Sojaanbau

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Franz
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Sojaanbau

Beitrag von Franz » Montag 27. Oktober 2008, 09:13

Guten Morgen Kolleginnen und Kollegen,

habt ihr Erfahrung mit dem Anbau von Soja im allgemeinen und dem pfluglosen Anbau. Denn es erscheint mir eine lukrative Alternative zum Körnermais zu sein.

Schöne Grüße
Franz

Konrad Steinert
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Re: Sojaanbau

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 27. Oktober 2008, 18:42

Soja wächst in den meisten deutschen Regionen, bis hin nach Niedersachsen und Brandenburg. Pflugloser Anbau ist natürlich durchaus möglich und der Vorfruchtwert ist wie bei allen Leguminosen hoch. Dringend erforderlich scheint eine Impfung des Saatgutes zu sein.
Leider sieht es mit dem Ertragsniveau und der Ertragsstabilität nicht besonders gut aus; in Mitteldeutschland gibt es dazu bereits seit Jahren Sortenprüfungen. In warmen Jahren leiden die Bestände unter Dürre, und in feuchtkalten Jahren reift alles extrem spät ab. Derzeit scheint ein Ertrag von 20-25 dt/ha realistisch zu sein; auf über 40 dt/ha kommt man wohl bloß bei Beregnung und Handernte im Parzellenversuch. Dazu kommt, dass die Hülsen sehr tief ansetzen und damit hohe Ernteverluste entstehen können.
Die Farmer in anderen Regionen der Welt (USA, Kanada, Südamerika, China usw.) können Soja unter günstigeren klimatischen Bedingungen viel billiger erzeugen. Eiweißfuttermittel sind unter unseren Bedingungen hierzulande wohl besser mit Erbsen, Bohnen oder Lupinen zu erzeugen - evt. auch Rapsschrot oder Luzerne. Selbst Weizen und Gerste bringen unter diesen Bedingungen mehr Eiweiß als Soja.
Eine Chance hat deutsches Soja wohl nur dann, wenn es als garantiert GVO-frei an Lebensmittelerzeuger verkauft werden kann - die wollen dann aber meist doch Bioqualität.
Hoffnung besteht jedoch, dass in den kommenden Jahren besser angepasste Züchtungen auf den Markt kommen und die Klimaerwärmung zu besseren Anbaubedingungen führt. Diesen züchterischen Fortschritt konnten wir ja in den letzten 50 Jahren beim Körnermais beobachten. Deshalb sollten Sie dran bleiben und es mal mit Soja auf einer Versuchsfläche probieren.
Dr. Konrad Steinert
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Hermann
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Re: Sojaanbau

Beitrag von Hermann » Freitag 3. September 2010, 19:33

Hallo Kollegen,
ich habe zum ersten mal Soja angebaut, die werden in den nächsten 14 tagen gedroschen.
Ich will sie selbst verfüttern, aber dafür sollte ich sie Toasten. Meine frage an euch: wer hat erfahrung mit dem Toasten?
Wie sollte der urease Wert sein?

farming.ch
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Re: Sojaanbau

Beitrag von farming.ch » Mittwoch 8. September 2010, 18:52

Hallo zusammen

Die obige Frage würde mich auch sehr interessieren !

Grüsse
Christian
Christian Uebelhard, Mittelland, Schweiz
34 ha, 454 M. ü. M., toniger Lehm, 4 % Humus, Kalkbraunerde, 1'000 mm Niederschlag, Biologischer Landbau, 10cm tief pflügen/Mulchsaat/Dammkultur, Mais, S-Ackerbohnen, WW, Luzerne, Grünspargeln, Wallnussbäume.

Konrad Steinert
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Re: Sojaanbau

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 8. September 2010, 20:42

Leider ist es mit den üblichen "Hausmitteln" schwer, die Sojabohnen aufzubereiten. Normalerweise geschieht das unter Einsatz von Druckkesseln und Heißdampf in industriellen Anlagen.

Hier bietet das ein Firma im Lohn an:

http://www.stadlhuber-agrarservice.de/toasten.html

Es gibt auch spezielle Toastgeräte zu kaufen, die aber sicher nur bei größeren Mengen lohnen:
http://www.mecmargroup.de/mecmar-sojato ... nutzen.php

In der Küche bereite ich die Sojabohnen für den eigenen Gebrauch wie folgt zu:
1. Über Nacht in warmen Wasser einweichen und aufquellen lassen
2. Flüssigkeit abgießen
3. und dann im Schnellkochtopf in wenig Wasser auf Stufe 2 (117° C) ca. 18 Minuten garen lassen, ohne Zusatz von Salz oder Gewürzen

Dann sind die Bohnen gut bekömmlich und könnten sicherlich problemlos auch an alle Haustiere verfüttert werden. Bei größeren Mengen ist das Verfahren aber wahrscheinlich zu aufwändig.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
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