Rollhacke

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Norbert Sauer
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Rollhacke

Beitrag von Norbert Sauer » Freitag 21. Januar 2011, 11:52

Hallo,
hab da mal ne Frage:
Ist es noch Direktsaat, wenn man eine Rollhacke oder einen Striegel zum Lockern der obersten Bodenschicht ( 1- 2 cm ) einsetzt?
Im Frühjahr zur Rübensaat könnte eine solche Maßnahme zum schnelleren Abtrocknen hilfreich sein.
Gruß Norbert

Konrad Steinert
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Re: Rollhacke

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 21. Januar 2011, 13:11

Nein, mit der Rollhacke wäre es definitionsgemäß dann keine Direktsaat mehr, mit einem Schwerstriegel könnte man es wohl noch gelten lassen. Es ist übrigens auch keine Direktsaat, wenn die Einsaat in eine Zwischenfrucht erfolgt, zu der im Vorjahr bearbeitet wurde. Man spricht hier generell nicht von Direktsaat, sondern von Mulchsaat ohne Saatbettbereitung.

Aber das sind alles theoretische Diskussionen, wenn Ihnen eine wenig aggressive Saatbettbereitung deutliche Vorteile bringt, sollten Sie nicht darauf verzichten.
Zuletzt geändert von Konrad Steinert am Samstag 22. Januar 2011, 20:48, insgesamt 1-mal geändert.
Dr. Konrad Steinert
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tomte
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Re: Rollhacke

Beitrag von tomte » Freitag 21. Januar 2011, 18:38

Definition hin oder her (das wäre ja nur entscheidend wenn man die Einhaltung der Definition entsprechend vergütet bekommt) glaube ich kaum, dass der Striegel in so einem Fall viel bewirken kann. Vor allem wenn viel Strohreste oder ähnliches oben auf liegen wird das nur große Haufen geben (dazwischen trocknet es evtl. schneller ab...). Wenn du dich nicht an Definitionen halten musst - probiers aus und über einen Erfahrungsbericht freuen wir uns ;)
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

Ulrich
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Re: Rollhacke

Beitrag von Ulrich » Freitag 21. Januar 2011, 21:10

Hallo Norbert,
wenn das dann keine DS mehr ist dann gibt es nur extrem wenig Direktsaat auf der Welt. Ich bin der Meinung alles ist erlaubt, was die Regenwürmer und ihre Ernährung nicht gefährdet.
Wenn alle Strohstriegelei dazu führt das dies dann keine Direktsaat ist....dann kann auch kein DSler mehr ZR anbauen, auch die müssen aus dem Boden.....
Und ausserdem geht mir der Hut hoch wenn ich wegen einer Definitionsfrage mir die Hände gebunden sind...soll ich 5 bis 7 Jahre den Erträgen hinterhergucken weil ich nicht Striegeln darf? Und bis sich die Regenwurmpopulation soweit vermehrt hat damit der Gasaustausch über die Bodenoberfläche wieder sehr gut funtioniert, kann das dauern. Das halte ich also für falsch. Versteh mich nicht falsch, ich hab die letzten 10Jahre 40 ha gestriegelt, also sicher nur das notwendigste, aber würde nicht darauf verzichten wenn ich denke es ist nötig.
Gruß Ulrich

Norbert Sauer
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Re: Rollhacke

Beitrag von Norbert Sauer » Samstag 22. Januar 2011, 08:12

Hallo tomte,
Du hast recht, der Stiegel ist für Mulchbedeckte Flächen schlecht.

Hallo Ulrich,
Du hast auch recht, das Rübenroden ist ein masiver Eingriff in den Boden.
Also kann der leichte Eingriff mittels Rollhacke keine "Schäden" im No-Till Verfahren verursachen.

Deshalb mal die Fragen an die Technikfreaks in der Runde:

Hat jemand Erfahrung mit einer Rollhacke ?
Gibt es in Deutschland solche Rollhacken zu kaufen oder zu mieten?
Oder muss man sich die Maschinen aus den "No-Till Ländern" Amerikas besorgen?
Wer kennt Adressen?

Gruß Norbert

Kohl
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Re: Rollhacke

Beitrag von Kohl » Samstag 22. Januar 2011, 09:04

Muß es denn ne Rollhacke sein?
Mir würde in dem Zusammenhang eine Spatenrollegge als Mittel der Wahl einfallen.......
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100% Zwischenfrüchte nach Getreide

tomte
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Re: Rollhacke

Beitrag von tomte » Samstag 22. Januar 2011, 09:16

Ich kenne die Rollhacken nur aus dem Gemüsebau, Mais oder Kartoffelanbau (also immer reihengebunden). Zum Teil haben wir damit auch die Dämme geformt auf die später gepflanzt wurde, d.h. die können recht viel Erde bewegen und dir unter Umständen dein ebenes Feld etwas wellig machen. Auch habe ich sie noch nie als flächendeckend arbeitende Maschine gesehen.

Evtl. ist ein Rollstriegel aber für dich interessant (Stoll baute solche früher, Dutzi importierte aus den USA(?), Annaburger baut in Europa welche).
Sie haben keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Ulrich
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Re: Rollhacke

Beitrag von Ulrich » Samstag 22. Januar 2011, 11:39

Hallo,
@ Matthias Kohl: eine Spatenrollegge wäre mir schon viel zu Intensiv
@ Tomte: ich denke das Gerät trifft es fast, noch nicht ganz...googelt mal nach rotary hoe, ich denke das meint Norbert....
so wie das Aussieht ist das auch nicht "schrägstehend", was für einen minimalen Eingriff spricht
Gruß Ulrich

ulikum
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Re: Rollhacke

Beitrag von ulikum » Samstag 22. Januar 2011, 14:13

Sieht nicht schlecht aus dein Vorschlag Ulrich,
Ganzflächig
http://www.yetterco.com/photolibrary/ma ... alNumber=2
oder in Reihen
http://www.yetterco.com/photolibrary/ma ... alNumber=2

die Spatenrollegge wäre auch eine Option, sie müsste aber auf Rädern geführt werden und mit einer Walze versehen sein.
auch der Dyna Drive wäre eine Möglichkeit, wobei auch hier ein intensiver Eingriff wie bei der Spatenrollegge erfolgt.

Beides ist aber weniger intensiv wie das spätere Rüben roden, auch wenn da nur ca. 50% des Bodens von betroffen sind.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

York-Th. Bayer
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Re: Rollhacke

Beitrag von York-Th. Bayer » Samstag 22. Januar 2011, 17:37

das ist jetzt wirklich die Frage, was gemeint ist.
Unter Roll Hacke würde früher der Rollkuli von Howard:
http://www.traktorpool.dk/media/6205/13 ... quality=80
verstanden.
Die Rollhacke von Annaburger ist eine neuere Entwicklung und die Rotary Hoe aus Übersee ist von den 3 genannten Möglichkeiten das "Asbach Uralt" Werkzeug. Alle 3 Varianten haben ihre Besonderheiten und damit Ihren Bereich des Einsatzes. Die Frage ist, was will man.
Die Rotary Hoe wird seit etlichen Jahren sehr erfolgreich im Bio Anbau eingesetzt, vor allem im deutschen Osten oder auch in Frankreich. Bei uns sind es vor allem die starken Mais Anbauer und auch einige Bio Zuckerrübenanbauer. Die Arbeitsbreiten liegen zwischen 5,6 m und 18 m.
Mit entsprechender Adaption kann man mit der Rotary Hoe auch noch in sehr "schwierigen" Bedingungen arbeiten, wie viel Mulch Auflage. Sie zieht halt kein Stroh zusammen sondern rollt "normalerweise" drüber. Der Eingriff der Zinken ist sehr variabel, man kann eigentlich nicht viel regulieren, nur über die Geschwindigkeit und etwas den Andruck.
Bis in die 90er Jahre hat auch John Deere die Rotary Hoe selber im Programm gehabt und auch in Frankreich verkauft. Hier mal ein Bild von einer JD Rotary Hoe:
http://www.castonline.ilstu.edu/ksmick/ ... 50rhoe.jpg
Durch den Rückgang der mechanischen Beikrautregulierung ist in den USA von früher 4 Herstellern der Rotary Hoe nur noch einer übrig geblieben. Gebrauchte gibt es nur in den USA, seltenst bei uns. Wenn mal eine auf den Markt bei uns kommt dann nur weil der Betrieb eine breitere kauft und dann ist diese gebrauchte i.d.R. schneller vom Hof verkauft wie eine neue geliefert. So war es jedenfalls bis jetzt immer.
York-Th. Bayer
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