Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

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Peter Kraft
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Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Peter Kraft » Sonntag 3. Februar 2013, 22:58

Servus

Ich habe einen Strom Ecoland 3m Grubber. Auf diesen würde ich gerne eine kleine Sähschiene montieren um meine Zwischenfrüchte zu sähen. Dir Begründung meines Vorhabens:
1. Zeitersparnis und Geldersparnis: Nach dem Drusch fahre ich immer Gülle auf die Stoppel die sofort mit dem Grubber eingearbeitet wird. Nachdem der Boden dann wieder vernünfig befahrbar ist (gut 2 Tage später) habe ich immer meine Zwischenfrüchte mit meiner Väderstad Rapid gesäht. Diesen Arbeitsgang würde ich sparen.

2. Bessere Ausnutzung der Bodenfeuchte: Wenn ich meine Zwischenfrüchte gleich nach dem Drusch mit der ersten Bearbeitung einsähen kann, könnte ich die noch vorhandene Bodenfeuchte für die Zwischenfrucht nutzen.

Meine Hautfrage für mein Vorhaben ist: Wie funktiert das Verfahren wenn ich die Zwischenfrucht mit Sährohren vor die Walze des Grubbers schmeiße? Die Walze soll dann das Saatgut in den Boden bringen.

Habt Ihr zu diesem Verfahren Erfahrungen mit dem Feldaufgang?
Auch Bilder zu diesem Verfahren würden mich sehr interessieren.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Peter
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Re: Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 4. Februar 2013, 21:15

Das funktioniert einwandfrei, viele Hersteller bieten inzwischen kommerzielle Lösungen dazu an. Das gilt zumindest für die "üblichen" Zwischenfrüchte Senf, Ölrettich, Buchweizen und Phacelia.

http://www.einboeck.at/index.php?view=c ... 43&lang=de

http://www.vaderstad.com/de/Produkte/Saat/Bio-Drill/

Unter besonderer Sommertrockenheit wäre jedenfalls eine Saat mit der Direktsaatmaschine besser für Feldaufgang und Aufgangssicherheit, möglichst sofort nach dem Mähdrusch. Die Gülle könnte dann später mit Schleppschäuchen oder Schlitzwerkzeugen in den stehenden Bestand eingebracht werden.
Neuester Trend ist die Ausbringung der Zwischenfrüchte direkt mit der Gülle, die dann in den Boden eingeschlitzt wird - das ist aber technisch recht aufwändig.
Dr. Konrad Steinert
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Stefan
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Re: Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Stefan » Montag 4. Februar 2013, 22:38

So habe ich das auch mal gemacht, war nicht besonders erfolgreich, da wir voll im Trockengebiet liegen. Walzen danach war auch obligat, sonst wäre der Feldaufgang noch schlechter gewesen.
Funktionieren kann das System in Regionen mit hohem Niederschlag und/oder milden Böden die schön schütten. Von Saatguteinbettung kann aber nicht die Rede sein. In jedem Fall braucht der Grubber eine superschwere Walze
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.

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Re: Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Peter Kraft » Dienstag 5. Februar 2013, 22:03

Ich tendiere eher zu dem System von Einböck, oder ähnlich (Väderstad kostet um die 6000€ !!!).
Meine Hauptbedenken hierbei ist die 100%tige Bedeckung des Saatgutes. Von der Krümelstruktur her mache ich mir keine Gedanken, da legen sich unsere Äcker fast perfekt hin. Aber wird dann auch das Saatgut von der Walze (Roadpackerwalze, 193kg/m) in den Boden gedrückt oder wird es oberflächlich angedrückt (Voraussetzung das Saatgut wird vor der Walze abgelegt, kein Striegel hinter der Walze)?
Ich habe etwas bedenken mit den Nachtkeimern die wirklich in den Boden müssen um zu keimen, oder einfach 10% mehr sähen dass man auch wirklich einen guten Bestand bekommt?

Peter
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Re: Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 7. Februar 2013, 11:31

Es kommt halt auf einen Versuch an! Ganze Regionen z.B. in Österreich, im Emsland oder im südlichen Bayern arbeiten großflächig mit Grubbersaat, wobei hier allerdings der Senf (Ölrettich, Phacelia, ggf. Buchweizen und Guizotia/Mungo) dominiert. Der Aufgang hängt von vielen Faktoren ab, wie Niederschlag, Bodenstruktur, Sonneneinstrahlung usw. Sicherlich kann man auch improvisieren, also Grubbern, gleich danach Schneckenkornstreuer mit Zwischenfrucht und gesondert anwalzen, wenn kein Aufbausägerät zur Verfügung steht.
Bei den teureren Gemengen á la Terra Life und großkörnigen Leguminosen würde ich eher zur korrekten Drillsaat tendieren.
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Kohl
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Re: Zwischenfruchtaussaat mit Grubber und Sähschiene???

Beitrag von Kohl » Dienstag 12. Februar 2013, 20:06

Wir haben im letzten Jahr hervorragende Erfahrungen mit der "Güllesaat" gemacht. Jeweils die erfordelichen Saatgutmengen Senf, Ölrettich, Phacelia, Alexanrinerklee etc. vorm Befüllen in den Saugschlauch geben und mit Prallteller ausgebracht. Unmittelbar nach der Ausbringung folgte die KSE.

Wenn ich allerdings eine Rapid hier stehen hätte, würde ich Gülleeinarbeitung und Aussaat mit der Maschine erledigen!
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