Flache Mulchsaat bei viel Stroh

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Hansi
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Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Hansi » Donnerstag 5. Juni 2014, 10:56

Hallo
Lese schon länger in diesem interessanten Forum mit,und dies ist nun mein erster Beitrag .
Ich bin Landwirt im nördlichen Schleswig Holstein,mit Sandigem Lehm und wechselnden Böden von Sandigen Linsen über Tonköpfen zu anmoorigen Senken.
Meine Nachbarn setzen schon lange auf Atlantis,da sie alleine mit den Bodenherbiziden gegen den Afu nicht klarkommen.
Bisher konnte ich diese Massnahme meistens vermeiden.
Nun möchte ich aus verschiedenen Gründen ganz auf den Pflug verzichten.
Habe ich mich gerade für einen Schwerstriegel der Firma Baarck entschieden,um die hohen Strohmengen besser verteilen zu können,und eine oberflächliche Bodenbearbeitung durchzuführen.
Nach dieser Massnahme möchte ich gerne, im Idealfall, eine 3 cm flache Stoppelbearbeitung machen,um möglichst das gesamte Samenpotential zum Keimen zu bringen.
Dieses werd ich mit Gänsefusscharen und vorhandenem Gerät versuchen.
Im Falle einer nötigen Lockerung,habe ich einen Quivogne Untergrundlockerer,der nicht mischend ist.
Dann möcht ich zum Sattermin mit der zukünftigen Sämaschine,auch im Idealfall, 3,5 cm tief auf den blanken Boden säen.
Meine Frage hierzu:Welches Saatsystem ist hierzu am besten geeignet ?
Angedacht ist die John Deere 750 A , die Tandemflex (oder andere Moore Systeme),oder eine Zinkendrille wie die Ultima.
Bitte hierzu um Ihre Erfahrungen oder Erkenntnisse
Freundliche Grüsse aus dem Norden
Hansi
50 Jahre Viehloser Ackerbau in Schleswig-Holstein
mit den typischen Problemen dieser Anbau-Folge.

Konrad Steinert
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 5. Juni 2014, 12:00

Optimal für eine Saat mit minimaler Bodenbewegung ist die John Deere 750A, mit geringem Abstand folgt die Tandemflex mit ihrem Gussrad. Die Köckerling Ultima bewegt dagegen mit ihrem Zinkenschar ziemlich viel Boden. Andererseits werden Sie bei Direktsaat bei viel Stroh mit der Ultima die besten Aufgänge und die vitalsten Pflanzen haben, während man bei der John Deere oft eine verzögerte Entwicklung und einen geringeren Feldaufgang durch in den Saatschlitz gepresstes Stroh ("Hair Pinning") sieht. Hinsichtlich einer Unterdrückung von Ungräsern kann dies wichtiger sein als weniger Bodenbewegung zur Saat!
Dr. Konrad Steinert
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Hansi
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Hansi » Dienstag 10. Juni 2014, 16:34

Zusatzfrage:
Um das Pinstripping etwas zu vermeiden,gibt es Erfahrungen mit Räumenden Werkzeugen vor der John Deere,zB. von Needham ?
Kommt nicht auch eine Kuhn SD oder Great plains in Frage ?
Oder drückt das vorlaufende Sech das Stroh genau so in den Boden ohne es zu zerschneiden.?
Ist diese Maschine für die Einsaat in Zwischenfrüchte nicht die beste Alternative ?
Gruss
Hansi
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Konrad Steinert
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 11. Juni 2014, 07:55

Räumwerkzeuge sind eher etwas für Einzelkornsämaschinen mit weiten Reihenabständen, dort haben sie sich gut bewährt - nicht aber bei Drillsaat mit engen Reihen. Schließlich muss das Stroh ja irgendwohin geräumt werden, und das ist dann die Nachbarreihe .. Abgesehen davon fehlt es bei den meisten Maschinen auch an ausreichend Anbauraum, um derartige Werkzeuge nachzurüsten und diese sind dann relativ störanfällig.
Dreischeibensysteme wie Great Plains oder Kuhn SD sind tatsächlich eine gute Alternative bei hohem Strohbesatz und können auch gut in stehenden Zwischenfrüchten verwendet werden. Sie finden aber bei extrem hohen Strohmengen auch ihre Grenzen! In Verbindung mit einem Schwerstriegeleinsatz sollte es aber gut funktionieren. Das Nonplusultra hinsichtlich Direktsaat wäre die relativ teure Cross-Slot-Sätechnik.
Dr. Konrad Steinert
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Stefan
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Stefan » Samstag 14. Juni 2014, 19:05

Für die Situation am besten die Tandemflex. Gibts auch mit Strohräumer, die ich bei Herrn auf der Landwehr mir anschauen durfte. TF macht etwas mehr Bodenbewegung als die JD liefert aber dafür sehr gute Feldaufgänge.

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sweet_bunny22
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von sweet_bunny22 » Montag 16. Juni 2014, 18:50

Beim gedanken an die instandhaltung einer 750a (spreche aus erfahrung, d.h. Schneidsechlager + tiefenführungsrollenlager + andruckrollenlager 1&2 + einlegezunge + federchen + scharflanke ...) mit zusätzlichen strohräumern für jedes schar wird mir schlecht.
Wenn du eh bearbeitest, warum dann aufwändige scheibentechnik? Zinkenmaschinen legen dir das saatgut immer auf den nackten boden samt kapillarwasser, sind unempfindlicher und primitiver sprich wartungsärmer. Wenn du eine zinkenmaschine hast, die ganzflächig schneidet (gänsefüße!), bist du auch flexibler hinsichtlich der entscheidung, ob saatbettbereitung erforderlich ist und kannst dir vielleicht den einen oder anderen grubbergang sparen, z.b. Stoppelbearbeitung mit zwischenfruchtaussaat kombinieren. Wenn keine unterfußdüngung angedacht ist, würde ich die gänsefußschare den duettscharen immer vorziehen ( zugkraft).
Die ultima erkauft sich halt die einzelscharführung mit hohem technischem aufwand und im vergleich zu z.b. Horsch co doppeltem gewicht. Weitere hersteller von airseedern mit gänsefußscharen sind z.b. Mnt aus der schweiz oder farmet aus tschechien.
Ähnlich wie die john deere 750a arbeitet auch die gaspardo gigante, wenn scheiben bevorzugt werden. Die scheint etwas weniger aufwändig.
Peter

9° --- 550 l/m²/a --- 230-400 m ü. NN --- WW-WRaps-WW(WRoggen)-SM(CCM) --- s/sL/lS/L --- Sandstein-/Muschelkalkverwitterung --- 20-80 BP --- 1GV/ha

Ein abhandener Pflug macht noch keine Mulchsaat.

Hansi
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Re: Flache Mulchsaat bei viel Stroh

Beitrag von Hansi » Mittwoch 9. Juli 2014, 17:48

Danke für die Beiträge
Habe mich nun für eine Ultima aus Bj. 2007 entschieden,da für mich die Trennung von Stroh und Saat am wichtigsten ist.
Ausserdem kann ich gleichzeitig mit der Saat eine Stoppelbearbeitung machen,zB. zur Ausbringung einer Zwischenfrucht direkt nach der Ernte(und Strohstriegel)
Werde nach dem Einsatz berichten.
Gruss
Hansi
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