Reifezeitpunkt Sommergetreide

Antworten
Georg Doppler
Beiträge: 125
Registriert: Dienstag 14. Oktober 2008, 21:07
Wohnort: Waizenkirchen - Oberösterreich
Kontaktdaten:

Reifezeitpunkt Sommergetreide

Beitrag von Georg Doppler » Freitag 17. April 2015, 12:28

Hallo!
Wer hat Erfahrung mit der Reife div. Sommergetreidearten bzw. Sommerungen. Die Frage stellt sich um div. Mischungen versuchen zu können.
Nach meiner Einschätzung bzw. Erfahrung müsste es ca. in dieser Reihenfolge laufen:
Sommergerste (ca. gleich mit Winterweizen)
Erbsen
Sommerraps
Hafer ca. gleich mit Sommerweizen
Sommerroggen
Sommertriticale (ca. gleich mit Ackerbohne)

Liege ich da ca. richtig.
Wer hat Erfahrungen bzw. Anhaltspunkte wann welche Sommerung in etwa im Vergleich zu Standardkulturen erntereif ist.
lg
Georg
Bio-Marktfruchtanbau, Blonde d´Aquitaine hornlos Zucht, Freilandschweinehaltung in Oberösterreich:
Mulch- und Direktsaat auf mittelschwerem Lehm, 360m, 900mm, 7,8 Grad
http://www.biohofdoppler.at
Vibroflex, John Deere 750a, Dynadrive

Konrad Steinert
Beiträge: 507
Registriert: Freitag 17. Oktober 2008, 14:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Reifezeitpunkt Sommergetreide

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 17. April 2015, 19:30

So eindeutig ist das mit der Reifezeit nicht, da spielen Sorten, Witterung, Nährstoff- und Wasserangebot mit. Dabei kann es auch von Jahr zu Jahr Unterschiede geben. Auch der Mischungspartner selbst könnte die Abreife durch Waserentzug, Beschattung oder Allelopathie verändern. Erbsen reifen hier immer ziemlich früh ab und die Sommergetreidearten werden eigentlich fast immer kurz nach dem Winterweizen reif - wobei es hier im Osten von Deutschland durch die häufige Trockenheit meist zu einer Notreife kommt. Für den Mischanbau zum Mähdrusch sollte vor allem auf eine hohe Ernteflexibilität geachtet werden, damit es durch Reifeverzögerungen eines Partners nicht zu erheblichen Ernteverlusten beim anderen kommt. Sommertriticale scheint hier die erste Wahl zu sein, da er fast überall wächst, gut mit de meisten Partnern harmoniert und recht standfest ist, aber auch Verzögerungen beim Drusch toleriert. Interessant scheinen mir auch Kombinationen aus Wintergetreide (z. B. Triticale), in den dan im Frühjahr die Körnerleguminose (Ackerbohne, Erbse) eingedrillt wird - mit der JD 750A hätten Sie ja die optimale Technik!

Hier gibt es viele Informationen dazu einschl. einer umfangreichen Broschüre zum Download:
http://www.oekolandbau.de/erzeuger/pfla ... engemenge/
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

Antworten