Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

ulikum
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Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von ulikum » Mittwoch 24. November 2010, 19:43

nach einem ruhigen Sommer, in dem ich über die Kollegen lachen konnte die vom Mähdrescher aus Mäuse auf dem Acker laufen sahen, muss ich jetzt feststellen das auch auf meinen Direktsaatflächen die Mäuse überhand nehmen.
Wer hat ähnlicher Erfahrungen gesammelt und gibt es auch eine andere Möglichkeit wie mit der Legeflinte über den Acker zu laufen.
Wenn zwei Menschen jeder einen Apfel haben
und sie diese Äpfel tauschen, hat am Ende auch nur jeder einen.
Wenn aber zwei Menschen je einen Gedanken haben
und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Konrad Steinert
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von Konrad Steinert » Mittwoch 24. November 2010, 21:04

Leider scheint es zur Legeflinte bislang keine praxistaugliche Alternative zu geben. Das breitwürfige Ausbringen der Ratron-Pellets ist ja nun bereits seit einiger Zeit nicht mehr zugelassen, neue Wirkstoffe sind für die nahe Zukunft nicht in Sicht. Es muss wahrscheinlich erst einmal was dramatisches passieren, wie die Übertragung gefährlicher Seuchen durch Mäuse, ehe hier wieder intensiver geforscht wird und keine zu großen Bedenken bei der Zulassung mehr bestehen.
Alternative Möglichkeiten zur Mäusebekämpfung z.B. über vergrämende Zwischenfrüchte haben jedenfalls ebenfalls nur eine unsichere Wirkung.
Dr. Konrad Steinert
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Gonzo
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von Gonzo » Mittwoch 24. November 2010, 23:12

Ich habe mal gelesen, dass Mäuse durch den Anbau von Öllein zurückgedrängt werden sollen. Allerdings kann ich mich im Nachhinein erinnern, dass wir unser erstes großes Mäuseproblem in den 90er Jahren hatten in direkt gesätem Weizen nach Öllein. So einfach geht es also nicht.

Wie funktioniert das eigentlich in Gegenden wie Südamerika wo man ausschließlich Direktsaat mit vielen Zwischenfrüchten und permanenter Bodenbedeckung durchführt? Warum fressen die Mäuse dort nicht alles auf?

Konrad Steinert
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 25. November 2010, 09:07

Mäuse sind in Südamerika einfach kein Problem wie auch die Schnecken. Bekämpfungsmaßnahmen werden damit in den allermeisten Fällen nicht erforderlich. Warum das so ist, konnte mir bisher keiner erklären. Vielleicht spielt unter subtropischen Klimabedingungen die deutlich intensivere Sonneneinstrahlung und extreme Bodenerwärmung auf den offenen Flächen eine Rolle, die von den Nagern und auch von den Schnecken nicht vertragen wird, vielleicht gibt es hier auch wirksamere natürliche Feinde wie Greifvögel.
Da es in den Hauptanbaugebieten Südamerikas fast keine Probleme mit Schnecken und Mäusen gibt, kann das Direktsaatverfahren sehr viel sicherer gestaltet werden als bei uns.
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ulikum
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von ulikum » Donnerstag 25. November 2010, 11:09

Konrad Steinert hat geschrieben:Leider scheint es zur Legeflinte bislang keine praxistaugliche Alternative zu geben. Das breitwürfige Ausbringen der Ratron-Pellets ist ja nun bereits seit einiger Zeit nicht mehr zugelassen, neue Wirkstoffe sind für die nahe Zukunft nicht in Sicht. Es muss wahrscheinlich erst einmal was dramatisches passieren, wie die Übertragung gefährlicher Seuchen durch Mäuse, ehe hier wieder intensiver geforscht wird und keine zu großen Bedenken bei der Zulassung mehr bestehen.
Alternative Möglichkeiten zur Mäusebekämpfung z.B. über vergrämende Zwischenfrüchte haben jedenfalls ebenfalls nur eine unsichere Wirkung.
Vielleicht ist das die Lösung unseres Problemes ?

Aussetzung eines Parasites, der die Mäuse befällt ?
oder
Einsatz eines Impfstoffes um eine Krankheit bei Mäusen auszulösen?

wenn die Mäusepopulation zu dicht wird löst die Natur es ja auch auf solche Weise.
Warum also nicht eine Krankheit erzeugen bevor die Mäuse überhand nehmen ?
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ANDERSgesehn
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von ANDERSgesehn » Donnerstag 25. November 2010, 15:15

ulikum hat geschrieben:
Vielleicht ist das die Lösung unseres Problemes ?
Einsatz eines Impfstoffes um eine Krankheit bei Mäusen auszulösen?
einfach nur krank diese haltung!

1) man soll keine krankheiten verbreiten
2) ist die maus einer der nächsten verwandten des menschen (stichwort: versuchsmäuse)

__________________________

versuchs mal mit ursache erkennen und dann beheben.

ursache ist, dass sie sich unGESTÖRT wegen direktsaat vermehren können
(wohnungen werden durch nicht wenden nicht mehr zerstört).

abhilfe natürliche feinde fördern!
falken und füchse, wobei zweiteres nicht im sinn des menschen ist.

google nach falkenstangen, hecken und mäuseburg
bzw frag mal den nächsten passionierten jäger!

lg
ANDERSgesehn.
schweinezucht & schweinemastbetrieb mit
pseudovergleyte parabraunerde, 60-68 bodenpunkte
290-410m seehöhe ~900mm jahresniederschlag 9° temp.
im letzten jahrtausend weltmeister in stoppelpflügen.
es ist verdammt hart bauer zu sein.

ulikum
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von ulikum » Donnerstag 25. November 2010, 16:02

krank bin ich nicht !

es geht um eine Diskusion aber dazu bist du anscheinend nicht fähig.

vielleicht sollte man ab und zu auch mal über den Tellerrand schauen
die Welt ist groß

http://www.bafu.admin.ch/dokumentation/ ... --&lang=de
ANDERSgesehn hat geschrieben: egal ist mir etwas anderes nicht, die nahe zukunft wird´s schnell zeigen!
schneller wie ich gedacht habe.
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und diese tauschen, hat am Ende jeder zwei neue Gedanken
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von ANDERSgesehn » Donnerstag 25. November 2010, 17:01

ulikum hat geschrieben:
dein ton ist unangemessen,
es geht um eine Diskusion aber dazu bist du anscheinend nicht fähig.
ich höre keinen ton.
anscheinend hat kai einen falschen gesperrt.

_____________________________________

wenn falken keinen sitz- bzw rast- und lauerplatz hat,
wird es kein revierteil von ihnen. übrigens telefon- und
strommasten sind für ihn zu weit gesät.

mäuseburg, ein von menschenhand erzeugter mäusewohlfühltreffpunkt
und wiederum ideal zum ködern von fuchs, mader und co,
die bodenfeinde der mäuse.

hecken. ideale lebensräume für die bodenfeinde der mäuse.

_____________________________________

dein link. naja gott sei dank haben´s auch die folgen für menschen
dazu geschrieben. sieht doch aus das diese mäusepockenform,
doch für den menschen nicht so gesund sind.

ich liebe diese tierchen auch nicht, denn sie sind krankheitsüberträger
(leptospiren, chlamydien usw.) und die kann man in der nutztierhaltung
noch weniger gebrauchen.

vielleicht genügen auch nur ein paar katzen, die sollten auf
einen bauernhof so oder so nicht fehlen.

Glg
ANDERSgesehn.

ps: wohnräume einengen! geht mit nur direktsaat nicht so leicht ...
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tomte
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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von tomte » Donnerstag 25. November 2010, 19:48

ANDERSgesehen hat recht, über solche Methoden nachzudenken ist "krank", schlicht völlig verantwortungslos. Keiner, auch nicht Wissenschaftler in Australien können auch nur ansatzweise die Folgen eines solchen Eingriffes ins Ökosystem modellelieren oder ernsthaft behaupten eine "Risikoabschätzung" davon machen zu können. Zu glauben mit solchen Methoden Probleme lösen zu können ist naiv und dumm.

Dein Problem ist vielmehr, dass dein kleinräumiges Ökosystem so weit durcheinander ist, dass die Mäuse überhand nehmen weil sie tolle Bedingungen haben, z.B. durch schlechtes Strohmanagment (wenn ich mich richtig erinner hast du mal Bilder mit langen Stoppeln hier gezeigt...), kein Lebensraum für natürliche Feinde der Mäuse usw.

Und dann gibt es noch die klassische Fehleinschätzung. Man sieht ein paar Mäuse, Läuse, Pilze irgendwas und meint sofort das die Welt davon untergeht und man einen Ertragsausfall von 150% hat. Klar kann sowas Schaden anrichten, aber wieviel Schaden die Methoden zur Bekämpfung anrichten fragt sich kaum einer, ganz abgesehen davon dass die langfristige Sichtweise immer vergessen wird.

Die Sache mit Öllein funktioniert meines Wissens nur, wenn außer Öllein nichts essbares für die Mäuse vorhanden ist.
56ha Wald, 140ha LN (27 Weide/Naturweide), 32 Milchkühe, 1900 Legehennen
lehmiger Sand - sandiger Lehm, 7°C, 450mm, Bio (Demeter)
Kleegras (2jährig), Dinkel, Kartoffel (9ha), Gemüse (9ha), Hafer/Gerste/Erbse/So-Weizen (+Untersaat)

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Re: Hilfe, die Mäuse nehmen überhand

Beitrag von York-Th. Bayer » Donnerstag 25. November 2010, 21:57

also die Pauschale Annahme das No Till Leute immer nur mit Mäusen zu kämpfen haben weil die ja No Till machen ist nicht Korrekt. Sie ist sicherlich im individuellen Gefühl und lokalen Beobachtung mit Ja zu sehen. Sobald man mit Forschern spricht, wie dem Prof. aus Gießen, dazu gab es auch schon im Rahmen der GKB ein Spezial, dann ist dies nicht so sondern regional eingeschränkt. Es kommen noch ganz andere Faktoren zum Zuge die zu diesen "Epedemien" führen.

Krankheiten zur Mäusebekämpfung:
Wie macht es denn die Natur bei den Kaninchen? dort gibt es regelmäßig Viren Züge die zu einer Dezimierung der Population führen. Und vor allem wenn die Belegdichte zu hoch ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Myxomatose ... erbreitung
Das ist eine ganz natürliche Sache und haben wir schon mal als Mensch daran gedacht die freilebenden Kaninchen zu Impfen das die nicht davon betroffen sind?
York-Th.
Landwirtschaft mit Passion

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