Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

ulikum
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von ulikum » Dienstag 28. September 2010, 07:22

tomte hat geschrieben:Für Dämme ist schon der hier zuständig: http://www.haeufelpflug.de
Danke für den Tipp Tomte,

vielleicht vertreibt der Sevib ja seit neuesten eine Marc Bonfils - Getreide- Ernte- Maschine ?

Um das Thema noch etwas zu bereichern.

http://www.youtube.com/watch?v=ugFd1JdF ... re=related

gehört auch zum Thema
http://www.youtube.com/watch?v=dWyduWso ... re=related

Ich denke Tomte hat es am Anfang schon recht gut beschrieben, für den Hausgarten recht gut zu gebrauchen.
Übrigens haben wir hier in Deutschland nach den Kriegen auch auf diese Art versucht zu überleben und aus den Hausgärten das
Optimum herauszuholen.
Auch gibt es im Sauerland den Pfarrer der sich mit permakultur in seinem Pfarrgarten beschäftigt.
War glaube ich auch schon ein Bericht in der Flur und Furche drin.
Zuletzt geändert von ulikum am Donnerstag 30. September 2010, 21:42, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
"Platon"

joe_d
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von joe_d » Dienstag 28. September 2010, 13:00

Ja, sind heuer mit der Mulchsaattechnik im nassen Frühjahr im Biolandbau abgesoffen, ausser Hirse die ich dann erst im Juli gesäht hab.... steht sehr gut da
hab mir ja ein Bodenfeuchtigkeitsmeßgerät gekauft ... und das sagt dir (leider o. zum glück) genau an wann du zu Hause bleiben darfst

Dammkulturen sehen super aus beim Duriel, wie sieht es aber mit Humusaufbau Regenwurmbesatz u.s.w. aus?
lockert er nicht doch sehr tief?
mfg Joe
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

michi
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von michi » Dienstag 28. September 2010, 17:47

Ich habe mir das System Bonfils mal durch den Kopf gehen lassen, folgende Beobachtung dazu:
Ich hab so ne blöde Ecke mit Strommasten in einem Feld wo W-Weizen war, anschließend flach bearbeitet. Wenn ich nach Bonfils geht ist dieses Ausfallgetreide im August aufgegangen, also etwas später als von Bonfils empfohlen wird auszusäen aber da sehe ich jetzt mal drüber hinweg. Im Frühjahr kam auf die Fläche nach flacher Bodenbearbeitung Mais. Wegen den Strommasten gibt es nun ein Ecke, die im Frühjahr weder Federzinkenegge, noch Roundup, noch Maisherbizid gesehen hat, da steht der Ausfallweizen vom letzten Jahr noch. Dieser Weizen hatte jetzt über ein Jahr Zeit und ich sehe nichts von der so gepriesenen Ertragssteigerung. Er hat kleine Ähren (obwohl dank Breitverteiler da auch Gülle hingekommen ist, also Nährstoffe da sein müssten und "nur 5-6 Ähren je Pflanze)
Das System hört sich interessant an, ich denke aber, dass es noch erheblich verbessert werden muss, um es in die Praxis einzuführen.

Ist das System Turiel nicht auch eine Art strip-tillage, nur das der Zwischenraum auch flach gelockert wird?

Konrad Steinert
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von Konrad Steinert » Dienstag 28. September 2010, 19:15

Beim System Turiel geht es um Dammanbau, also an sich um eine ganzflächige Bearbeitung. Auch die Firma Frost bietet Vergleichbares an:
http://www.frost-maschinenbau.de/Wissenswertes.pdf
Tatsächlich könnte aber eine Streifenbearbeitung eine sinnvolle Option für das Bicropping sein - alles andere scheint vor allem bei Öko überhaupt nicht bzw. nur selten zu funktionieren, zumindest unter unseren Klimabedingungen, da die Bodendecker-Kultur für die Hauptfrucht eine zu starke Konkurrenz darstellt. Zwischen den Reihen kann so z.B. Weißklee wachsen und zu einem geeigneten Zeitpunkt bearbeitet oder umgemulcht werden, um der Hauptkultur die Konkurrenz zu nehmen und Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Die heutige Technik wie RTK-GPS bietet jedenfalls neue Möglichkeiten für dieses Anbausystem.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von joe_d » Dienstag 28. September 2010, 21:37

das spannende an der Frostgeschichte ist: dass ausser bei der Anlage der Dämme kein GPS mehr benötigt wird, da mit einem Dorn eine Rille gezogen wird in der sich der Dorn dann immer wieder findet, was auch bis zu einer gewissen Schräglage funktioniert...........
aber wie seht ihr das mit dem Humus u.s.w.?
mfg Joe
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tomte
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Re: Wintergetreideanbau nach Marc Bonfils

Beitrag von tomte » Mittwoch 29. September 2010, 11:40

michi hat geschrieben:Ich habe mir das System Bonfils mal durch den Kopf gehen lassen, folgende Beobachtung dazu:
Ich hab so ne blöde Ecke mit Strommasten in einem Feld wo W-Weizen war, anschließend flach bearbeitet. Wenn ich nach Bonfils geht ist dieses Ausfallgetreide im August aufgegangen, also etwas später als von Bonfils empfohlen wird auszusäen aber da sehe ich jetzt mal drüber hinweg. Im Frühjahr kam auf die Fläche nach flacher Bodenbearbeitung Mais. Wegen den Strommasten gibt es nun ein Ecke, die im Frühjahr weder Federzinkenegge, noch Roundup, noch Maisherbizid gesehen hat, da steht der Ausfallweizen vom letzten Jahr noch. Dieser Weizen hatte jetzt über ein Jahr Zeit und ich sehe nichts von der so gepriesenen Ertragssteigerung. Er hat kleine Ähren (obwohl dank Breitverteiler da auch Gülle hingekommen ist, also Nährstoffe da sein müssten und "nur 5-6 Ähren je Pflanze)
Das System hört sich interessant an, ich denke aber, dass es noch erheblich verbessert werden muss, um es in die Praxis einzuführen.
Naja, das entspricht nicht ganz dem System, denn dir fehlt die Kleeuntersaat (die ein ganz bestimmtes Mikroklima schaffen soll) und ich gehe davon aus, dass das Ausfallgetreide auch mehr als 15Körner/m² waren. Aber ich glaube auch erst an das System wenn es großflächig funktioniert (die Versuchsbeschriebung deutet ja eher auf komplette Handarbeit hin).
joe_d hat geschrieben: Dammkulturen sehen super aus beim Duriel, wie sieht es aber mit Humusaufbau Regenwurmbesatz u.s.w. aus?
lockert er nicht doch sehr tief?
Untersuchungsergebnisse gibt es hier: http://orgprints.org/1266/1/1266-02OE52 ... eitung.pdf
Mir ist das Hin- und Herversetzen der Dämme allerdings auch deutlich zu viel Bodenbewegung. Für Sonderkulturen kann dies durchaus Sinn machen (in Kalifornien wird so Standardgemüsebau betrieben), aber für die breite Masse?
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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