Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

obermaier stephan
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Sonntag 8. Mai 2011, 07:51

Von der Entstehung her ist es Löß, aber mit einem extrem hohen Lehmanteil (3km weiter befindet sich ein Lehmabbaugebiet). Von der Auflage her sind es sicher 4-5m bis Kies und Sand kommen.
Wasserhaltevermögen ist mir nicht bekannt, jedenfalls geht in einem normalen Jahr selten das Wasser aus.
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ulikum
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von ulikum » Sonntag 8. Mai 2011, 09:18

obermaier stephan hat geschrieben:
Wasserhaltevermögen ist mir nicht bekannt, jedenfalls geht in einem normalen Jahr selten das Wasser aus.
Der Ertrag auf dem Acker wird in der Tiefe gemacht.

Fehlendes Pflanzenverfügbares Wasser kann durch Düngung nicht ersetzt werden.
10cm durchwurzelbarer Boden können ca. 20mm Wasser speichern.
Wäre dein Boden bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern durchwurzelbar, würde das einer nutzbaren Feldkapazität von 300 mm entsprechen wenn kein Wasser verloren gehen würde.
Das würde bedeuten dein Boden könnte theoretisch das Wasser für einen Ertrag von 6 tonnen je ha Getreide speichern.
Um 1kg Getreide zu erzeugen benötigt die Pflanze ca 400 bis 500 Liter Wasser.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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obermaier stephan
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Sonntag 8. Mai 2011, 10:16

:shock: gut zu wissen, interessant!
Momentan sieht man auch deutlich, dass der Boden noch Wasser hat, da die Bestände noch nicht stark aufhellen, was auf Flächen mit kiesnahen Böden jetzt extrem deutlich wird. Die reduzieren auf 2-3 Triebe runter während unsere Bestände 3 noch sicher halten können.
Hört sich jetzt zwar komisch an, aber ich fühle mich mit unserem Standort trotzdem in einem benachteiligten Gebiet, da ja 10km weiter der Gäuboden ist und die ohne weiters 100dt beim Weizen ernten können, heuer aber denk ich auch nicht. Bei uns sind im Schnitt um die 80dt möglich, in manchen Jahren auch 90dt, aber eher die Seltenheit.
Will jetzt aber ned jammern, unser Boden ist mein Heiligtum.

Wünsche übrigens einen schönen Muttertag, bei mir kommt heute noch der Geburtstag meiner Mutter dazu.
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ulikum
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von ulikum » Sonntag 8. Mai 2011, 14:46

-> nicht danach schauen was andere haben,

-> Wasserverluste reduzieren und 10 t/ha ernten

680mm im Durchschnitt bedeutet theoretisch max 13,6 t/ha möglicher Getreideertrag.
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Sonntag 8. Mai 2011, 15:43

Deswegen versuche ich ja meinen Horizont zu erweitern und mach mich schlau.
In meinem Praktikum in Australien waren schon 40dt mit 250Liter Niederschlag auf Sandböden mit Direktsaat und CTF möglich.
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von York-Th. Bayer » Sonntag 8. Mai 2011, 18:04

obermaier stephan hat geschrieben:Deswegen versuche ich ja meinen Horizont zu erweitern und mach mich schlau.
In meinem Praktikum in Australien waren schon 40dt mit 250Liter Niederschlag auf Sandböden mit Direktsaat und CTF möglich.
das freut mich das Sie diese Zahlen aufführen. Und bei uns beklagt man sich wenn es nur 450 mm gibt, das man dann nur noch Roggen anbauen kann. :-(
Provozieren könnte man dann im Umkehrschluss sagen: Wasser ist NICHT das Thema.
York-Th.
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von low-tiller » Montag 9. Mai 2011, 07:03

York-Th. Bayer hat geschrieben:
obermaier stephan hat geschrieben:Deswegen versuche ich ja meinen Horizont zu erweitern und mach mich schlau.
In meinem Praktikum in Australien waren schon 40dt mit 250Liter Niederschlag auf Sandböden mit Direktsaat und CTF möglich.
das freut mich das Sie diese Zahlen aufführen. Und bei uns beklagt man sich wenn es nur 450 mm gibt, das man dann nur noch Roggen anbauen kann. :-(
Provozieren könnte man dann im Umkehrschluss sagen: Wasser ist NICHT das Thema.
York-Th.
stimmt,
und wenn das wasser zur falschen zeit fehlt , dan sind auf 20er heidesand nicht mal mehr 40dt roggen zu realisieren , auch nicht bei direktsaat !
ob es am ctf liegt , das es in downunder funst glaube ich nicht .
gruß jürgen
nord-östliches niedersachsen , leichter heidesand grundwasserfern und flußmarsch grundwassernah , bis auf neu übernommene flächen 100 % notill , scheibendrille mit unterfußdüngung und 25cm reihenabstand , low-tech und low-input .

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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Montag 9. Mai 2011, 07:59

CTF war garantiert nicht der Grund, da die Umstellung zu CTF erst ein Jahr zuvor war. Bei dem Betrieb war das größte Problem die Verteilung der Niederschläge 50 Liter vor der Saat und der Rest in kurzer Zeit zwischen Ährenschieben und Blüte. Da hier die Niederschläge meist zu stark sind, läuft das meiste Wasser an der Oberfläche davon, weil es der Boden nicht aufnehmen kann. Dadurch kam der Gedanke die Flächen in 3m breite Beete zu unterteilen, um Wasser zwischen den Beeten speichern zu können. Dadurch war dies die Grundlage für den Umstieg auf CTF.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von ulikum » Montag 9. Mai 2011, 09:06

obermaier stephan hat geschrieben:CTF war garantiert nicht der Grund, da die Umstellung zu CTF erst ein Jahr zuvor war. Bei dem Betrieb war das größte Problem die Verteilung der Niederschläge 50 Liter vor der Saat und der Rest in kurzer Zeit zwischen Ährenschieben und Blüte. Da hier die Niederschläge meist zu stark sind, läuft das meiste Wasser an der Oberfläche davon, weil es der Boden nicht aufnehmen kann. Dadurch kam der Gedanke die Flächen in 3m breite Beete zu unterteilen, um Wasser zwischen den Beeten speichern zu können. Dadurch war dies die Grundlage für den Umstieg auf CTF.
In welcher Region von Australien ist das ?
Wie sind die Klimadaten? vor allen Dingen die Durchschnittliche Luftfeuchtigkeit bzw Verdunstungsrate ist von Interesse .
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250mm Regen bei der Niederschlagsverteilung wie von dir beschrieben sind schon fast ideal,
aber das würde auch eine Wasserausnutzung von 80% bedeuten.
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Wie bekommen die das mit der Verdunstung geregelt?
Selbst wenn ich nur von einer Verdunstung von 1 Liter je Tag in der Hauptwachstumszeit (50 Tage) ausgehe, ergibt sich dann bei dem Ertrag rechnerisch eine 100% Wasserausnutzung.
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Montag 9. Mai 2011, 13:36

Western Australia, zwischen Perth und Albany im Regenschatten der Striling Range (kleine Gebirgskette mit 1000m).
Hier ein Link zu Wetterdaten eines 20km entfernten Dorfes mit ähnlichen Werten:
http://weather.yahoo.com.au/local-clima ... /cranbrook
Heuer herrscht bei denen genau das Gegenteil wie bei uns, Regen ohne Ende. In den letzten Jahren wars aber anders.
Derzeit haben die schon 140mm was zu guten Beständen führen sollte.
Der Weizen wurde natürlich den trockenen Verhältnissen angepasst. Ausgesät werden nur Grannenweizen, die ja mit der Trockenheit besser klar kommen, die Aussaatstärken betragen nur rund 70 - 100 kö/³ (Entscheidend ist der Regen vorm Säen) da ja für mehr das Wasser nicht reicht.
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