Bodenuntersuchung

Stefan81
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Stefan81 » Donnerstag 8. Juli 2010, 19:56

Theoretisch ist die ganze Forschung von der Industrie finanziert und es gibt keine Forschungseinrichtungen die nicht auf die Industrie achten (Sprichwort: Wessen Brot du ißt, dem sein Lied du singst).
Bei uns in Österreich ist die EUF Untersuchung vor Rüben Standart. Vor einigen Jahren wurde die Berechnung der Org. Substanz umgestellt und auf einmal war wieder mehr Humus im Boden. Eine Vermutung von mir ist das die Industrie das durchgesetzt hat, um den Raubbau den wir an unseren Böden betreiben zu vertuschen. Ist doch komisch nach 12 Jahren ist der Gehalt um 1% gefallen und dann nach 6 Jahren steigt er auf einmal wieder und jetzt ist er wieder gefallen.

Habe keine Ahnung ob das bei euch in Deutschland auch so ist, aber wer schon länger Untersuchen läßt kann ja mal nachschauen.
Wissen ist der einzige Rohstoff der sich durch gebrauch vermehrt.
Schöne Grüße aus Niederösterreich
Stefan81

Herbert Pickel
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Herbert Pickel » Donnerstag 8. Juli 2010, 20:47

Hallo.

Ich habe Bodenuntersuchungsergebnisse aus 2008, die für das AfLuF nötig sind. :oops: Zwei Schläge sind da dabei die in jeder Kategorie optimal bis hoch versorgt sind. 8-)
Auf meinen Eindruck der Flächen zu schliessen baute ich Buchweizen und Phacelia als "Pionierpflanzen" an und Weißklee als Untersaat. :idea: Der Klee tut sich verdammt schwer. :o Die Phacelia und der Buchweizen sind max. 10 bis 15 cm hoch völlig verkümmert. :shock: :shock: Am Ackerrand wo der Rain wahrscheinlich mit seinen Humusgehalt noch beeinflusst ist es etwas besser, aber nicht der Rede wert. :cry:
Urteil von mir: Die beiden Flächen sind in der Steinzeit angekommen. Heißt: Humus ade. :evil:

Soviel zu Bodennährstoffgehalte am Zettel und in der Praxis am Feld. ;)

Servus
H.
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

ulikum
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von ulikum » Freitag 9. Juli 2010, 09:34

goos hat geschrieben::mrgreen:
schon mal daran gedacht,
in welcher form dieses N vorhanden ist ?
und was wäre wenn diese to N weg wäre....
außerdem, wenns so einfach wäre,
hätte z.b. weizen 1000kg N zur verfügung...
brauchen tut er nur ca.150/200kg......
@Goos
bitte erklären
in welcher form dieses N vorhanden ist
und was wäre wenn diese to N weg wäre....


und was ist mit Miscanthus:

Ertrag 15 bis 20 Tonnen je ha .
Dieser Ertrag entspricht 12 bis 15 Tonnen Weizenkörner je ha (Heizölaquivalents)

Die Düngung für diesen Ertrag beim Miscanthus:
30 bis 50 kg N
30 bis 50 kg Phosphor
50 bis 80 kg Kali.
und natürlich genügend Wasser, wenn möglich mind. 800 bis 1000 mm Regen im Jahr.
und das ganze funktioniert 20 Jahre
wie geht das bei so wenig Dünger?

@ Herbert Pickel

Wie waren die Humuswerte nach Bodenuntersuchung?
oder nur Standard NPK und ph- Wert ?
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

tomte
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von tomte » Freitag 9. Juli 2010, 18:44

Stefan81 hat geschrieben:Theoretisch ist die ganze Forschung von der Industrie finanziert und es gibt keine Forschungseinrichtungen die nicht auf die Industrie achten (Sprichwort: Wessen Brot du ißt, dem sein Lied du singst).
Was will man auch erwarten wenn Professoren an Hand der Anzahl ihrer Publikationen und der eingeworbenen Dritmittel bewertet werden (gab sogar mal die Diskussion der "leistungsgerechten Bezahlung"). Aber es gibt auch unabhängigere Forschung - die tut sich natürlich schwer da oft Mittel fehlen oder knapp sind oder werden ganz einfach als Spinner dargestellt und damit ist deren eigentlich viel "korrektere" Forschung auch zunichte gemacht.
Ganz abgesehen davon, dass ich desöfteren ein Problem damit habe, was erforscht wird (zum hundertausendstenmal der Stickstoff und nicht deutlich "schwierigere" Nährstoffe und deren Kreisläufe, z.B. Phosphor. Oder wie wärs mit ner tauglichen Rückführung von Nährstoffen aus den Abfällen? usw... Es wird eben nicht aus Idealismus und wirklichem "Weltverbessern" geforscht, sondern nur um Geld zu verdienen.
Herbert Pickel hat geschrieben:Soviel zu Bodennährstoffgehalte am Zettel und in der Praxis am Feld.
Ich sag ja - Finger in den Boden und mit den eigenen Sinnen lernen...
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Tyrolens
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Tyrolens » Freitag 9. Juli 2010, 21:27

tomte hat geschrieben:
Stefan81 hat geschrieben: Ganz abgesehen davon, dass ich desöfteren ein Problem damit habe, was erforscht wird (zum hundertausendstenmal der Stickstoff und nicht deutlich "schwierigere" Nährstoffe...

das ist halt so weil in den Medien seit Jahren Panik vor Nitrat im Trinkwasser gemacht wird.

Sevib
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Sevib » Freitag 9. Juli 2010, 23:52

ulikum hat geschrieben:...
und was ist mit Miscanthus:

Ertrag 15 bis 20 Tonnen je ha .
Dieser Ertrag entspricht 12 bis 15 Tonnen Weizenkörner je ha (Heizölaquivalents)

Die Düngung für diesen Ertrag beim Miscanthus:
30 bis 50 kg N
30 bis 50 kg Phosphor
50 bis 80 kg Kali.
und natürlich genügend Wasser, wenn möglich mind. 800 bis 1000 mm Regen im Jahr.
und das ganze funktioniert 20 Jahre
wie geht das bei so wenig Dünger?
....
Der Trockenmasseertrag besteht großteils aus Kohlenstoff und Wasserstoff, also sind die 1000mm Niederschlag das wichtigste, die von einer Staude in unbearbeitetem Boden auch recht gut ausgenutzt werden. Der Miscantus hat halt einen geringen Rohproteingehalt (Stickstoff) und geringe gehalte an anderen Nährstoffen.

Ist doch ähnlich wie beim Mais, auch eine C4 Pflanze, viel Masse im Verhältniss zur Düngung, aber kaum Eiweiss und kaum Mineralien, deshalb wird ja auch bei steigendem Maisanteil in der Ration mehr Mineralfutter und mehr Eiweißergänzung benötigt.... um es für einen Ackerbauern vereinfacht zu sagen.

Sevib
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Sevib » Samstag 10. Juli 2010, 21:53

ulikum hat geschrieben:Inhaltstoffe von Miscanthus:

http://miscanthus-ascheberg.de/wp-conte ... eite-1.jpg

http://miscanthus-ascheberg.de/wp-conte ... en-iii.jpg

Wasserstoff so weit ist die Pflanzenzüchtung leider noch nicht - http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoff

und sag nicht schon wieder ich bin ein Erbsenzähler, das Thema ist hochexplosive ;)
Biomasse besteht nun mal aus Kohlenstoff-Wasserstoff-Sauerstoff verbindungen....z.B. Lignin
http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Lignin_structure.svg
Beim Wachstum wird nunmal hauptsächlich aus H2O und CO2 die Biomasse gebildet, die Energie dazu liefert die Sonne, auch andere Elemente sind natürlich wichig, sonst kann eine Pflanze nicht "leben" und die Zellen sich nicht teilen. Und C4 Pflanzen wie Mais und Miscanthus sind nun mal fähig mit weniger sonstigen Elementen und weniger Sonnenlicht mehr CO2 und H2O umzusetzen als C3 Pflanzen.
Der Miscanthus hat natürlich den Vorteil gegenüber dem Mais, das ihm dafür 365Tage im Jahr zur Verfügung stehen... und ausserdem sich durch die nicht vorhandene Bodenbearbeitung sich evtl. ein besseres Bodenleben bilden kann.
Ausserdem dürfte die Ausnutzung des Stickstoffs bei einer Aufnahme über 365 Tage im Jahr wesentlich besser sein, wenn man alleine bedenkt, wieviel Stickstoff bei einem gute Gewitter "vom Himmel fällt".... ;)

Sevib
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von Sevib » Samstag 10. Juli 2010, 21:57

Hä.... Ulikum... wer hat jetzt grad deinen Beitrag gefressen????

goos
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von goos » Sonntag 11. Juli 2010, 04:59

:mrgreen:
Sevib hat geschrieben:Hä.... Ulikum... wer hat jetzt grad deinen Beitrag gefressen????
je nach lust und laune......
macht das der ulikum öfter......
erst schreibt er alles voll....
dann löscht er alles, wenn er einsieht, daß er unfug geschrieben hat !
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

ulikum
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Re: Bodenuntersuchung

Beitrag von ulikum » Sonntag 11. Juli 2010, 08:21

Hier mein Beitrag im Orignal:
Sevib hat geschrieben: Der Trockenmasseertrag besteht großteils aus Kohlenstoff und Wasserstoff, also sind die 1000mm Niederschlag das wichtigste, die von einer Staude in unbearbeitetem Boden auch recht gut ausgenutzt werden. Der Miscantus hat halt einen geringen Rohproteingehalt (Stickstoff) und geringe gehalte an anderen Nährstoffen.

Ist doch ähnlich wie beim Mais, auch eine C4 Pflanze, viel Masse im Verhältniss zur Düngung, aber kaum Eiweiss und kaum Mineralien, deshalb wird ja auch bei steigendem Maisanteil in der Ration mehr Mineralfutter und mehr Eiweißergänzung benötigt.... um es für einen Ackerbauern vereinfacht zu sagen.
Inhaltstoffe von Miscanthus:
http://miscanthus-ascheberg.de/wp-conte ... eite-1.jpg
http://miscanthus-ascheberg.de/wp-conte ... en-iii.jpg
Wasserstoff so weit ist die Pflanzenzüchtung leider noch nicht - http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserstoff
und sag nicht schon wieder ich bin ein Erbsenzähler, das Thema ist hochexplosive ;)
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goos hat geschrieben::mrgreen:
je nach lust und laune......
macht das der ulikum öfter......
erst schreibt er alles voll....
dann löscht er alles, wenn er einsieht, daß er unfug geschrieben hat !
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Den Beitrag hatte ich wieder gelöscht weil ich nicht schon wieder als Erbsenzähler dastehen möchte.

Aber das Wort Verbindung hat manchmal eine essentielle Bedeutung. :idea:

Es macht gerade bei Wasserstoff einen erheblichen Unterschied ob er als H
oder in einer Verbindung z.B. H2O vorliegt.

@ Goos wenn du denkst ich schreibe Unfug, empfehle ich den Streichholztest.
http://www.youtube.com/watch?v=YB7gvKfo ... re=related
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C3 - C4 Pflanzen Unterschiede
http://www.google.de/url?sa=t&source=we ... AdtIhLAnww
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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