Cultandüngung

Herbert Pickel
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Herbert Pickel » Dienstag 6. April 2010, 19:46

Hallo Herr Schleiter.

Ich darf Ihnen verraten, dass ich in der 1. Reihe gesessen habe wie die Injektionsdüngung eingeführt wurde. Ich glaube es war 2008. Nach dem ich im darauffolgenden Jahr überhaupt nichts mehr gedüngt habe, kann ich von meinen Flächen von Erfahrungen berichten, die glaube ich nicht alltäglich sind. Das Cultan positive Seiten hat, hat sich doch sicher rumgesprochen. Nur macht es mich nachtdenklich, wenn Experten sagen Cultan ist gut aber....... und dann kommen soviel Punkte, die einen leicht die Übersicht verlieren lassen.

Auch habe ich einen Betrieb in 2009 besichtigt, der wunderschönen Weizen stehen hatte im Frühjahr. Um diese Bestände braucht man sich nicht sorgen dachte ich. Cultan gedüngt. Stickstoff in der Pflanze gemessen in der Vegetation, KAS nachgedüngt, trotz Cultan.
Und was war? Nicht die üblichen fürs Jahr 2009 gedroschenen 90 dt/ha sondern nur 60 dt/ha aber mit einen hervorragenden Eiweißgehalt. Sooooooooooooooooo Herr Schleiter alias Ulikum
Jetzt können Sie weiter grübeln. :lol:

Eines kann ich Ihnen versichern Anstand brauch ich mir von Ihnen nicht beibringen lassen. :shock:

PS Da habe ich schon Cultan gedüngt ist GOOS barfüß hinter der "Düngermusik" hergelaufen :mrgreen:

Viele Grüße und viel Zurückhaltung meinerseits.
Herbert Pickel
Biolandwirt, Ackerbau, pfluglos, 270 m über NN, 550 mm Niederschlag/Jahr,
bis 40 Bodenpunkte, Frühjahrstrockengebiet, Großraum Erlangen

Tyrolens
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Tyrolens » Dienstag 6. April 2010, 21:16

Ich frage mich, warum CULTAN dermaßen polarisiert.

CULTAN ist eine gute Sache, darüber sind wir uns wohl einig. Insofern sollte es einzig und alleine darum gehen, wie sich dieses System am besten umsetzen lässt.


Also mal meine Frage zum Dünger: Welchen nehmen. Idealzustand = 100% NH4, N = 100% NH4.
Irgendwelche Vorschläge, die besser als ASL sind?

ulikum
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Re: Cultandüngung

Beitrag von ulikum » Dienstag 6. April 2010, 21:45

Herbert Pickel hat geschrieben:Hallo Herr Schleiter.

Ich darf Ihnen verraten, dass ich in der 1. Reihe gesessen habe wie die Injektionsdüngung eingeführt wurde. Ich glaube es war 2008. Nach dem ich im darauffolgenden Jahr überhaupt nichts mehr gedüngt habe, kann ich von meinen Flächen von Erfahrungen berichten, die glaube ich nicht alltäglich sind. Das Cultan positive Seiten hat, hat sich doch sicher rumgesprochen. Nur macht es mich nachtdenklich, wenn Experten sagen Cultan ist gut aber....... und dann kommen soviel Punkte, die einen leicht die Übersicht verlieren lassen.

Auch habe ich einen Betrieb in 2009 besichtigt, der wunderschönen Weizen stehen hatte im Frühjahr. Um diese Bestände braucht man sich nicht sorgen dachte ich. Cultan gedüngt. Stickstoff in der Pflanze gemessen in der Vegetation, KAS nachgedüngt, trotz Cultan.
Und was war? Nicht die üblichen fürs Jahr 2009 gedroschenen 90 dt/ha sondern nur 60 dt/ha aber mit einen hervorragenden Eiweißgehalt. Sooooooooooooooooo Herr Schleiter alias Ulikum
Jetzt können Sie weiter grübeln. :lol:

Eines kann ich Ihnen versichern Anstand brauch ich mir von Ihnen nicht beibringen lassen. :shock:

PS Da habe ich schon Cultan gedüngt ist GOOS barfüß hinter der "Düngermusik" hergelaufen :mrgreen:

Viele Grüße und viel Zurückhaltung meinerseits.
Herbert Pickel
Sehr geehrter Herr Pickel

die meißten Publikationen über die Cultandüngung habe ich gelesen.
Wir haben bei uns ein Landwirtschaftsamt das nicht viel davon hält und dummerweise hat Raiffeisen bei den diesjährigen Winterveranstaltungen die Leute von Incona eingeladen gehabt welche ebenfalls die Cultandüngung schlecht geredet haben.
Da meine Betriebsfläche nicht reicht muß ich Kollegen überzeugen damit wir hier genügend Fläche zusammen bekommen.
Ich brauche Erfahrungsberichte von Praktikern die schon nach diesem Verfahren gedüngt haben.
Ansonsten kann ich in Zukunft wie sie so schön geschrieben haben weiter grübeln.
Das ist der Ausgangspunkt an dem ich stehe.


Eines kann ich Ihnen versichern Anstand brauch ich mir von Ihnen nicht beibringen lassen.

Das steht mir auch nicht zu, sollte der Eindruck entstanden sein bitte ich hiermit um Entschuldigung.

Viele Grüße und viel Zurückhaltung meinerseits.
Bitte, genau das braucht das Forum nicht.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

goos
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Re: Cultandüngung

Beitrag von goos » Freitag 9. April 2010, 06:43

:mrgreen:
Schuld am Lachgasproblem ist nicht zuletzt die Landwirtschaft. Beim Ackerbau wird neben Brandrodung vor allem sorglos ausgestreuter Stickstoffdünger zu einer Quelle des Gases. Und auch die Tierhaltung macht wegen der entstehenden Gülle Probleme.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 46,00.html
Der horizont der meisten menschen ist ein kreis mit dem radius 0.,
und das nennen sie ihren standpunkt.
dummheit ist vererbbar, da helfen keine pillen......

ulikum
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Re: Cultandüngung

Beitrag von ulikum » Dienstag 13. April 2010, 19:57

goos hat geschrieben::mrgreen:
Schuld am Lachgasproblem ist nicht zuletzt die Landwirtschaft. Beim Ackerbau wird neben Brandrodung vor allem sorglos ausgestreuter Stickstoffdünger zu einer Quelle des Gases. Und auch die Tierhaltung macht wegen der entstehenden Gülle Probleme.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 46,00.html

nur wenn im Boden Sauerstoffmangel herrscht, wird Stickstoffdünger in Distickstoffmonoxid (Lachgas, N2O) umgewandelt.
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Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

Stefan81
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Re: Cultandüngung

Beitrag von Stefan81 » Freitag 15. Oktober 2010, 19:29

Hallo Leute

Habe gestern meinen Mais - Cultan - Versuch geerntet und meine Hoffnung wurde auch erfüllt.

Habe den Mais normal breitwürfig 120kg N durch 15:15:15 Dünger gegeben und bei Cultan 100kg N durch SSA und der Cultangedüngte Mais war um etwa 7% mehr. (keine Exaktverwiegung). Der gesamte Mais hat im Herbst auf die Begrünung 60kg N durch Schweinegülle bekommen, was zwar dem CULTAN Verfahren wiederspricht, aber ich habe erst im Winter das Buch von Dr. Sommer gelesen.
In der letzten LOP war bei der Betriebsreportage ein Gerät mit Igelräder drin das für jede Reihe ein Igelrad hatte, wäre es nicht einfacher immer zwischen 2 Reihen ein Depot anzulegen?
Wissen ist der einzige Rohstoff der sich durch gebrauch vermehrt.
Schöne Grüße aus Niederösterreich
Stefan81

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Re: Cultandüngung

Beitrag von York-Th. Bayer » Freitag 15. Oktober 2010, 20:45

hallo Stefan81,
na das hört sich interessant an. Wobei 7% nicht wirklich viel sind. Haben Sie zufällig die Kornfeuchte & die Kolbenausbildung verglichen?
letzte LOP - Igelrad:
Sie haben sicherlich Recht das man das auch anders lösen kann. In Übersee ist es eigentlich weit verbreitet das N mit Scheibensechchen, vor allem als NH4 Gas, in die Zwischenreihen zu bringen. Die machen das schon sehr lange und haben das Wort CULTAN noch nie gehört :-)
Wenn ich mich korrekt erinnere habe ich vor langer Zeit in diesem Forum mal Bilder von dem Gerät das ich vor über 10 Jahren etliche Jahre im Einsatz hatte zur Mais & Zuckerrüben Düngung. Der Vorteil dieser Scheiben Injektoren sit das sie viel schneller fahren können, 15 km/h sind möglich und nicht wie bei den Igelrädern max. 10 km/h. Darüber hinaus können Sie auch noch tiefer das Band ablegen. Wir haben immer als Ziel 15 cm gehabt um dann bei Bodenunebenheiten & abgenutzten Scheiben auf mind. 10 cm zu kommen. Bei 6 m AB reicht ein 100 PS Schlepper, wobei vor allem die Hubkraft für den Dünger benötigt wurde.
York-Th.
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rettel
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Re: Cultandüngung

Beitrag von rettel » Freitag 15. Oktober 2010, 23:01

Stefan81 hat geschrieben:Habe den Mais normal breitwürfig 120kg N durch 15:15:15 Dünger gegeben und bei Cultan 100kg N durch SSA und der Cultangedüngte Mais war um etwa 7% mehr. (keine Exaktverwiegung). Der gesamte Mais hat im Herbst auf die Begrünung 60kg N durch Schweinegülle bekommen, was zwar dem CULTAN Verfahren wiederspricht, aber ich habe erst im Winter das Buch von Dr. Sommer gelesen.
Wurden im Frühjahr auch Nmin-Proben gezogen? Wir düngen teilweise die Flächen im Herbst mit Gülle (max 40 kg Ammonium-N) vor einer Gründüngung. Im Frühjahr wird dann häufig nochmal mit Gülle nachgedüngt, aber auf einzelnen Flächen wäre diese Düngung nicht mehr notwendig gewesen, da die anschließend im 4-6 Blattstadium gemessenen Nmin-Gehalte schon sehr deutlich über dem Sollwert lagen.
Eine Aussage treffen kann man mit dem Versuch so nicht.

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