Silomais nach Kleegras

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Höß
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Silomais nach Kleegras

Beitrag von Höß » Sonntag 7. November 2010, 14:21

Guten tag Forumler,

mache seit einigen Jahren Direktsaatversuche mit Mais nach Kleegras und dass durchaus positiv für die Direktsaat.
Ausser heuer, da wir ein kaltes Frühjahr hatten und danach gleich der Herbst kam wars mit den
Silomaiserträgen weit her. Die Direktsaatvariante brachte gegenüber der Mulchsaatvariante nur die hälfte :roll:
Ich betreibe aber intensive Milchviehhaltung und bin auf Höchsterträge angewiesen.

Ich möchte nächstes Jahr eine flache Bodenbearbeitung durchführen um eine bessere Erwärmung zu erreichen. Wie bekomme ich aber eine 2 jährige Kleegrasnarbe klein?
Mit nem Kreiselgrubber gehts doch recht zäh, vorher abspritzen?

Grüße Höß Michael

P.S.Am liebste wärs mir wenn ich im Frühjahr noch einen Schnitt (ende April) machen könnte.

tomte
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von tomte » Sonntag 7. November 2010, 21:26

Mechanisch bekommst du das Kleegras wohl nur mit mindestens zwei (eher drei oder noch mehr) Bearbeitungen mit einem ganzflächig schneidenden Gerät klein (Flügelschargrubber, ein Schälpflug könnte dies auch in einem Arbeitsgang schaffen, aber das empfinde ich dann nicht mehr als Mulchsaat). Je länger das Gras ist, desto schneller stirbt es ab, sehr wichtig ist allerdings dann die Ebenheit des Feldes um eine exakte Arbeit leisten zu können.
Der Kreiselgrubber erinnert mich an einen Bericht von Sepp Braun in der LOP vor gut einem Jahr? Dort wurde meiner Erinnerung nach im Frost damit das Kleegras bearbeitet, ob das allerdings mehrjähriges Kleegras war weiß ich nicht mehr. Wie weit sich Kleegras mit einem "einfachen Abspritzen" kleinkriegen lässt weiß ich nicht, damit habe ich keinerlei Erfahrung.

Eine Frage die du dir stellen musst ist: wie klein muss das Kleegras wirklich sein oder wieviel Schaden oder Problem verursacht es, wenn z.B. 25% des Kleegrases weiterwächst. Danach müsstest du dann deine Bearbeitungsintensität ausrichten.

Eine weitere Frage ist, ob der Mais an einer anderen Stelle in der Fruchtfolge günstiger sein könnte um dem Kleegrasproblem aus dem Weg zu gehen und höhrere Ertragssicherheit zu haben. Daran und mit deinem Gedanken einer Ernte vorher schließt sich die Frage an, ob ein System wie hier angesprochen für dich lukrativ sein könnte: http://orgprints.org/1231/1/grass-2003- ... lomais.pdf
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Konrad Steinert
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 8. November 2010, 09:48

Möglicherweise ist in diesem Fall die Streifenbearbeitung eine Lösung. Da bleibt dann auch noch ein Teil der Narbe erhalten als Erosionsschutz. Selbst bei Glyphosat-Behandlung ist es mit derartigen Grasnarben schwierig, da diese oft nicht vollständig absterben und sich oft schnell wieder regenerieren und dann der Folgekultur Konkurrenz machen.
Dr. Konrad Steinert
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Höß
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von Höß » Montag 8. November 2010, 18:25

Danke für die Antworten.

Meine Fruchtfolge: SM-WW-Kleegras 2 jährig
Unser Betrieb liegt auf 650m, durchschnittlich 7,5 C, haben 1200mm Niederschlag und sandige Lehmböden.
Mögen das erbsen?

@ tomte wie würdest du die erbsen in die fruchtfolge einbauen? Kleegras is halt en super futter für meine Kühe.

Habs mit nem 2 balkigen flügelschargrubber probiert, waren riesige Wurzelfladen, zum Teil 40 mal 40 cm groß
Hätt eine Kurzscheibenegge ohne walze zur hand, Kleegras silieren und 2 mal mit der Kurzscheibenegge drüber(wenns trocken is), wäre das eine option?

Steifenbearbeitung ist bei uns leider nicht verfügbar, bin ja schon froh das ein LU ne Mulchsaattaugliche Maisdrille hat :roll:
Das problem mit dem absprizen kann ich nur bestätigen, ein jahr super und im nächsten der größe reinfall und der Mais bringt nur die Hälfte.

Grüße Höß Michael

York-Th. Bayer
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von York-Th. Bayer » Montag 8. November 2010, 20:08

Höß hat geschrieben:Danke für die Antworten.

Meine Fruchtfolge: SM-WW-Kleegras 2 jährig
Unser Betrieb liegt auf 650m, durchschnittlich 7,5 C, haben 1200mm Niederschlag und sandige Lehmböden.
Mögen das erbsen?

@ tomte wie würdest du die erbsen in die fruchtfolge einbauen? Kleegras is halt en super futter für meine Kühe.

Habs mit nem 2 balkigen flügelschargrubber probiert, waren riesige Wurzelfladen, zum Teil 40 mal 40 cm groß
Hätt eine Kurzscheibenegge ohne walze zur hand, Kleegras silieren und 2 mal mit der Kurzscheibenegge drüber(wenns trocken is), wäre das eine option?

Steifenbearbeitung ist bei uns leider nicht verfügbar, bin ja schon froh das ein LU ne Mulchsaattaugliche Maisdrille hat :roll:
Das problem mit dem absprizen kann ich nur bestätigen, ein jahr super und im nächsten der größe reinfall und der Mais bringt nur die Hälfte.

Grüße Höß Michael
Hallo Herr Höß,
ich würde mal etwas weiter zurück gehen in der Analyse.
Am Anfang steht doch die Frage: Was muss man einer Pflanze antun damit sie abstirbt und nicht mehr austreibt. also den finalen Todesstoß, wie muss der aussehen der wann sollte er erfolgen.
Ob es zur Be4antwortung dieser Frage schon eine wissenschaftliche Antwort gibt, mir zumindest ist sie nicht über den weg gelaufen. Im konv. Anbau würde die Standard Antwort: Glyphosat wohl heißen.
Aslo widmen wir uns mal der Beantwortung dieser Frage und ich komme zu folgenden Möglichkeiten:
- chemische Abtötung
- immer wieder Entfernung der grünen Blattmasse, also das sich Tod austreiben
- immer wieder Bodenbewegung - Hinderung der Wuzelbildung usw.
- mechanische Beschädigungen, regelmäßig, ...
- Beschädigung des Wachstumsknoten (wenn es denn einen gibt)
- usw. usw..
Auch im Bio Anbau ist das Thema Erosionsschutz angekommen und es wird nach Wegen gesucht die Bodenbearbeitungsintensität & Tiefe herunter zu nehmen. Als eins der Werkzeuge ist der Ringschneider in den Versuch genommen worden, um einfach auch Kleegras sehr flach abzutöten, oder wenigstens den Wachstumsknoten abzutrennen.
Desto besser man versteht wie die Pflanzen ticken desto einfacher wird dies alles. Nicht gegen die Natur sondern mit der Natur.
Ein Bekannter baut sehr erfolgreich Mais in mehrjährige Luzerne, quasi die Luzerne als Untersaat, an. Als Bio Betrieb, ohne Bodenbearbeitung. Ich werde dies im kommenden Jahr in kleinem Maßstab mal versuchen nachzustellen.
Gruß und noch gute Denkspiele.

York-Th. Bayer
Landwirtschaft mit Passion

tomte
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von tomte » Dienstag 9. November 2010, 19:07

Höß hat geschrieben: Meine Fruchtfolge: SM-WW-Kleegras 2 jährig
Unser Betrieb liegt auf 650m, durchschnittlich 7,5 C, haben 1200mm Niederschlag und sandige Lehmböden.
Das Klima klingt nach viel Massenwachstum, sind die Niederschläge halbwegs ordentlich verteilt solltest du so gut wie alles (in unseren breiten geläufige) anbauen können. Wenn dich das mit den Erbsen genauer interessiert kannst du Rüdiger Graß (der "Hauptschuldige" an den Untersuchungen) mit Sicherheit auch direkt kontaktieren und die nicht aufgeschriebenen Erfahrungen erfragen. Ansonsten gibt es auch hier im Forum Leute mit Wintererbsenerfahrung.

Zur Fruchtfolge: Kleegras ist eine sehr schöne Vorfrucht für Winterweizen (ist das Futter?), danach der Mais sollte recht gut funktionieren mit der Möglichkeit für die Erbsen. Haken an der Sache ist die Kleegrasetablierung. Wie hast du die bisher gemacht (Herbst oder Frühjahr? Oder schon als Untersaat im Weizen?)? Wann ist deine Maisernte normalerweise?
Habs mit nem 2 balkigen flügelschargrubber probiert, waren riesige Wurzelfladen, zum Teil 40 mal 40 cm groß
Hätt eine Kurzscheibenegge ohne walze zur hand, Kleegras silieren und 2 mal mit der Kurzscheibenegge drüber(wenns trocken is), wäre das eine option?
Scheibenegge geht auch , schneidet eben nicht ganzflächig. Wie es nach zwei Durchgängen aussieht hängt vom Winkel der Scheiben aber auch von der Bearbeitungstiefe ab. Allerdings kann es recht schwierig sein die Scheibenegge in den Boden zu bekommen wenn es wirklich trocken ist, vor allem wenn man nicht tief arbeiten möchte. Und es wird einiges weiterwachsen. Der Trick bei den Flügleschargrubbern scheinen möglichst kleine Schare zu sein (also vierbalkig sollte besser laufen als zweibalkig). Wir haben einen dreibalkigen hier, habe aber leider keine reprästentative Fläche damit gemacht um dazu eine vernünftige Aussage machen zu können (http://www.gkb-ev.de/forum-new/viewtopic.php?f=22&t=327).
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Höß
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von Höß » Dienstag 9. November 2010, 19:57

Hallo tomte,

Niederschläge sind gut verteilt. Wir haben halt richtig derbe winter mit -20 C zum Teil auch ohne Schneedecke. Im Frühjahr brauchen unsere Böden ewig bis sie warm werden und der Nachtfrost bis mitte Mai ist standart. Mais säe ich nie vor mitte Mai, geerntet wird normalen Jahren bis mitte Okt, habe aber schon frühe Silomaissorten max. 220 Siloreifezahl.

Baue das Kleegras nach dem ww an, zwischen ernte und saat max 4 tage. Untersaat in ww ist nächstes jahr geplant wann muß ich das Kleegras in den Bestand streuen?

Nach dem Silomais Kleegras bringen ist glaub bei mir ein wenig zu spät o?
Hab mal mehrjähriges Kleegras erst im Frühjahr gesät und erst ende Juli ne ordentliche Nutzung gehabt :( Wie ist da Jähriges Kleegras einzustufen?

Zur technik, habe selber keine Ackertechnik viel zu wenig ha, leih mir alles über den MR aus,die Kurzscheinbenegge ist ne Unia.
Bei der Grubbertechnik siehts ganz schlecht aus entweder Flügelschar und 2 balkig oder Doppelherzschar und 3 balkig.

Grüße Michael

Kohl
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von Kohl » Dienstag 9. November 2010, 20:29

Kurzscheibenegge ist in der Regel das geeigneteste Gerät um Kleegras zu vernichten. Die leichte Version von Unia wird es aber kaum schaffen :(
Der dreibalkige Grubber ist mit Sicherheit besser geeignet als der Flügelschargrubber.
Solltest Du auch eine chemische Komponente zur Abtötung des Altbestandes einsetzen, ist die Zugabe von Wuchsstoffen angebracht um den Klee einigermassen zu unterdrücken.
100% Mulchsaat, konventinell, Scheibenschardrilltechnik
50% Wintergetreide, 50% Silomais,
100% Zwischenfrüchte nach Getreide

tomte
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von tomte » Dienstag 9. November 2010, 21:03

Höß hat geschrieben: Baue das Kleegras nach dem ww an, zwischen ernte und saat max 4 tage. Untersaat in ww ist nächstes jahr geplant wann muß ich das Kleegras in den Bestand streuen?
Wir machen das im Frühjahr mit dem Striegeln. Allerdings in Dinkel.
Nach dem Silomais Kleegras bringen ist glaub bei mir ein wenig zu spät o?
Hab mal mehrjähriges Kleegras erst im Frühjahr gesät und erst ende Juli ne ordentliche Nutzung gehabt :( Wie ist da Jähriges Kleegras einzustufen?
Ja, Oktober ist zu spät. Eine Möglichkeit wäre dann eben Sommergetreide mit gleichzeitiger Untersaat anzubauen (möglicherweise als GPS) oder wieder ein Wintergetreide mit Untersaat im Frühjahr. Ersteres ist bei uns in der Gegend die klassische Variante, recht sicher (außer bei starker Trockenhiet) aber die erste richtige Schnittnutzung ist dann logischerweise erst im nächsten Jahr. Man kann bzw. sollte im Herbst aber noch einen Schnitt machen um möglichst viel Stroh rauszubekommen. Bei Futterknappheit eher nicht empfehlenswert. Eine Untersaat in den Mais halte ich für unrealistisch - oder sehen die Maisfelder nach der Ernte bei dir nicht so aus wie in den holländischen youtube videos?
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Höß
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Re: Silomais nach Kleegras

Beitrag von Höß » Freitag 12. November 2010, 13:06

@tomte du meinst die Videos wo man ebenerdig aus dem Schlepper steigen kann?

da muß ich dich leider enttäuschen, da ich das Kleegras nie 100%ig klein gebracht habe war bei der Ernte immer ein schöner grüner Teppich vorhanden.
Fahrspuren waren keine zu sehen und die Straßen sind auch immer schön sauber :D Hab aber auch nur eine durchsnittliche Feld - Hof Entfernung von 600m da sind die Dreiachser vom LU nur halb voll 8-)
Untersaat kann ich mir auch nicht vorstellen, Mulch zwar die Stoppel aber die umgefahrenen erwisch ich nicht und hab keine lust beim Mähen im folge jahr Maisstopel aus den schwaden zu sammeln. Bei Biogas könnt ich mir das ehrer vorstellen.

Gps hab ich mal probiert aber meine mädels sind dann in den Steik getreten, wenn ich die Untersaat im Frühjarhr in den Weizen mache und diesen dann dresche habe ich Ertragseinbusen?

Die Weiznestopel sind nach dem zweimaligen Mähen kein thema mehr.

Grüße Höß Michael

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