Roggen

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Hofer Urs
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Roggen

Beitrag von Hofer Urs » Dienstag 30. Dezember 2008, 10:56

Populations-oder Hybridroggen
Hallo,
Weiss jemand, warum immer noch Populationssorten angebaut werden. Man hört immer, dass die Hybriden 20 % mehr Ertrag geben und trotzdem findet man auf den Sortenlisten neue Populationssorten. Wo liegen also die Vor/Nachteile der Hybrid-beziehungsweise der Populationssorten? mfg.
Acker-und Weinbau

Florian Hille
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Re: Roggen

Beitrag von Florian Hille » Dienstag 30. Dezember 2008, 12:43

Hallo Urs,

deine Frage direkt beantworten kann ich Dir nicht.
Jedoch zu dem Thema Hybrid möchte ich eine Bemerkung machen.
Beim Studium der Literatur bin ich auf Theorien für die Ertragssteigerung
der Hybridpflanzen gestossen. Ertragssteigerungen kommen angeblich
dadurch zu standen dass diese selbst auf "verarmten Böden" deshalb zurecht
kommen weil sie niedrigere Eiweißgehalte (oder andere Verteilung der Aminosäuren)
bilden und daher mit weniger Mineralien auskommen.
So wurde bei der Einführung des Hybridmaises von einer Senkung des Eiweißanteils
im Futter berichtet usw. . Genaue Angaben dazu habe ich leider noch nicht.
Ein interessantes Diskusionsobjekt ist das meiner Meinung nach schon.
Irgend einen Haken müsste es doch geben oder, warum soll uns diese Hybridpflanze
aufeinmal mehr Ertrag "schenken" ohne woanders etwas einbüßen zu müssen?

Die tierischen Lebewesen haben sich ja auch im Laufe der Evolution daran angepasst
sich von u.a. Samen zu ernähren die von gesunden Pflanzen stammen und daher
eine gesunden Fortbestand dieser Pflanze sichern (Sprichwort Eiweißstrukturen).
Wenn nun die Hybride im Nachbau wesentlich schwächere Pflanzen erzeugen (und damit
den Fortbestand der Pflanzenart eventuell gefährden) , ist doch zu fragen ob das immernoch
eine gesunde Ernährung für Mensch und Tier darstellt?

Soweit Überlegungen dazu. Empfehlen möchte ich das Buch "Soil fertillity and animal health"
von Albrecht ( Stichwort Albrecht Papers Vol. 2 ) .

Nette Grüße,
Florian
Heimat Cottbus; großes Interesse an Methoden alternativer Landwirtschaft seit einigen Jahren; Laufbahn: Abitur; Praktikas
im Ackerbau ( Bio-Dyn, / Direktsaat etc.) ; Lehre zum Ldw. ( Direktsaatbetrieb) nach 2 Jahren bestanden

Konrad Steinert
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Re: Roggen

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 31. Dezember 2008, 10:08

Das Problem bei den Hybridsorten (trifft auch für Weizen, Raps und Wintergerste zu) sind die höheren Saatgutkosten; dies betrifft vor allem die armen Standorte, auf denen Roggen nun mal hauptsächlich angebaut wird und wo man nicht immer den erforderlichen Mehrertrag erreicht. Hybridroggen kann man auch nicht nachbauen, das geht aber bei Populationssorten. Außerdem hat auch die Züchtung auch bei den Populationssorten größere Fortschritte gemacht. Nicht zuletzt waren einige Hybridsorten auch wesentlich anfälliger gegenüber Mutterkorn.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

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