No Till Fruchtfolgen ohne Glyphosat

Konrad Steinert
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Re: No Till Fruchtfolgen ohne Glyphosat

Beitrag von Konrad Steinert » Sonntag 12. April 2015, 08:13

Es hat sich gezeigt, dass dem Ackerfuchsschwanz die ganze Bodenbearbeitung ziemlich egal ist, er hat eine ziemlich lange primäre Keimruhe und lässt sich daher nicht so einfach durch Stoppelbearbeitung bekämpfen wie das Ausfallgetreide. Einwühlen in den Boden führt dann häufig zu sekundärer Keimruhe, die mehrere Jahre dauern kann - Luftabschluss z.B. durch Einkenten in den Boden beschleunigt das noch. Bleibt er dagegen in der Mulchdecke liegen, geht die Keimfähigkeit wahrscheinlich durch Insektenfraß und vor allem durch Verpilzung relativ rasch vollständig verloren. Daraus ergibt sich die Empfehlung, möglichst wenig Bodenbewegung zu machen, schon Znkenschare machen wahrscheinlich schon zuviel Bodenbewegung.
Als Ökolandwirt können Sie das natürlich nicht ohne weiteres so umsetzen und vor allem nicht auf einen "ganzflächigen Schnitt" nach dem Mähdrusch zur Zwischenfrucht verzichten, um die Altverunkrautung zu beseitigen. Wenn Sie keine Probleme mit Ackerfuchsschwanz habe, ist das sicherlich auch richtig. Einen denkbare Kompromiss könnte hier ein flaches Unterschneiden der Mulchdecke sein, ohne dabei das Unkrautsamenpotential in den Boden einzuwühlen.
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Hansi
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Re: No Till Fruchtfolgen ohne Glyphosat

Beitrag von Hansi » Sonntag 12. April 2015, 18:48

Zitat:
Warum muss auch die Zwischenfruchtaussaat möglichst ohne Bodenbewegung erfolgen. Die Zwischenfrucht sollte doch im Stand sein den auflaufenden AFS umzubringen, oder lieg ich da falsch? Wie verhält sich überhaupt der AFS bei einer Bodenbearbeitung Ende Juli/Anfang August - keimt der da schon voll (prim. Keimruhe, …)?

Nach einsaat der Zwischenfrucht mit der Ultima am 8.Aug. nach Weizen,also Bestellung mit viel Bodenbewegung, ist mein Schlag so weit Ungrasfrei,dass ich ihn nicht mit Glyphosat behandle.
Nur Rapsaltaufschlag ist vereinzelt durchgegangen,den ich wohl in den Ackerbohnen mit den Herbiziden bekomme.
Zum Afu :Wenn ich nach der Ernte z.B. 3 mal eine Stoppelbearbeitung mache,keimt nach jeder Bearbeitung eine Afu Welle,der Grösste Aufgang ist aber ab Ende September.
Aus diesem Grunde ist ausschliesslich durch Bearbeitung dem Afu nicht komplett beizukommen.

Georg,dieses zu Deiner ursprünglichen Frage,denn für mich ist fast ausschliesslich der Ackerfuchsschwanz ein Grund Glyphosat einzusetzen,und auch für fast alle anderen Betriebe mit starkem Afu Besatz.
Also wenn es mir gelänge durch meine Wirtschaftsweise den Fuchsschwanz zurückzudrängen,könnte ich auf Glyphosat verzichten.
50 Jahre Viehloser Ackerbau in Schleswig-Holstein
mit den typischen Problemen dieser Anbau-Folge.

Georg Doppler
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Re: No Till Fruchtfolgen ohne Glyphosat

Beitrag von Georg Doppler » Sonntag 12. April 2015, 20:49

Ja ist mir alles klar.
Was ich nachgefragt habe war auf die Aussage
Zitat Steinert: Das Problem ist nur, einen möglichst dichten Zwischenfruchtbestand ohne Ausfallgetreide hinzubekommen und dabei möglichst wenig Boden zu bewegen.
Warum möglichst wenig Boden bewegen? Also damit ich keine Samen in die sekundäre Keimruhe bringe, oder?
Also Hansi wenn du also eine Ultima zur Verfügung hast und so die ZF säst, dürftest du bei deiner (geplanten) Fruchtfolge keine Probleme mehr haben, sehe ich das richtig?
Und mit ursprünglicher Frage hab ich eigentlich die Frage zu Beginn des Threads nach Fruchtfolgeideen ohne Glyphosat oder sogar Bio gemeint. Vielleicht könnten ja auch andere dazu was sagen, oder gibt´s die nicht mehr hier? :?:
Bio-Marktfruchtanbau, Blonde d´Aquitaine hornlos Zucht, Freilandschweinehaltung in Oberösterreich:
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