Cultandüngung

juramann

Cultandüngung

Beitrag von juramann » Dienstag 3. Februar 2009, 22:43

Hallo,
hat jemand Erfahrung mit Cultandüngung ..... Vorteile/Nachteile ?
Freu mich über jeden Beitrag
Juramann

Herbert Pickel
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Herbert Pickel » Mittwoch 4. Februar 2009, 17:15

Hallo.
Ich habe 2008 Cultan gedüngt. Außer den technischen Problemchen lautet mein Fazit: Düngesystem der Zukunft. ;)
Wenn es die Insustrie will. Ansonsten kann man es ganz einfach verhindern.
Weniger N min :P
Weniger Nitratauswaschung :P
Bessere Bestände :lol:
höhere Erträge :o
Weniger Arbeit, da nur eine Düngergabe erfolgt. :roll:

Grüße
Nopflug
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

michi
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Re: Cultandüngung

Beitrag von michi » Sonntag 8. Februar 2009, 08:22

Ich gehe davon aus, dass in Zukunft nur noch Cultan gedüngt wird. Ich habs selber seit zwei Jahren auf Teilflächen probiert und mit den üblichen KAS-Varianten verglichen. Der Lohnunternehmer hat in dieser Zeit genau so viel gelernt wie ich. Dieses Jahr wirds nochmal bei Teilflächen bleiben und 2010 dann in die vollen.
Was mich an diesem System allerdings noch stört sind die verschleißanfälligen Injektionsräder (besonders bei steinigen Böden). Ich bin kein Fan von drehenden Dichtungen die von innen den Druck und von außen den Dreck aushalten müssen. Wenn das berührungslose System (wie in der Lop beschrieben) mit Hochdruck funktioniert, wird das Cultan-Verfahren den Schritt aus der Nische schaffen, weil pflanzenbaulich steht nix mehr im weg.

Kohl
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Kohl » Sonntag 8. Februar 2009, 10:31

Hallo,

wir praktizieren seit mehreren Jahren ein vereinfachtes Cultan-System mit Schleppschläuchen und AHL......ok, ich werd jetzt wieder Dresche kriegen ;) , aber es funktioniert.....

Lediglich die Beratungsempfehlung mit der Ausbringung bis zum Aufhellen der Bestände zu warten hat sich als falsch erwiesen :!: Wir fahren jetzt los, wenn auch die ersten KAS oder Harnstoffgaben erfolgen.....

Der wesentliche Vorteil für uns ist die Arbeitswirtschaft, eine Überfahrt und die Düngung ist erledigt.....meist 120-160 kg N/ha
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
50% Wintergetreide, 50% Silomais,
100% Zwischenfrüchte nach Getreide

Bayer40
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Bayer40 » Mittwoch 11. Februar 2009, 11:01

Hallo zusammen!

Von der ideologie her bin ich überzeugt von Cultan,Pflanzenbaulich
dürfte auch nichts dagegensprechen.Von der Arbeitsentlastung nicht zu reden.
Was kostet dieses Verfahren am ha?

Wie seht ihr die situation bei schweren ton-lehm Böden und ca.
1000mm Niederschlag.Meines Wissens nach kommt die Cultan eher aus Gegenden mit leichten, durchlässigen Böden und weniger Niederschlag.
Bei uns ist die Düngerlösung normalerweise kein Thema, vorsommer trockenheit auch selten.

Danke für Eure Anregungen.
Bayer40

PS: Gibt es viell. schon anwender mit ähnlichen Verhältnissen die Erfahungen weitergeben.

ebe
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Re: Cultandüngung

Beitrag von ebe » Mittwoch 11. Februar 2009, 12:52

Hallo michi, hallo nopflug,

mit welcher Technik und welchen Dünger habt ihr gearbeitet?
Ich würde es auch gerne probieren - leichte Böden, Vorsommertrockenheit.
Aus welcher Region kommt ihr?
Weiß jemand, ob es hier im (mittel)fränkischen Raum Landwirte oder Lohnunternehmer gibt, die damit arbeiten?

Ciao
Günter

York-Th. Bayer
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Re: Cultandüngung

Beitrag von York-Th. Bayer » Mittwoch 11. Februar 2009, 17:29

michi hat geschrieben: Was mich an diesem System allerdings noch stört sind die verschleißanfälligen Injektionsräder (besonders bei steinigen Böden). Ich bin kein Fan von drehenden Dichtungen die von innen den Druck und von außen den Dreck aushalten müssen. Wenn das berührungslose System (wie in der Lop beschrieben) mit Hochdruck funktioniert, wird das Cultan-Verfahren den Schritt aus der Nische schaffen, weil pflanzenbaulich steht nix mehr im weg.
Hallo Michi,

War da & haben es schon getan, könnte ich sagen. Vor 10 Jahren gab's so ein berührugnsloses System schon. gibt sogar PAtente dazu. Frage mich manchmal wo unsere Forscher die Recherchen betreiben.
Wurde sogar schon von einem der Majors in der Landtechnik vertrieben. Heute wird dort kein Wort mehr darüber verloren.
Allein nur soviel. Es wird ein hoher Druck benötigt und es werden relativ hohe Liter/ha Mengen ausgebracht. Da kann sich jeder selber ausrechnen wievil Kraft alleine für die Druckerzeugung benötigt wird, das ist reine Physik. Wenn ich mich korrekt erinnere war damals die Berechnung für eine 18 m Maschine & 15 km/h Gescchwindigkeit das man alleine für die Pumpe einen 300 PS Aufbaumotor benötigt.
Da versuche ich doch lieber etwas mehr Gehirnschmalz in die Entwicklung von Verschleißsenkung bei den Rädern zu stecken. Und in dem Bereich hat sich so einiges bewegt & wirds auch weitere Bewegung geben.

York-Th.
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Michl
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Michl » Freitag 13. Februar 2009, 15:08

Hallo
Stimmt es das bei Cultan-Düngung ca 1.000 bis 1500 l/ha ausgebracht werden?
Wie sieht es mit der Lagerung und Transport des Düngers aus?
Welche Dünger Formen gibt es ?

Gruß Michl

goos
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Re: Cultandüngung

Beitrag von goos » Freitag 13. Februar 2009, 16:55

:mrgreen:

Welche Dünger Formen gibt es ?
eigentlich ist dieser cultan-dünger ganz ordinäre ammoniumlauge mit 8% N......
und ist teilweise ein abfallprodukt aus der teppichbodenproduktion......
es gibt da "weiße" ware und "braune" ware.....

man braucht da unmengen von lagerraum......
und kommt sehr schnell in die bredouille mit der "düngemittellagerungs verordnung" in deutschland !!!!

in der praxis sind abenteuerliche lagerungen vorhanden.....
und güllegruben dürften, nach dem baurecht, nicht dafür geeignet sein !

aber wo kein kläger, da kein richter....... :mrgreen:
oberstes gebot, sich nicht erwischen lassen....



goos
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

York-Th. Bayer
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Re: Cultandüngung

Beitrag von York-Th. Bayer » Samstag 14. Februar 2009, 21:36

Eine gute Übersicht an möglichen Düngern findet man in dem Buch von Prof. Sommer "CULTAN".
Bei der angesprochenen 8er Ware handelt es sich um die sog. ASL Lösung mit 8 % N & 9 % S, Gewichtsprozente. In der Lösung sind dies ca. 10 kg N bei 100 l. Damit ergeben sich, bei Einsatz als alleinige N Form dann die im Umlauf gebrachten hohen Mengen von über 1000 l = 100 kg N/ha. Nicht nur an die Lagerung sondern auch an die Logistik werden dadurch gewissen Anforderungen gestellt und daher wird dieser Grundstoff dann oft zu anderen Mischunge, 15 N & 6 S oder 20 N & 6 S aufgemischt. Alles kein Hexenwerk sondern reine Mathematik.

Lagerung: Güllebecken sind an sich nicht verkehrt wenn sie denn einen Umbau oder eine entsprechende Anpassung durchgegangen sind. Und alles mit Zertifikat. Es lohnt sich nicht das Risiko mit einer "Wild West Lagerung" mehr einzugehen. Und durch die Konzentration der Tierhaltung stehen auch genug Behälter leer und die Umrüstung ist nicht so teuer.

York-Th. Bayer
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