N-min- Proben

Hofer Urs
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N-min- Proben

Beitrag von Hofer Urs » Freitag 4. Dezember 2009, 18:02

Bei uns haben wir jedes Jahr das gleiche Problem, niemand weiss, wieviel N min sich noch im Boden befindet. Die öffentlichen Beratungsstellen schaffen es gerade mal, so pro 100 km Umkreis eine Probe zu nehmen, daraus sollte man dann Schlüsse für die eigenen Parzellen ziehen, unmöglich. Nun die Frage: Könnte man die Proben auch selber machen und vorallem selber analysieren. Gibt es sowas wie ein Analyseset, dass man kaufen könnte. Wenn ja, ist das schwierig und sind die Resultate ähnlich wie bei den professionellen Labors? Hat da jemand Erfahrung damit? Danke zum voraus.
mfg.
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Konrad Steinert
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Re: N-min- Proben

Beitrag von Konrad Steinert » Samstag 5. Dezember 2009, 19:46

Wir hatten darüber in der LOP vergangenes Jahr schon mal (Mai 2008) geschrieben, wie dies in einem Wasserschutzgebiet angewandt wurde.

http://www.fritzmeier.com/dt/Group/02_N ... 121107.pdf

Die Firma bietet nicht nur Bodenprobenahmegeräte (Probenahme bis 90 cm), sondern auch Schnellanalysesysteme. Letztlich ein Weg, am die N-Auswaschung wirksam zu senken und dabei nicht einmal Ertrag zu verlieren. Leider ist eine Wirtschaftlichkeit aber sicher nur bei überbetrieblichen Einsatz zu erreichen. Angesichts in Zukunft wieder steigender N-Preise aber eine Überlegung wert.
Dr. Konrad Steinert
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Herbert Pickel
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Re: N-min- Proben

Beitrag von Herbert Pickel » Mittwoch 6. Januar 2010, 13:12

Hallo Urs.

Für meine Erfahrungen müsste ein ganz anderer Denkansatz in der gesamten europäischen Landbewirtschaftung stattfinden. Diese nicht geeigneten Momentaufnahmen N min Untersuchungen, sind doch nur Augenwischerei. Da hat die Überwachungsbehörde wieder einen Meßpunkt der Keinem etwas nützt. Eventuell nur zur Bestrafung der praktizierenden Landwirte. Für mich gehört N min nicht einmal mehr in die Rubrik "notwendig". ;)

Wenn man sich mit den Humusgehalten außeinandersetzt wird einem doch klar das die Probleme viel größer ganz wo anders liegen. Was will ich denn mit dem N min Gehalt wenn mein Boden nicht mehr in der Lage ist N zu speichern durch zu geringen Humusanteil?

Dort müsste man ansetzen. Aber es tut sich recht wenig auf diesem Gebiet. :shock:

Schönen Feiertag.
Nopflug
Zuletzt geändert von Herbert Pickel am Mittwoch 6. Januar 2010, 20:00, insgesamt 4-mal geändert.
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tomte
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Re: N-min- Proben

Beitrag von tomte » Mittwoch 6. Januar 2010, 14:00

http://www.merck-chemicals.de/nitrat-te ... EWl.IfVhTl

Mit Laborwerten lässt sich das wohl nicht vergleichen, aber Nmin Untersuchungen haben sowieso kaum eine Aussagekraft. Je nach Boden ist durch biologische Aktivität die Mineralisierung von 5-10kg/N ha pro Tag ohne weiteres möglich, Anstiege von über 120kg/N ha sind innerhalb von 14 Tagen keine Seltenheit.
Um also ein vernünftiges Verständis von der Dynamik im Boden zu bekommen müsste man alle paar Tage untersuchen - das ist schlicht nicht machbar. Damit kann ich nopflug nur zustimmen, dass da ein ganz anderer Denkansatz notwendig ist.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: N-min- Proben

Beitrag von York-Th. Bayer » Donnerstag 7. Januar 2010, 08:57

Nopflug hat geschrieben:Hallo Urs.

Für meine Erfahrungen müsste ein ganz anderer Denkansatz in der gesamten europäischen Landbewirtschaftung stattfinden. Diese nicht geeigneten Momentaufnahmen N min Untersuchungen, sind doch nur Augenwischerei. Da hat die Überwachungsbehörde wieder einen Meßpunkt der Keinem etwas nützt. Eventuell nur zur Bestrafung der praktizierenden Landwirte. Für mich gehört N min nicht einmal mehr in die Rubrik "notwendig". ;)

Wenn man sich mit den Humusgehalten außeinandersetzt wird einem doch klar das die Probleme viel größer ganz wo anders liegen. Was will ich denn mit dem N min Gehalt wenn mein Boden nicht mehr in der Lage ist N zu speichern durch zu geringen Humusanteil?

Dort müsste man ansetzen. Aber es tut sich recht wenig auf diesem Gebiet. :shock:
Schönen Feiertag.
Nopflug
Ganz einfach mal die Geschichte der N-Min Untersuchung ansehen, also wann wurde das wo und warum entwickelt.
Bestrafung: Um wie hohe Überschreitungen reden wir hier denn? Weis von mind. einem Fall, da ging es um einen 6 stelligen DM Betrag der wegen Überschreitung des N-min im Boden im Oktober nicht gezahlt werden sollte. Der Rechtsanwalt schrieb nur einen kleinen Zweizeiler zur Bewilligungsbehörde und das Geld war innerhalb von keinen 2 Wochen auf dem Konto des Betriebes. Der Inhalt dieses 2-Zeilers war etwas wie folgt: "Wenn Sie uns wegen dieser Grenzwertüberschreitung die Zahlung streichen strengen wir ein Grundsatzverfahren zur Genauigkeit des N-min Verfahrens an. Falls Sie dies nicht wünschen erwarten wir die Überweisung innerhalb von 10 Tagen."
Soweit zum Thema N-min.
Wenn man No Till mit minimalster Bodenbewegung & immer was am Wachsen hat, vor allem auch immer Kulturen die N binden, dann führt dies automatisch zu einer Senkung der N-min Werte. Dann noch platziere N Düngung und die Mineralisierungsschübe aus diesem Bereich bleiben aus.
Vielleicht wurde dies mit "Neuen Ansätzen" gemeint?

York-Th.
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goos
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Re: N-min- Proben

Beitrag von goos » Donnerstag 7. Januar 2010, 18:51

tomte hat geschrieben:http://www.merck-chemicals.de/nitrat-te ... EWl.IfVhTl

Mit Laborwerten lässt sich das wohl nicht vergleichen, aber Nmin Untersuchungen haben sowieso kaum eine Aussagekraft. Je nach Boden ist durch biologische Aktivität die Mineralisierung von 5-10kg/N ha pro Tag ohne weiteres möglich, Anstiege von über 120kg/N ha sind innerhalb von 14 Tagen keine Seltenheit.
Um also ein vernünftiges Verständis von der Dynamik im Boden zu bekommen müsste man alle paar Tage untersuchen - das ist schlicht nicht machbar. Damit kann ich nopflug nur zustimmen, dass da ein ganz anderer Denkansatz notwendig ist.
solche krasse N-mineralisation von 120kg/ha sind meist nur theorie.....kommt ganz selten vor,
auf nur ganz bestimmten böden, auch bei wiesenumbruch und ist abhängig vom kolloidreichtum.....
und wenn klimatische verhältnisse zusammentreffen.....

sand und schotterböden, humusarme tonböden sind meist nicht betroffen...


.
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

Hofer Urs
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Re: N-min- Proben

Beitrag von Hofer Urs » Donnerstag 7. Januar 2010, 18:59

Vielen Dank vorerst Mal für Eure Antworten. Ihr habt mich aber doch ein bischen erschreckt, denn ich habe geglaubt, eine N-min Probe sei doch noch sehr nützlich, um mindestens die Situation vor der ersten Gabe in Weizen beispielsweise besser abschätzen zu können. Ich lass mich aber gerne eines besseren belehren.
mfg. U. Hofer
Acker-und Weinbau

Herbert Pickel
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Re: N-min- Proben

Beitrag von Herbert Pickel » Freitag 8. Januar 2010, 16:58

Hallo.

Sieht man die heurigen Ertäge, egal welche Frucht, muss man doch sagen, dass es eigentlich mit den Düngergaben nur Theorie ist. Wenn wie bei uns 100 to. Rüben oder 9 to. Weizen (runde 30% mehr) geerntet werden, aber am Anbauverfahren sich nichts geändert hat, sondern immer das alljährliche "Programm" gefahren wurde. Dann komme ich persönlich ganz schön ins Nachdenken, was die Natur leisten kann wenn viele Faktoren stimmen. Das Jahr 2009 geht doch eigentlich in die Geschichte ein, dass das Wasser diesmal nicht der begrenzende Faktor war. In unserem Gebiet natürlich. Im hohen nördlichen Osten sah die Sache wieder ganz anders aus. Da nutzte nichts um die angestrebten 15 to. Weizen zu ernten. Kein Kinsey, keine Cultandüngung, Spurennährstoffe oder oder oder. Es wurden halt dann nur 6 oder 8 to.
Mein Fazit für 2009: Wenns Wasser gut passt wächst bei jedem viel egal wie und wann er düngt.

Darum N min ist für die Gäns!!


So Urs jetzt kannst Dich wieder zurücklehnen.

Viele Grüße
Nopflug
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

goos
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Re: N-min- Proben

Beitrag von goos » Freitag 8. Januar 2010, 18:38

Nopflug hat geschrieben:Hallo.

Sieht man die heurigen Ertäge, egal welche Frucht, muss man doch sagen, dass es eigentlich mit den Düngergaben nur Theorie ist. Wenn wie bei uns 100 to. Rüben oder 9 to. Weizen (runde 30% mehr) geerntet werden, aber am Anbauverfahren sich nichts geändert hat, sondern immer das alljährliche "Programm" gefahren wurde. Dann komme ich persönlich ganz schön ins Nachdenken, was die Natur leisten kann wenn viele Faktoren stimmen. Das Jahr 2009 geht doch eigentlich in die Geschichte ein, dass das Wasser diesmal nicht der begrenzende Faktor war. In unserem Gebiet natürlich. Im hohen nördlichen Osten sah die Sache wieder ganz anders aus. Da nutzte nichts um die angestrebten 15 to. Weizen zu ernten. Kein Kinsey, keine Cultandüngung, Spurennährstoffe oder oder oder. Es wurden halt dann nur 6 oder 8 to.
Mein Fazit für 2009: Wenns Wasser gut passt wächst bei jedem viel egal wie und wann er düngt.

Darum N min ist für die Gäns!!


So Urs jetzt kannst Dich wieder zurücklehnen.

Viele Grüße
Nopflug
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in brandenburg kannst düngen wie in SH......man drischt drotzdem nur die hälfte...
da nützt auch das ganze theoretische palver nichts, das hier einige ablassen !
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

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Re: N-min- Proben

Beitrag von Herbert Pickel » Freitag 8. Januar 2010, 21:39

Hallo Herr Goos.

Da kommen vielleicht zwei "negative Fakten" zusammen. Sandauflagen und kontinentale Klimaphasen heißt oft lange Trockenperioden. Aber wenn es Wasser gibt können selbst wir auf Sand einigermaßen ernten.

Mit freundlichen Grüßen
Nopflug
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
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