Walztechnik: Väderstad oder John Deere

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Georg Doppler
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Walztechnik: Väderstad oder John Deere

Beitrag von Georg Doppler » Montag 11. März 2013, 00:55

Grüß Euch!
Nach einer halben Ewigkeit Forumsabwesenheit habe ich nun eine Frage an Euch Spezialisten.
Bei uns steht ev. der gemeinsame Einkauf einer Sämaschine an.
Da die Vorstellungen der künftigen Beteiligten etwas differieren bitte ich Euch um Hilfe.
Zwei Kollegen wollen ihre Mulchsaat in Zukunft mit einer Väderstad Rapid durchführen.
Die anderen zwei wollen ihre bestehende Sätechnik für Standardanwendungen weiter verwenden, wollen aber (möglichst billig) zusätzlich erste Schritte mit div. Direktsaatversuchen unternehmen und dafür eine John Deere 750a anschaffen. Konkret geht es um Direktsaat von Soja, Mais oder Sonnenblume in Grünschnittroggen; gewalzt oder abgeerntet, Direktsaat von Winterungen in Zwischenfrüchte im Herbst (gewalzt) und Grünlandeinsaat.
hier nun meine Frage:
Kann ich das mit der Rapid auch? Kann ich die Vorwerkzeuge ausreichend anheben um sie ohne Bodeneingriff bzw. Verstopfungen durch üppige Zwischenfrüchte zu führen? Kann ich das Disc bzw. Zinkenvorwerkzeugfeld gegebenenfalls auch einfach demontieren? Habe ich ausreichend Schardruck um z.B. Soja in Roggen bei Trockenheit einzuschlitzen? Wird vom Reifenpacker die Saatrille ausreichend geschlossen?
Danke für Eure Hilfe!
lg
Georg
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Mulch- und Direktsaat auf mittelschwerem Lehm, 360m, 900mm, 7,8 Grad
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Konrad Steinert
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Re: Walztechnik: Väderstad oder John Deere

Beitrag von Konrad Steinert » Montag 11. März 2013, 10:09

Die Rapid ist für diesen Zweck nur eingeschränkt geeignet und sollte nur nach einer Saatbettbereitung eingesetzt werden.

Auch die John Deere 750A ist für Direktsaat von Soja, Mais und Sonnenblumen nur eingeschränkt geeignet, da die Säschlitze nicht immer geschlossen werden. Außerdem gibt es hier Verdichtungen in der Saatrille, so dass die Jugendentwicklung sehr verhalten ist und die Bestände im Biobetrieb wahrscheinlich schnell vom Unkraut überwuchert werden.

Ich würde Ihnen dringend den Einsatz von Einzelkornsätechnik (ggf. über den Lohnunternehmer) empfehlen, die dazu natürlich mit geeigneten Werkzeugen (Sternradräumer) ausgerüstet sein sollte. Das würde dann auch die Möglichkeit einer späteren Hacke mit geeigneten Werkzeugen ermöglichen.
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Georg Doppler
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Re: Walztechnik: Väderstad oder John Deere

Beitrag von Georg Doppler » Montag 11. März 2013, 16:39

Direktsaat von Soja in Grünschnittroggen.jpg
Danke für die Antwort.
Erfahrungen mit Walztechnik haben wir schon ausreichend. Der Sinn des ganzen ist ja eben, dass keine Unkrautbekämpfung erfolgen soll bzw. muss. Und wie auf dem Bild unschwer erkennbar wäre diese auch nicht möglich, ebenso wie Sternradräumer etc.. Davon abgesehen sind wir in unserer Region leider nicht mit angesprochenen Lohnmaschinen gesegnet.
Noch einmal die Frage an Väderstad Anwender:
Ist es möglich die Vorwerkzeuge ausreichen hoch zu tragen. Und wäre der Schardruck ausreichend?
LG
Georg Doppler
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Reto70
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Re: Walztechnik: Väderstad oder John Deere

Beitrag von Reto70 » Montag 11. März 2013, 18:22

Hallo Georg,
schönes Foto!
Ich habe mit einer Väderstad die Direktsaat begonnen>der Lohnunternehmer hat das Gras nach Silomais gesät. Geht prima! Aber die Rapid ist keine Direktsaatmaschine wenn Du auch Mais und ä. direkt in die Wiese säen willst. Der Schardruck genügt in der Regel nicht.
Letztes Jahr habe ich mir eine gebrauchte 750 gekauft und mit optimierten Anbauteilen (Needham) nachgerüstet. Jetzt säe ich alles mit dieser, auch den Körnermais, den ich versuchsweise mit einem Capello Vorsatz ernten liess. Ging recht gut ohne Kolbenverlust.
Also, ich bin sehr zufrieden und ich denke,dass die Einscheibenmaschine auch grössere Ernterückstände und Gründüngungen verstopfungfrei hintersich bringt. Mein nächster Versuch wird auch ein Runterwalzen einer Gründüngung sein vor Silomais. Das Schliessen des Schlitzes ist dank besserer Andruckrolle auch recht gut, ansonsten ist es sowieso eher zu nass. Je nach Kultur erträgt es dann mehr oder weniger> Herbst 12 nass> Getreide kam trotzdem ansprechend, Mais hätte dann viel mehr Mühe gehabt.
Ich hoffe, Dir mit paar Infos gedient zu haben und grüsse Dich
Reto Stocker aus der Zentralschweiz

Konrad Steinert
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Re: Walztechnik: Väderstad oder John Deere

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 12. März 2013, 15:39

Der Schardruck bei der Rapid ist mit ca. 120 kg für Direktsaat nur unter günstigen Bedingungen ausreichend. Dazu kommt, dass die Scheiben durch ihren Anstellwinkel einen relativ hohen Eindringwiderstand haben. Das System ist eben speziell für Mulchsaat entwickelt, wo es eine gute Arbeit macht.
Funktionieren kann das System nur mit geeigneter Technik, z. B. mit John Deere 750A, Semeato, Moore, Auf der Landwehr, Sulky Easydrill, Cross Slot oder vergleichbarem, also Scheibenscharmaschinen mit mindestens 200 kg Schardruck! Denkbar auch die Dreischeibentechnik z.B. von Kuhn oder Great Plains. Alles andere wird nur Frust erzeugen, weil das Saatgut nicht ausreichend tief in den Boden eingebettet wird und damit der Feldaufgang nur bescheiden ist. Das gilt zumindest, wenn der Boden hart und trocken ist.
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