Oberflächendepot?

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sweet_bunny22
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Oberflächendepot?

Beitrag von sweet_bunny22 » Sonntag 15. Mai 2016, 06:19

Machen gerade gute Erfahrungen mit ASL- Injektionsdüngung.

Arbeitswirtschaftliche und technische Aspekte legen eine Oberflächenablage von ASL-Gülle-Gemisch in Raps und Getreide mittels Schleppschlauch- oder Schleppschuhverteiler nahe.
Meine Hauptsorge: (Stark-)Niederschläge am Seitenhang könnten das Depot verwaschen und damit der Mineralisation Tür und Tor öffnen.

Wer hat Erfahrungen mit Oberflächendepots oder kann auf entsprechende Versuche verweisen? :?
Was gibt es grundsätzlich zu beachten bezüglich Voraussetzungen und Gefahren? Die technische Seite wäre wohl das kleinste Problem.

Vielen Dank
Peter

9° --- 550 l/m²/a --- 230-400 m ü. NN --- WW-WRaps-WW(WRoggen)-SM(CCM) --- s/sL/lS/L --- Sandstein-/Muschelkalkverwitterung --- 20-80 BP --- 1GV/ha

Ein abhandener Pflug macht noch keine Mulchsaat.

Konrad Steinert
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Re: Oberflächendepot?

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 15. Mai 2016, 11:59

Oberflächendepots sind eigentlich nicht ideal für die Cultandüngung im eigentlichen Sinn, vor allem noch in Verbindung mit Gülle. Ziel bei Cultan ist es ja eigentlich, so hohe Ammoniumkonzentrationen zu erreichen, dass alle Bakterien absterben und sich dadurch das Depot stabilisiert und die Nitrifikation damit weitgehend verhindert wird. Das ist mit Oberflächendepots nur eingeschränkt zu erreichen.

Für die Praxis muss das aber kein Nachteil sein, weil die Pflanze sowohl Nitrat wie auch Ammonium ausnutzen kann. Düngt man nun wie beschrieben im Frühjahr in wachsende Bestände, so haben die Pflanzen den Boden schon tief durchwurzelt, jetzt teilweise bis in über 1 m Tiefe. Überdies gibt es im Frühjahr bei intensivem Wachstum meist kein Sickerwasser, so dass man eine Nitratauswaschung weitgehend ausschließen kann, auch wenn es mal ein paar Regentage gibt.
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sweet_bunny22
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Re: Oberflächendepot?

Beitrag von sweet_bunny22 » Montag 16. Mai 2016, 16:31

Grundsätzlich strebe ich schon eine eher ammoniumbetonte Ernährung an, was mit Gülle nie ganz zu erreichen ist. Aber es werden ja auch Oberflächendepots mit reinem ASL angelegt. Auch das könnte eine Alternative sein, da vor allem das Fahren zwischen den Fahrgassen für mich ein Dorn im Auge ist, gerade im Raps. Wie sieht´s mit reinen ASL-Depots (Spritze mit Schleppschlauch) aus? Erfahrungen? Gleich gut oder schlechter als Injektion? Voraussetzungen?
Peter

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sweet_bunny22
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Re: Oberflächendepot?

Beitrag von sweet_bunny22 » Sonntag 22. Mai 2016, 13:50

Vor allem würde mich interessieren, wie weit der Abstand der Depots sein darf. Meine Spritze hat 50 cm Düsenabstand.
Peter

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Re: Oberflächendepot?

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 22. Mai 2016, 17:05

Als Faustregel für den Abstand der Depots sollte der doppelte Reihenabstand angestrebt werden, dann kämen alle Pflanzen zumindest einseitig an ein Depot heran. 50 cm wären also für Mais und Rüben in Ordnung, für Getreide und Raps in normaler Drillsaat aber deutlich zu weit. Man müsste dann mit streifigen, ungleichmäßig entwickelten Beständen rechnen.

Vielleicht sollten Sie Erfahrungen mit stabilisierten Düngern wie Alzon flüssig sammeln, das müsste einen ähnlichen Effekt wie die Oberflächendepots ergeben und es braucht an der Spritze nur wenig umgerüstet zu werden.
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