom Boden ausgehen.

zu Albrecht Kinsey:
http://www.gkb-ev.de/forum-new/viewtopic.php?f=3&t=139&

Nach deiner Aussage wäre ja alles was in den letzten 150 Jahren gelaufen ist falsch.
Die Erkenntnisse von Carl Sprengel (Minimumgesetz) und Georg Liebscher (Optimumgesetz) wären ja falsch,
da beide immer von der Pflanze ausgehen und nicht vom Boden.
Wenn dem so ist dann frage ich mich doch wie würden wir heute dar stehen wenn wir alles richtig (nach Albrecht/ Kinsey)
machen würden?
Weizen 20 to/ha bei Erzeugerpreisen von 4 Euro je dt ?
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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von Sevib » Donnerstag 17. Juni 2010, 09:09

Ich würde das nicht so extrem sehen.
Einerseits muß der Boden und sein Leben stimmen, damit er:
-Den Pflanzen ausreichend Nährstoffe zur Verfügung stellt
-Den Pflanzen inkl. ihren Partnerorgnismen (Bakterien, Pilze etc.) ein gutes "substrat" zum Leben bietet
-Wasser speichert
-alle Vorraussetzungen erfüllen um möglichst effizient die Nährstoffe die in der Luft rum schwirren (insb. N) großteils oder komplett aus der Luft zu holen.
-tragfähig für 20 Tonnen Biogas Hächselgespanne sein ;)
-etc.

aber fakt ist, dass die Pflanzen Nährstoffe entziehen, die nicht einfach so "aus der Luft gegriffen" werden können, einige davon sind je nach Boden in den Böden für die nächsten paar 100 (1000) jahre im Boden vorhanden und müssen nur mobilisiert werden, andere sind aber je nach Boden mangelware. Und bei diesen Nähstoffen muß man dann ggf. nach Entzug Rückführen/düngen. Sonst wäre es Raubbau am eigenen Boden.
Das haben selbst die Ersteller der Bio-Richtlinien schon gewusst, deshalb sind ja auch ein großteil der Spurennährstoffdünger und einige P und K Dünger im Ökolandbau erlaubt. (Den rest führt man dann halt über den Umweg Gülle in Form von Mineralfutter dem Boden zu ;) ) Von dem her ist diese ganze Diskussiun eigentlich ein alter Hut mit neuer Verpackung.

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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von Sevib » Donnerstag 17. Juni 2010, 09:11

Sevib hat geschrieben:(Den rest führt man dann halt über den Umweg Gülle in Form von Mineralfutter dem Boden zu ;) )
Wobei man auch damit aufpassen muß, da bei den Tieren ähnliche Wechselwirkungen bestehen

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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von tomte » Donnerstag 17. Juni 2010, 19:52

ulikum hat geschrieben:Wenn dem so ist dann frage ich mich doch wie würden wir heute dar stehen wenn wir alles richtig (nach Albrecht/ Kinsey)
machen würden?
Weizen 20 to/ha bei Erzeugerpreisen von 4 Euro je dt ?
Nein, denn Albrecht und Kinsey bildet auch nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus dem ganzen System Boden/Pflanze... ab. Es ist vielleicht etwas detaillierter, aber auch genau da liegt der Haken - man ist im Detail und versteht den größeren Zusammenhang nicht mehr oder betrachtet ihn gar nicht mehr (man hat die "Wahrheit" ja (bis auf weiteres) gefunden). Es ist wohl richtig dass Nährstoffe in einem Verhältnis zueinander stehen (und man dies optimieren kann). Aber genau daran erkennt man auch, dass man durch den Düngeeingriff das gesamte System so durcheinanderbringt, dass man es wieder in "Ordnung" bringen muss. Leider wird dies nie gelingen, da es völlig unrealistisch ist alles "richtig" zu machen (abgesehen davon dass man nicht weiß was in welcher Situation richtig ist).
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Lufa Bodenuntersuchung noch aktuell ?

Beitrag von Sevib » Donnerstag 17. Juni 2010, 21:17

tomte hat geschrieben:Leider wird dies nie gelingen, da es völlig unrealistisch ist alles "richtig" zu machen (abgesehen davon dass man nicht weiß was in welcher Situation richtig ist).
Das sehe ich genau so, insbesondere das Wetter kann man gar nie wissen, sonst hätte ich dieses jahr im nachhinein meinen Mais auf meine nicht vorhandenen Flächen südlich der Alpen gepflanzt.... ;) und eine Winterbraugerste statt der in der Kälte dahinvegetierenden Sommerbraugerste.

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