Vielfältige Fruchtfolge

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David Galle
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Vielfältige Fruchtfolge

Beitrag von David Galle » Freitag 14. Dezember 2012, 11:16

Hallo zusammen.
Bei uns in RLP wurde die Agrar Förderung um ein neues Programm „Vielfältige Fruchtfolge“ erweitert.
Hierzu einige Infos :
- im Betreib müssen mindestens 5 Kulturen angebaut werden
- je Fruchtart muss der Anbauumfang min. 10 % max. aber 30 % betragen
- Getreideanteil in der Fruchtfolge darf 66 % nicht übersteigen
- Leguminosenanteil muss min. 8 % der Ackerfläche betragen
- nach Leguminosenanbau muss eine Winterung folgen

Da meine Fruchtfolge schon aus 4 Kulturen besteht, nämlich ZR-SG-Raps-WW , müsste ich diese noch um den Leguminosenanteil erweitern. Wegen des Weinbaus in unserem Betrieb sollte die Ernte der Leguminose bis Ende August abgeschlossen sein.
Hat jemand Vorschläge für eine Leguminose und Erfahrungen im Anbau mit dieser? :idea:
David

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joe_d
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Re: Vielfältige Fruchtfolge

Beitrag von joe_d » Freitag 14. Dezember 2012, 19:10

... und was wird da als Ausgleich bezahlt?

mfg joe
als das Leben vom Wasser auf das Land kam, wurden tendenziell von jenen die Geschlechtsorgane immer schöner, die ihre Verdauungsorgane in den Boden trieben, gegen über jenen die sie mit sich herumtrugen.....

Konrad Steinert
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Re: Vielfältige Fruchtfolge

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 14. Dezember 2012, 21:11

Bei Weinbauklima würde ich zuerst an Sojabohnen denken, aber die werden leider meist erst spät ab September reif. Das gilt im Prinzip auch für Ackerbohnen und mit Abstrichen auch für Lupinen. Kämen also nur noch die Erbsen in Betracht, die früh abreifen, bereits Ende Juli und mit den trocken-warmen Bedingungen gut zurecht kommen.
Daneben gäbe es noch einige Exoten, wie Gemüseerbsen, Linsen, Speisebohnen oder Saatguterzeugung (Wicken, Kleearten u.a.), die aber spezieller Erfahrungen und teilweise auch spezieller Erntetechnik bedürfen.
Eine andere Möglichkeit wäre noch die Luzerne als Humusmehrer und Tiefwurzler. In Frankreich wird diese z.B. auch als Marktfrucht angebaut und dann als Trockengut (Heißlufttrocknung) vermarktet.
Dr. Konrad Steinert
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David Galle
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Re: Vielfältige Fruchtfolge

Beitrag von David Galle » Donnerstag 20. Dezember 2012, 10:16

Hallo zusammen,
Als Ausgleich gibt es 75,- € / ha landwirtschaftlich genutzter Fläche des Betriebes abzüglich der stilgelegten Flächen.
Bis jetzt sind mir auch nur Erbsen eingefallen, die wollte ich nach Z-Rüben in die Fruchtfolge stellen. Jedoch nur zu 50 % der ZR-Fläche, den Rest dann weiterhin mit Braugerste.
Vielleicht hat jemand Erbsen im Anbau :?: und kann seine Erfahrung hier mitteilen :!: -> Erfahrungsaustausch ;)
David

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Konrad Steinert
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Re: Vielfältige Fruchtfolge

Beitrag von Konrad Steinert » Freitag 21. Dezember 2012, 18:21

Erbsen sind im Anbau weitgehend unproblematisch. Einen größeren Anbauumfang haben sie in den neuen Bundesländern, allerdings ist auch hier der Anbau zugunsten von Mais und Wintergetreide wieder zurückgegangen.
Hinweise zum Anbau gibt es viele bei den Züchtern, z.B. hier:
http://www.saaten-union.de/index.cfm/nav/417.html
Problem ist hier meist die Ernte, speziell bei feuchten Bedingungen, da die Bestände dann am Boden liegen und den Mähdrescher mit Schmutz zusetzen können. Man muss deshalb insbesondere auf eine ebene Bodenoberfläche achten, damit man das Schneidwerk tief absenken kann. Ein Gemengeanbau z.B. mit Hafer oder Sommertriticale könnte dem vorbeugen, ist natürlich für einen Marktfruchtbetrieb immer problematisch.
Wenn man allerdings mit den Erbsen und einem relativ kleinen Acker ganz alleine auf weiter Flur ist, dann kann es sein, dass sich hier alle Tauben des Gegend treffen und größere Schäden verursachen. Das hat schon manchem den Erbsenanbau verhagelt.
Dr. Konrad Steinert
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