Ab wann ist eine Zwischenfrucht Fruchtfolge beeinflußend?

Florian Hille
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Re: Ab wann ist eine Zwischenfrucht Fruchtfolge beeinflußend?

Beitrag von Florian Hille » Donnerstag 7. Oktober 2010, 20:44

Hallo zusammen,

ich möchte dem ganzen Thema noch einen anderen Aspekt dazugeben. Das Thema Fruchtfolge mitsamt seiner Aspekte
ist ja das Prinzip des "weglaufens" vor schädlichen Organismen, ob nun Unkräuter oder Schädlinge.

Eigentlich sind diese ja ein Zeichen dafür dass irgendwas nicht richtig läuft, weil ein gesunder Boden, bestellt mit einer
gesunden Kultur ist ja längst nicht so angreifbar.

Wenn man sich jetzt vorstellt dass man mit der Fruchtfolge vor den schädlichen Organismen wegläuft, so läuft man
auch vor den guten weg? Das ist dann eine Frage dessens wie man es für sich herausfindet, und ob man mehr auf der guten
oder schlechten Seite mit seinem Boden steht.

Der alte William Albrecht, der Gedankenvater von Kinsey, schrieb in einem seiner Bücher: die beste Vorfrucht für eine
Pflanze ist eine der selben Art. So gab es z.B. positive Ergebnisse beim Hauptfruchtanbau von Hafer nach Zwischenfrucht
Hafer.

In die gleiche Kerbe schlägt ja auch der Effekt der Monokulturen, bei denen in den ersten Jahren die Erträge sinken und
dann wieder leicht steigen.

Gründe dafür können sein dass durch die gleichartige Vorfrucht der aktive Humus mehr und mehr sich in den Nährstoff-
verhältnissen den Bedürfnissen dieser einen Gattung angleicht. Genauso sieht es mit den Organismen aus, gute und "böse".

Also ist es dann mehr eine Sache der Standortphysiologie die der Landwirt praktisch umsetzt um das Gleichgewicht mehr
auf gesund oder ungesund kippen zu lassen.

Ich weiß dass das sehr theoretisch ist, aber finde diese Herangehensweise verschiedener Leute bemerkenswert.

nette Grüße, Florian
Heimat Cottbus; großes Interesse an Methoden alternativer Landwirtschaft seit einigen Jahren; Laufbahn: Abitur; Praktikas
im Ackerbau ( Bio-Dyn, / Direktsaat etc.) ; Lehre zum Ldw. ( Direktsaatbetrieb) nach 2 Jahren bestanden

Konrad Steinert
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Re: Ab wann ist eine Zwischenfrucht Fruchtfolge beeinflußend?

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 8. Oktober 2010, 08:27

Vorsicht vor Monokulturen! Es mag zwar sein, dass manche Kulturen wie Mais (noch) selbstverträglich sind und der Decline-Effekt zu einer gewissen Erholung der Erträge führt. Unbestritten bleiben aber die Probleme enger Fruchtfolgen, die zu einer Förderung der Schaderreger und der Selektion von Resistenzen führen. Langfristig fährt man mit angepassten Fruchtfolgen besser, da kann auch eine optimierte Düngung oder eine intensivierte Bodenbearbeitung nur bedingt helfen.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
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