Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Hofer Urs
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von Hofer Urs » Dienstag 10. Mai 2011, 18:06

Hallo Stephan,
Spannend ist Dein Bericht von Australien, ich war auch da vor langer Zeit. Habe dort auf Früchtefarmen in Queensland gearbeitet. Leider war die Zeit ein bischen begrenzt, so dass ich nicht mehr auf Getreidefarmen arbeiten konnte. Was mich interessieren würde: Wieviel N düngen die Australier und in wieviel Teilgaben wird er gegeben. Setzen sie auch Fungizide ein. Handelt es sich um Durum-oder Weichweizen? Wieviel Ähren pro m2 ernten sie? Wird Weizen als Monokultur angebaut oder gibts eine Fruchtfolge? Vielen Dank zum voraus für Deine Antwort.
Gruss
urs
Acker-und Weinbau

Andreas Lemke
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von Andreas Lemke » Dienstag 10. Mai 2011, 20:55

York-Th. Bayer hat geschrieben:
obermaier stephan hat geschrieben:Deswegen versuche ich ja meinen Horizont zu erweitern und mach mich schlau.
In meinem Praktikum in Australien waren schon 40dt mit 250Liter Niederschlag auf Sandböden mit Direktsaat und CTF möglich.
das freut mich das Sie diese Zahlen aufführen. Und bei uns beklagt man sich wenn es nur 450 mm gibt, das man dann nur noch Roggen anbauen kann. :-(
Provozieren könnte man dann im Umkehrschluss sagen: Wasser ist NICHT das Thema.
York-Th.


Ich denke es ist von Region zu Region Unterschiedlich, in manchen Region Deutschland wo Sandigeböden und dazu wenig bzw. schlecht verteilter Niederschlag vorherrscht) kann man sich Versuchen wie man will diese Böden sind einfach nur zum Stilllegen gedacht(Schafschwingel rein und für die Mutterkuh Nutzung einmal gemäht oder drüber getrieben und fertig) und wer hier jetzt was anderes erzähl und davon wir es denke ich ein paar geben sind Träumer und müssen vom Ertrag(Deckungsbeitrag nicht leben)...bzw. Verdienen anders ihr Geld und subventionieren damit ihr Hobby(Flächen)..

gruß A.Lemke

obermaier stephan
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Dienstag 10. Mai 2011, 22:25

Bin vorher erst von der GKB Tagung in Triesdorf heimgekommen, war wieder mal interessant
Fruchtfolge ist WR-WG-WW, das N Düngungsniveau liegt bei 90 kg stabilisiert mit der Saat außerdem wird auch gleich Phosphat mit gesät. Kali wurde vom Lohnunternehmer ausgebracht, weils bei der Saat in der Nacht das Wasser aus der Luft anzog und so der Dünger feucht wurde, dadurch verstopft dann die pneumatische Sätechnik. Wenn viel Regen kommt werden teilweise noch zwischen 20-40kg N mit ahl nachgespritzt.
In der Regel schafft der Weizen 2 ährentragende Halme, somit also rund 150-200 Ähren/m³.
Hier ein Video wo sich der Betrieb vorstellt, in dem sieht man auch die dünnen Bestände.
http://www.youtube.com/watch?v=7bsgvLsl794
seit 2002 Pfluglos, (ZF)ZR-WW-WR-WW-(ZF)-WW, 7,8°C im Mittel, 680mm Niederschlag, BP 60-71 toniger Lehm

Hofer Urs
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von Hofer Urs » Mittwoch 11. Mai 2011, 07:43

@Andreas, genau so ist es, wie Du schreibst. Da sieht man den Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Bei uns gibts, ähnlich wie bei Euch, Böden, da kannst Du machen was Du willst, es gibt nichts oder fast nichts zu ernten. Bei uns sind's ca. 30 % der Betriebsfläche davon betroffen. Dort wächst nicht mal die Luzerne richtig. Diese Böden sind flachgründig und haben sozusagen kein Wasserhaltevermögen und im Vorsommer wird's extrem heiss, so dass das wenige, das noch wachsen würde sozusagen verbrannt. Bewässern wäre das einzige Mittel um das Problem zu lösen, aber, damit würde man den Ertrag teuer erkaufen. Wir lassen dann diese Flächen zur Zeit brach, als sogenannte Ökoausgleichsfläche,die bei uns prämienberechtigt ist. Mutterkühe gibts bei uns nicht. Gruss Urs
Acker-und Weinbau

David Galle
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von David Galle » Sonntag 15. Mai 2011, 19:57

Hallo,
nochmals ein Bild von meinem W-Weizen-Bestand , der sich zur Zeit noch anschaulich präsentiert, aber dringend auf Regen wartet.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
David

wer immer nur in andere fußspuren tritt, wird nie eine eigene hinterlassen.

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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von York-Th. Bayer » Sonntag 15. Mai 2011, 21:08

Ich wünsche Ihnen von Herzen Regen, Herr Gallé. Wir haben die letzten Tage keine 10 mm bekommen, aber wenigstens was. Ich lasse es mal mit Bildern, meistens nur zum heulen.
Australien:
Glenvar ist bekannt. selbst bei uns gibt es Betriebe die bei 8 - 10 t/ha Weizen keine 100 Körner säen. Vielleicht ist diese Saatstärke schon zu stark? Nur wird dort wirklich was für den Bodenaufbau getan? Ist schon imposant die Lexion mit gleich angebauter Strohpresse zu sehen.
Mal sehen, in der Region dort wird gerade ein anderer Betrieb auf eine andere Technik umgestellt. Bin gespannt auf dessen Ergebnisse. Man wird die nächsten Jahre sicherlich von dem hören.

Daher bleibe ich bei meiner Aussage: bei 450 mm jährlichem Niederschlag ist Wasser nicht das Thema.
Wohl aber schon eher die Speicherfähigkeit des Bodens.

Wenn man bedenkt:
- das eine Bodenbedeckung wirksam die Verdunstung unterbindet = sinnlose Wasserverluste verhindert
- Humus deutlich mehr Wasser halten kann, und das dazu noch zu 100% verfügbar ist, und nicht wie bei Ton noch Todwasser ist,
dann sollten doch die Ziele so definiert werden:
- minimaler Humusabbau = keine Bodenbewegung
- max. Bodenbedeckung = keine Bodenbearbeitung & keine Förderung des Abbaus dieser durch z. b. eine breitflächige N Applikation
- Nährstoffe: Ich habe ganz bewusst nicht die Düngung geschrieben sondern Nährstoffe. So ist z. b. bekannt das eine ausreichend Zi Versorgung auf die Pflanzen den gleichen Effekt hat wie 15% mehr Niederschlag. Oder wem ist die Bedeutung von Mg. im Boden bewusst auf die Wasserhaltefähigkeit?
- usw. usw.
Es gibt Betriebe auch hier in D. die daran arbeiten das man auf 20er BP Weizen anbauen kann. Wir müssen gar nicht so weit fahren.
Gruß aus der Berliner - Brandenburger Wüste, nicht Wüstenei.
York-Th.
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obermaier stephan
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Re: Winterweizen, Bestände- Frühjahr 2011

Beitrag von obermaier stephan » Montag 6. Juni 2011, 11:05

Bilder von Gestern.
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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