Ackerbohnen

Bayer40
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Ackerbohnen

Beitrag von Bayer40 » Donnerstag 8. Dezember 2011, 10:47

Hallo zusammen,
habe momentan in der FF:
ww-raps-Silomais/Körnermais-Silomais/Körnermais-ww

bin am überlegen Ackerbohnen anzubauen um bei der FF gestaltung evtl.
den Raps zu ersetzten.
FF Neu:
ww-Silomais/Körnermais-Ackerbohne-Silomais/Körnermais-ww

Könnte die Ackerbohne am Hof als Eiweissfutter verwerten.
Sojabohne wird bei uns selten trocken geerntet.
Ackerbohne würde das Feld früher räumen-wieder mehr platz für Zwischenfrüchte..

Das Problem das wir von früher kennen ist die Ertragssicherheit.

Kann mir jemand Tips geben wie man die Erträge stabiliesiern könnte.
Bodenbearbeitung,Pflanzenschutz,evtl. Dünger,.....?

Danke und Grüße aus dem windigen Bayern
Bayer40

Konrad Steinert
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 8. Dezember 2011, 14:21

Zunächst wäre es günstiger, nach der Ackerbohne Weizen statt Mais zu stellen, die Ackerbohne ist da eine ideale Vorfrucht. Normalerweise räumt sie ja den Acker auch später als Weizen, da ist auch ein Nachbau von Zwischenfrüchten schwierig. Ackerbohnen vor Mais - das würde als "Vorfruchtverschwendung" gelten.

Am wichtigsten bei der Ackerbohne ist eine sehr frühe Saat ab Anfang Februar, möglichst in Direktsaat; nach Mais müsste dies sehr gut gehen. Ansonsten gibt es kaum "Tricks" für einen hohen Ertrag wie z.B. eine Saatgutimpfung oder Unterfußdüngung. Blattläuse müssen rechtzeitig bekämpft werden; seitdem der Asiatische Marienkäfer eingeschleppt wurde, hat sich aber hier die Situation entspannt, selbst im Ökolandbau. Wichtig ist vor allem eine kontinuierliche Feuchtigkeitsversorgung, nur bei ausreichend und gut verteilten Niederschlägen sind hohe Erträge zu erwarten. Wo das nicht gegeben ist, wird man keine Freude an Ackerbohnen haben und müsste auf andere Alternativen wie Erbsen oder Lupinen ausweichen, die aber gleichfalls nicht ertragssicher sind.
Dr. Konrad Steinert
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Bayer40 » Sonntag 11. Dezember 2011, 09:14

welche Pflanzenschutz massnahmen sind zu setzen?
Habe gehört das die Spätverunkrautung ein Problem sein könnte?
Wären zur Unterdrückung Untersaaten möglich, wenn ja welche?

Grüße Bayer40

Konrad Steinert
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 11. Dezember 2011, 17:18

Hier gibt es z.B. Hinweise zum Anbau von Ackerbohnen:
http://www.tll.de/ainfo/archiv/aboh0307.pdf

Normalerweise kann die Ackerbohne Unkräuter sehr gut unterdrücken; dies betrifft zumindest die hochwüchsigen Sorten. Wichtig dazu ist allerdings ein dichter, nicht lückiger Bestand. Dazu ist eine ausreichend tiefe Saatgutablage von 5 bis 8 cm Tiefe erforderlich, wofür z.B. schwere Scheibenscharmaschinen oder auch Zinkenscharsämaschinen in Frage kommen.

Selbstverständlich können Ackerbohnen auch mit Untersaaten kombiniert werden, vorzugsweise mit Gräsern wie dem Rotschwingel. Empfohlen wird das vor allem, um den Stickstoff nach der Ernte zu binden. Wenn gleich danach Winterweizen gesät wird, macht das allerdings kaum Sinn; bei Mais als NAchfrucht ist das aber auf jeden Fall sinnvoll.
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Bayer40 » Freitag 6. Januar 2012, 11:11

Hallo,
hat jemand erfahrungen mit Mischungen? zb. Hafer, usw.

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Re: Ackerbohnen

Beitrag von tomte » Freitag 6. Januar 2012, 12:11

Bayer40 hat geschrieben:Hallo,
hat jemand erfahrungen mit Mischungen? zb. Hafer, usw.
Kenne ich eigentlich nur zur GPS Nutzung. Wir hatten vor kurzem einen Berater der Versuche mit Bienen/Hummeln gemacht hat - die fleißigen Helfer können wohl bis zu 15% höheren Ertrag verursachen. Evtl. bietet sich auch ein Blühstreifen an um die schon in die richtige Richtung zu lenken.

Mit Sortenwahl musst du dich auch etwas beschäftigen, vor allem wenn du nicht nur an Rinder füttern willst. Manche Sorten haben auch ein so hohes TKG dass man Mühe hat die Menge durch die Sämaschine zu bringen ;)

Hier noch ein bisschen Zusammenfassung (auch wenns Öko ist): http://www.oekolandbau.de/erzeuger/pfla ... ckerbohne/
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 6. Januar 2012, 21:24

Was eine Mischung von Ackerbohnen mit Getreide angeht, so ist dies sehr problematisch wegen der unterschiedlichen Abreife, gerade beim Hafer, der ja ohnehin einen sehr engen Druschzeitraum hat. Besser also mit Sommerweizen oder Sommertriticale versuchen, aber auch hier wird das Ergebnis oft nur als Silage verwendbar sein, zumal bei die Dreschereinstellungen für Bohnen und Getreide zu unterschiedlich sind (viel Bruchkorn bei Bohnen oder schlechter Ausdrusch des Getreides). Was mal zu DDR-Zeiten erprobt wurde, ist der Mischanbau von Ackerbohnen mit Silomais - hier ist aber das Problem der unterschiedlichen Aussaatfenster, normalerweise müsste man also die Bohnen ziemlich spät im April säen als Kompromiss.
Durchaus bewährt haben sollen sich aber Mischungen von Ackerbohnen und Körnererbsen, die sich gut ergänzen können und gegenseitig stützen. In einem trocken-warmen Jahr kommt eher die Erbse, in einem feucht-kühlen Jahr die Bohne zur optimalen Entwicklung, so dass die Ertragssicherheit und auch die Ertragshöhe steigen kann. Dieses Gemenge könnte auch gut gedroschen werden.
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Bayer40 » Donnerstag 16. Mai 2013, 19:37

Hallo,
nachdem es den Neonikotioniden an den kragen geht überlegen wir
den ausbau des Ackerbohnen anbaues.

-Welche Anbauabstand ist zu empfehlen?

-Hat die verwendung der Ackerbohne bei der Begrünung nachteile??

Haben heuer die ersten Flächen nach einer Ackerbohnen,Senf,Phacelia begrünung mit
Mais bestellt- eine TOP sache.Bodenstruktur hervoragend+Unkrautfrei.

Bitte um Eure erfahrungen.

Grüße aus Bayern

Konrad Steinert
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 16. Mai 2013, 20:26

Bei Ackerbohnen sollten Sie auf eine weite Stellung in der Fruchtfolge achten, da diese recht empfindlich gegenüber Fußkrankheiten sind. 6 oder besser noch 7 Jahre Anbauabstand wären optimal, alle 4 Jahre geht nur kurzfristig.

Dementsprechend sollte man auch beim Einsatz von Ackerbohnen in Zwischenfrucht-Gemengen vorsichtig sein, aber bei relativ geringen Anteilen dürfte es weitgehend unproblematisch sein, so etwas anzubauen - wenn es nicht unmittelbar vor den Bohnen steht.

Wichtig sind eine frühe und ausreichend tiefe Saat sowie gezielte Pflanzenschutzmaßnahmen gegenüber der Schwarzen Bohnenlaus und Rostkrankheiten. Für hohe Erträge ist eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung notwendig, unter eher trockenen Bedingungen wären Erbsen oder Lupinen sinnvoller.
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Re: Ackerbohnen

Beitrag von Bayer40 » Freitag 17. Mai 2013, 11:36

Hallo,
also 10 -15% in der FF würden passen.

Bei der Begrünung wäre angedacht
ca. 100 Ackerbohne,10 Senf, 5 Phacelia
mit Säkasten am Grubber

Anbauzeitpunkt so u den 25 August. Je nach möglichkeit.
Begrünung auf ca. 40-50% der Fläche.
ISt das machbar???
Was mir sehr gefallen hat war die sehr gute UK unterdrückung.
Welche anderen mischungspartner wären mit einer ähnlich guten unterdrückung
denkbar?

Grüße

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