Umbruchentscheidung

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rettel
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Umbruchentscheidung

Beitrag von rettel » Donnerstag 27. Dezember 2012, 09:34

Hallo,

da mein Roggen durch sehr starke Niederschläge auf Lehmböden teilweise viel zu dünn steht, muss ein Teil der Fläche umgebrochen werden. Vorfrucht war Winterweizen, Bodenart ist auf den dünnen Teilflächen Lehm. Auf einem Teil der Fläche ist aber noch etwas Roggen vorhanden, in den ich unter Umständen Sommergetreide mit Scheibenscharen saen möchte und den noch vorhandenen Roggen erhalten möchte, evtl. auch eine Ausbringung mit Streuer bei passenden feuchten und frostfreien Witterungsbedingungen.
Für mich stellt sich jetzt die Frage, welche Sommergetreideart hierfür am besten geeignet ist.
Scheidet Sommerweizen aufgrund von Schwarzbeinigkeit aus?
Wie sieht es mit der Reife von Sommerroggen im Vergleich zu Winterroggen aus und ist an Sommerroggensaatgut überhaupt dranzukommen?
Kann Sommergerste mit dem bereits bestehenden Winterroggen überhaupt konkurrieren?

Ich tendiere bisher zu Sommerhafer, da er von der Reife meiner Meinung am ehesten zum Winterroggen passt und auch sehr wuchsfreudig ist und sich wohl nicht so leicht vom Roggen unterdrücken lässt.

Grüße

Ernst Döhne
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Re: Umbruchentscheidung

Beitrag von Ernst Döhne » Donnerstag 27. Dezember 2012, 11:01

Hallo,

nachsäen, dazwischensäen, ist alles Murks.

Meine Erfahrung zu Umbruchentscheidungen, vor allem
letztes Frühjahr, sagt konsequent neue Kultur etablieren.
je früher die Entscheidung getroffen und umgesetzt wurde,
desto besser war hinterher der Erfolg.

Welche Kultur nun nachgebaut werden soll, hängt von den
betrieblichen Gegebenheiten ab.

Den Restroggen würde ich chemisch, mechanisch beseitigen
um der neuen Kultur einen optimalen Start mitzugeben.

Gruß Ernst
Ackerbau auf Ton bis sandigen Lehm im Realteilungsgebiet.
Mulchsaat seit 1980, jetzt mit Zinkenschartechnik.
Fruchtfolge mit Raps, W.Weizen, W.Gerste etwas Mais.
Nordhessisches Bergland bei Kassel.
Gruß Ernst Döhne

rettel
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Re: Umbruchentscheidung

Beitrag von rettel » Donnerstag 27. Dezember 2012, 13:00

Ein Teil der Fläche wird auch konsequent umgebrochen, da wirklich fast nix mehr da steht. Auf einem anderen Teil sind aber so viele Pflanzen vorhanden, dass eine Umbruchentscheidung wohl sehr grenzwertig wird. Daher tendiere ich dort zu stehenlassen und falls die Witterungsbedingungen Mitte Februar bis Ende März optimal sind, dort evtl. noch etwas Sommergetreide zur Erhöhung des Ertrags zuzudrillen bzw. streuen. Unter Umständen ist der Bestand im Frühjahr ja auch kräftig genug, ich möchte mir nur jetzt schon mal Gedanken machen, falls nicht.
Es ist ja auch eine völlig andere Situation als bei einem Umbruch wegen Frostschäden. Die kann ich ja nicht sofort im Frühjahr erkennen, wenn die Pflanzen unter Umständen noch wieder ergrünen oder auch nach dem Wiederergrünen doch noch absterben. Frostschäden sind beim Roggen ja nicht zu erwarten.

Konrad Steinert
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Re: Umbruchentscheidung

Beitrag von Konrad Steinert » Donnerstag 27. Dezember 2012, 13:12

Das Problem bei derartigen Nachsaaten ist, dass vom vorhandenen Bestand alle möglichen Schaderreger gleich auf die nachgesäte Kultur übergehen und die gerade gekeimten Jungpflanzen befallen.
Daher muss man entweder mit dem dünnen Bestand leben oder eben komplett neu ansäen.
Dr. Konrad Steinert
Redaktion
LOP LANDWIRTSCHAFT OHNE PFLUG
Das Fachmagazin für den
professionellen Pflanzenbau
http://www.pfluglos.de

rettel
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Re: Umbruchentscheidung

Beitrag von rettel » Freitag 28. Dezember 2012, 12:43

Konrad Steinert hat geschrieben:Das Problem bei derartigen Nachsaaten ist, dass vom vorhandenen Bestand alle möglichen Schaderreger gleich auf die nachgesäte Kultur übergehen und die gerade gekeimten Jungpflanzen befallen.
Daher muss man entweder mit dem dünnen Bestand leben oder eben komplett neu ansäen.
Das trifft mit Ausnahme von Insekten nur zu, wenn es sich um die gleichen Arten handelt! Sommergerste in Fehlstellen im Winterweizen nachsäen (Wasserlöcher etc.) habe ich schon mehrere Jahre erfolgreich praktiziert.

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