Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

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Bayer40
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Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Bayer40 » Sonntag 16. August 2015, 13:54

Servus zusammen,
aus dem trockenen südlichen Bayern.

Überlege meine KE Kombi (Einscheibenschaar-Technik) zu wechseln. Seit 10 Jahren Pfluglos.
Meine frage stellung daher:
Welche Technik passt um Schlagkräftiger bei der Aussaat zu werden? ( es sollen auch flächen mit 1 ha gedrilltwerden können...)
Früchte die zu säen sind: WG, WW, Raps, Ackerbohne, Zwischenfruchtgemenge
Böden schwere Lehm-Ton Böden. Niederschlag ca. 1000 - 1100 mm im Jahr - also meist relativ feuchte Aussaatbedingungen.

Vorabeit wird mit Horsch Terrano mit Federstempelwalze erledigt auf 18-25cm tiefe.Meistens wird gegrubbert um verdichtungen zu beseitigen und
wieder Luft in den Boden zubringen- bzw. das die Abtrocknung schneller erfolgt. Reifenpacker am Grubber laufen bei uns in der Gegend keine wie zb. auf der
Rapid oder der Tume da sonst der Boden wieder feucht rückverfestigt werden.

Welche maschinen kommen damit klar wenn doch relativ viele große feuchte Kluten vorhanden sind, und daher noch
feinerde zur Saat gleichzeitig produziert werden muss?
Stroh bleibt überwiegend am Acker.

freue mich auf eure Anregungen.
Grüße Bayer 40

Konrad Steinert
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 16. August 2015, 16:07

Auf den schweren, klutigen Böden kommt man wohl am besten mit passender Scheibenschartechnik zurecht, wie der Tandemflex von Auf der Landwehr, der Easydrill von Sky/Sulky, der Sumo Moore-Unidrill, Semeato/New Holland, Great Plains Spartan und Kuhn SD, auch die Eros von Kerner mit ihrer schweren Packerwalze ist eine Empfehlung wert. Diese Maschinen verfestigen in der Reihe sehr intensiv, lassen aber die Zwischenräume weitgehend offen.
Lockerung und Saat in einer Überfahrt macht Claydon, hier muss man dann aber nach dem Abtrocknen noch mal mit einer schweren Walze drüber und das ganze System müsste dementsprechend angepasst werden (Schwerstriegel statt Grubber).
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Bayer40
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Bayer40 » Sonntag 16. August 2015, 17:49

Würde auch eine eine Rapid funktionieren?? Bzw. was wäre das Problem auf unseren Böden?
wären teilweise günstig zu erstehen??

Konrad Steinert
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 16. August 2015, 21:23

Ja - warum nicht. Die Rapid eine Maschine mit Reifenpacker und hat daher Grenzen bei zu feuchten Bedingungen. Wenn es ausreichend abgetrocknet ist, funktioniert es sicher problemlos.
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Georg Doppler » Sonntag 16. August 2015, 23:41

Das Claydon System würd ich mir auf jeden Fall genauer ansehen, da es ja genau auf solchen Bedingungen entwickelt wurde.
lg
Bio-Marktfruchtanbau, Blonde d´Aquitaine hornlos Zucht, Freilandschweinehaltung in Oberösterreich:
Mulch- und Direktsaat auf mittelschwerem Lehm, 360m, 900mm, 7,8 Grad
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Bayer40 » Montag 31. August 2015, 20:41

Hallo,
muss nochmals nachhacken.

Es gibt ja 2 Systeme, Reifenpacker vor oder nach der Säschiene.
Was wäre auf unseren schweren feuchten Böden zu bevorzugen??
Vor und Nachteile ???
Grüße Bayer40

Konrad Steinert
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Re: Sätechnik für schwere Lehm-Ton Böden

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 1. September 2015, 08:09

Allgemein durchgesetzt haben sich Systeme mit Reifenpackern vor den Säscharen, wie bei Horsch Pronto, Väderstad Spirit, Amazone Cirrus, Kerner Eros oder Pöttinger Terrasem usw.. Hier übernehmen meist Druckrollen hinter den Säscharen die Tiefenführung und das Andrücken des Saatgutes.

Reifenpacker hinter den Säscharen, das bauen eigentlich nur noch ganz wenige Hersteller wie Väderstad Rapid und einige vorwiegend skandinavische Hersteller we Jukarri, Tume oder Vieskan Metalli. Problem ist hier das Verkleben der Reifen bei Nässe, außerdem wird die Oberfläche ganzflächig verdichtet. Bei trockenen Bedingungen kann dieses Konzept allerdings recht gut funktionieren.

Auf schweren, feucht-klebrigen Böden würde ich die Anordnung der Reifen vor den Säscharen bevorzugen; prinzipiell haben sich aber auf diesen schweren Standorten am besten Packer aus Stahl mit gezielter Verfestigung in der Reihe bewährt, wie bei der Moore Unidrill, der Tandemflex, der Sky Easydrill oder der Kerner Eros.
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